Euregio: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Verkehrsfragen wird fortgesetzt und vertieft

Treffen der Aktionsgemeinschaft Brennerbahn in Trient

  • Tirol, Südtirol und Trentino arbeiten im Rahmen von iMONITRAF! mit anderen Alpenregionen bereits seit 21 Jahren zusammen
  • Beschluss über Fortsetzung bis 2028 gefasst: Tirol behält Vorsitz

Von Hamburg nach Verona oder von Palermo nach München: Ihre Lage im Herzen Europas bringt für die Alpenregionen einen hohen Anteil an Transitverkehr. Bereits seit 2005 arbeiten die Euregio-Mitgliedsländer Tirol, Südtirol und Trentino gemeinsam mit der Zentralschweiz im Rahmen von iMONITRAF! zusammen, um Zahlen, Daten und Fakten zu sammeln, gemeinsame Initiativen umzusetzen und die Interessen der betroffenen Alpenregionen entlang der Transitachsen gemeinsam nach außen zu vertreten. Die Fortführung dieser Zusammenarbeit wurde gestern, Mittwoch, von den drei zuständigen Verkehrslandesräten René Zumtobel, Daniel Alfreider (Südtirol) und Mattia Gottardi (Trentino) in Trient beschlossen. Den Vorsitz innerhalb von iMONITRAF! behält weiterhin Tirol. „Wir haben ein Abkommen unterschrieben, das einen neuen Schwerpunkt von iMONITRAF! für die kommenden Jahre festlegt. Damit auch weiterhin alle das Beste aus dieser Zusammenarbeit herausholen können, ist es wichtig, den Datenaustausch – beispielsweise Studienergebnisse, Verkehrszählungen, Messwerte zur Luftgüte und vieles mehr – einheitlich und gut abgestimmt zu gestalten. Die gesammelten Daten können somit rascher und effizienter veröffentlicht werden und bilden die Grundlage für fundierte Empfehlungen an die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, um etwa am Brennerkorridor neue Maßnahmen zur Verkehrslenkung und Attraktivierung des Güterverkehrs auf der Schiene vorzuschlagen“, so Tirols Verkehrslandesrat Zumtobel. 

Südtirols Verkehrslandesrat Daniel Alfreider unterstreicht: „Die Güterverlagerung von der Straße auf die Schiene hat in der iMONITRAF!-Strategie oberste Priorität. Dafür sind nicht nur für die Straße, sondern auch für die Schiene verlässliche Daten und Datenaustausch unerlässlich. Nur so können faktenbasierte Entscheidungen zur weiteren Vertiefung der Korridorpolitik beitragen.“ Eine Studie zu den zwei Alpenkorridoren Brenner und Ventimiglia zeigt: Durch die Verlagerung des Gütertransports von einem Diesel-LKW der Kategorie Euro VI auf die Schiene im Abschnitt München – Verona können bereits heute 79 Prozent der benötigten Energie für den Transport und 85 Prozent der Treibhausgas-Emissionen eingespart werden. Ein batterieelektrischer Lkw hat immerhin ein Energiesparpotenzial von 37 Prozent und emittiert 36 Prozent weniger CO2. Um die Anzahl an E-LKW zu erhöhen, ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur entlang der Hauptverkehrsachsen in Europa ein wichtiger Faktor. Neun Verkehrsminister, darunter Bundesminister Peter Hanke, haben zur Beschleunigung des Ausbaus kürzlich eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. „Einsparungspotenzial – wenn auch nicht so viel wie auf der Schiene – birgt auch die Umstellung auf batterieelektrische LKW“, betont auch der Trenitiner Landesrat Mattia Gottardi: „Ein wichtiger Faktor dafür ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur entlang der Hauptverkehrsachsen. Einen Schwerpunkt legen wir 2026 daher auf das Datenmonitoring der Ladeinfrastruktur an den Alpenkorridoren.“

Aktionsgemeinschaft Brennerbahn mit Fokus auf Terminalinfrastruktur

Gestern fand zudem die Präsidentenkonferenz der Aktionsgemeinschaft Brennerbahn (AGB) in Trient statt. Auch in diesem Gremium arbeiten die drei Länder eng zusammen, hier sind zudem auch der Freistaat Bayern und die Provinz Verona sowie die Handels- bzw. Wirtschaftskammern und die Bahnbetreiber Partner – der Fokus der AGB liegt auf der Verlagerung von Gütern auf die Schiene. Aktuell hat das Trentino den Vorsitz der AGB inne. Bereits am Vortag fand ein Workshop mit Terminalbetreibern statt. Ziel der AGB ist aktuell, die Zusammenarbeit der Terminalbetreiber zu Stärkung des sogenannten intermodalen Verkehrs zu etablieren. Damit ist Güterverkehr gemeint, der auf der Langstrecke vor allem auf der Schiene und für die letzte Meile auf der Straße transportiert wird. Durch ein Netzwerk an Terminals und dem entsprechenden Wissensaustausch soll es gelingen, die Infrastruktur zu verbessern und sich optimal auf die Gegebenheiten bei der Inbetriebnahme des Brenner Basistunnels im Jahr 2032 vorzubereiten. Ebenfalls Thema der AGB-Konferenz war die geplante Sperre der Bahnstrecke zwischen München und Rosenheim im 1. Halbjahr 2028 im Zuge der Generalsanierung durch die Deutsche Bahn und die daraus resultierenden Folgen für den Schienengüterverkehr. „Die enge Abstimmung zwischen den nationalen Schieneninfrastrukturgesellschaften, den Güterverkehrsunternehmen und den Autobahngesellschaften ist von höchster Wichtigkeit, um die durch die Sperre entstehenden Einschränkungen so gering wie möglich zu halten“, so Landesrat Zumtobel. 

Der Jahresbericht von iMONITRAF! von 2024 kann online eingesehen werden. Jener für das Jahr 2025 wird im Laufe des ersten Quartals 2026 veröffentlicht.