Diese höchste Auszeichnung des Landes im Museumswesen ist mit 6.000 Euro dotiert. Im Rahmen eines Festakts im Heimatmuseum Oberhofen im Inntal überreichte Landtagspräsident a. D. Herwig van Staa den Museumspreis sowie den Anerkennungspreis des Landes.
„Mit ‚Auf den Spuren der Raeter und Römer im Krautfeld‘ ist im Heimatmuseum Oberhofen eine Ausstellung zu sehen, die historische Zusammenhänge anschaulich vermittelt, neue Perspektiven eröffnet und Geschichte lebendig erfahrbar macht. Sie leistet einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Bildung und stärkt zugleich das Bewusstsein für unsere regionale Identität“, spricht Kulturreferent LH Anton Mattle seinen Dank aus. Einen besonderen Dank richtete der Landeshauptmann an all jene Menschen, die ehrenamtlich an der Umsetzung des Projekts mitgearbeitet haben: „Ihr Einsatz, ihre Fachkenntnis und ihre Leidenschaft sind das Fundament dieses Erfolgs. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie sehr unsere Kulturlandschaft von gesellschaftlichem Engagement getragen wird – und wie wichtig es ist, diese Strukturen weiterhin zu unterstützen und zu fördern.“ Dies sei allen voran im „Jahr des Ehrenamts 2026“ besonders hervorzuheben: „Das Ehrenamt und die Freiwilligenarbeit soll heuer noch mehr in den Fokus rücken und uns als Gesellschaft dafür sensibilisieren, dass so vieles in unserem Alltag ohne die helfenden Hände nicht möglich wäre. Dazu zählt auch der Kunst- und Kulturbereich mit den zahlreichen Museen in Tirol, die vielfach durch freiwilliges Engagement gepflegt und lebendig gehalten werden.“
Tiroler Museumspreis
Dieses ehrenamtliche Engagement wurde auch von der Jury – dem Kulturbeirat für Denkmalpflege und Museumswesen – hervorgehoben: Das Heimatmuseum Oberhofen im Inntal prägt in besonderer Weise das kulturelle Selbstverständnis des Ortes und seiner Menschen. Die jüngste Ausstellung „Auf den Spuren der Raeter und Römer im Krautfeld“ hat identitätsstiftenden Charakter für die Gemeinde und weit darüber hinaus, da sie die Geschichte Oberhofens durch einen spektakulären Fund und dessen gelungene museale Aufarbeitung neu erzählt.
Begleitende Vermittlungsangebote wie Vorträge, Führungen, Workshops sowie Kooperationen mit Schulen, Vereinen und Facharchäologen sichern fachliche Qualität, regionale Verankerung und Nachhaltigkeit. Eine selbst finanzierte Publikation macht den Erkenntnisgewinn dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich.
Erst möglich wurde diese außergewöhnliche Leistung durch das außerordentliche ehrenamtliche Engagement: Ein rein freiwilliges Team setzte mit minimalem Jahresbudget ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt von überregionaler Relevanz um. Damit erfüllt das Museum auf beeindruckende Weise sämtliche Kernaufgaben – vom Sammeln und Bewahren über das Erforschen bis hin zum Vermitteln und Ausstellen. Durch diese Leistung verdient das Heimatmuseum Oberhofen den Tiroler Museumspreis 2025 in besonderem Maße.
Anerkennungspreis: Schrofenhof als museales Juwel
Die Jury begründet die Vergabe des Anerkennungspreises wie folgt: Der Schrofenhof in St. Leonhard im Pitztal zeichnet sich durch eine sensationelle Museumsgestaltung aus, die das historische Ensemble mit originaler Innenausstattung eindrucksvoll bewahrt und zugleich zeitgemäß vermittelt. Das Haus ist nicht nur als einzigartiges Zeitdokument von unschätzbarem Wert, sondern erzählt auch ein lebendiges Stück Sozial- und Alltagsgeschichte des Pitztals. Die Präsentation ist sorgfältig strukturiert und leitet BesucherInnen auf intuitive Weise durch das Gebäude – ergänzt sowohl durch prägnante Kurzpublikationen als auch durch ausführlich recherchierte Chroniken zur Familie Schöpf und zur Geschichte des Hofs bis ins Mittelalter zurück.
Die Sanierung wurde denkmalpflegerisch vorbildlich dokumentiert und hebt die historische Bedeutung des Bauwerks in besonderer Weise hervor. Begleitet von professioneller musealer Betreuung konnte ein Projekt umgesetzt werden, das regionale Identität stärkt, die Ortsgeschichte sichtbar macht und einen nachhaltigen Mehrwert für die gesamte Region schafft.
„Mit dem Schrofenhof ist ein museales Juwel entstanden“, freut sich LH Mattle. „In vorbildlicher Weise haben hier mehrere Gemeinden ihr kulturelles Erbe gemeinsam bewahrt und durch ihre Zusammenarbeit ein Projekt verwirklicht, das zu Recht den Anerkennungspreis des Landes Tirol verdient.“

