- Reges Interesse: Rund 100 BesucherInnen beim Gespräch im historischen Festsaal
- Ausblick auf nächste Veranstaltung: Buchpräsentation von Józef Wiśnicki (Ehemann Leokadia Justmans) am 28. Mai
- Programm und Veranstaltungskalender zu „Tirol erinnert“ unter tirol.gv.at/erinnern
Das Interesse war groß, die Veranstaltung innerhalb kürzester Zeit ausgebucht: Knapp 100 BesucherInnen verfolgten gestern, Mittwoch, im Innsbrucker Landhaus das Zeitzeuginnengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Rozette Kats. Unter dem Titel „Damals hieß ich Rita“ sprach die 1942 in Amsterdam geborene Niederländerin erstmals in Österreich über ihre Kindheit im Versteck, die Ermordung ihrer Familie und die späte Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte. Die Veranstaltung fand im Zuge von „Tirol erinnert“ und dem Begleitprogramm zur Ausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus!“ statt und wurde durch eine Kooperation mit dem OeAD-Programm ERINNERN:AT und der Pädagogischen Hochschule Tirol (PH Tirol) ermöglicht.
Leokadia und Rozette: Zwei Verfolgte, die überlebten
Die Geschichte von Rozette Kats knüpft unmittelbar an das Schicksal von Leokadia Justman an: Beide mussten als Jüdinnen dem nationalsozialistischen Terror entfliehen und ihre Identität verbergen, um zu überleben. Während Leokadia Justman mit gefälschten Papieren nach Tirol floh, um als Arbeiterin unterzutauchen, gelangte Kats schon als Kleinkind in die Obhut eines niederländischen Ehepaares, das Rozette fortan „Rita“ nannte. Ihre Eltern hingegen wurden gemeinsam mit ihrem Bruder, der noch ein Säugling war, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Seit den 1990er Jahren spricht Rozette Kats als Überlebende an niederländischen und deutschen Schulen. Am 27. Januar 2023, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, trat sie bei der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag auf. Im Vorfeld des gestrigen Zeitzeuginnengespräch gab es an der PH Tirol auch eine Fortbildung zur Vermittlung von Nationalsozialismus und Holocaust im Unterricht, an der mehr als 40 PädagogInnen und Lehramtsstudierende teilnahmen.
Sonderausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus!“
Die Ausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus! Als polnische Jüdin auf der Flucht in Tirol“ ergänzt als Sonderpräsentation die Rahmenausstellung „Vom Gauhaus zum Landhaus. Ein Tiroler NS-Bau und seine Geschichte“ und ist von Montag bis Freitag (9 bis 17 Uhr) im Landhaus 1 zu sehen. Die selbstverfassten Gedichte von Leokadia Justman können jeweils freitags (12 bis 17 Uhr) ebenfalls im Landhaus 1 (Festsaal) besichtigt werden (Ausnahmen: 19. Juni, 26. Juni, 18. September, 13. November, 20. November 2026).
Das Projekt ist eine Kooperation des Landes Tirol mit der Universität Innsbruck und dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, der Pädagogischen Hochschule Tirol, dem Archiv für Bau.Kunst.Geschichte, dem Programm ERINNERN:AT des OeAD (Österreichs Agentur für Bildung und Internationalisierung) zum Lehren und Lernen über Nationalsozialismus und Holocaust sowie dem Verein Wissenschaft und Verantwortlichkeit. Alle Veranstaltungen zum Thema „Tirol erinnert“ sind unter tirol.gv.at/erinnern zu finden – dort steht auch der virtuelle 360°-Rundgang der Ausstellung „Vom Gauhaus zum Landhaus“ zur Verfügung.






