Gesundheit von LehrerInnen als Grundlage für gute Bildung

Projekt „LehrerInnen-Gesundheit“ der PH Tirol bietet Unterstützung für Schulleitungen und PädagogInnen

  • Land Tirol, PH Tirol, KUF und BVAEB verantworten Programm für LehrerInnen-Gesundheit
  • Fragebogen analysiert Gesundheitsressourcen am Arbeitsplatz Schule

Gesunde Jause, teambildende Bewegungsangebote und Workshops zur Stressbewältigung: Gesundheitsförderung ist auch im Bildungsbereich wesentlich. Dazu gibt es einerseits das bereits sehr gut etablierte Projekt „Gesunde Schule Tirol“: Dabei werden Schulen ausgezeichnet, die umfassende Maßnahmen für körperliches und psychisches Wohlbefinden implementieren. Die Kooperationspartner Land Tirol, Pädagogische Hochschule Tirol (PH Tirol), die Kranken- und Unfallfürsorge des Landes Tirol (KUF) und die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) unterstützen ein weiteres Projekt zur schulischen Gesundheitsförderung – das Programm „LehrerInnen-Gesundheit: Gestärkt für den Schulalltag“. Dieses richtet sich gezielt an die Gesundheit der PädagogInnen an Tirols Schulen. Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen für LehrerInnen zu verbessern und Belastungen im Schulalltag wirksam zu reduzieren. Das Programm wurde 2017 von der PH Tirol initiiert, wird seither gemeinsam mit den Systempartnern umgesetzt und ist für die teilnehmenden Schulen kostenfrei. Aktuell setzen bereits 137 Schulen das Projekt aktiv vor Ort um.

„Gesunde Pädagoginnen und Pädagogen sind die Basis für ein starkes Bildungssystem. Wer tagtäglich mit großem Engagement junge Menschen begleitet, braucht selbst gute Rahmenbedingungen und starke persönliche Ressourcen. Mit diesem Projekt investieren wir gezielt in die Gesundheit unserer Lehrkräfte – und damit nachhaltig in die Zukunft unserer Kinder“, betont Gesundheits- und Bildungslandesrätin Cornelia Hagele.

Maßnahmen, die im Schulalltag tatsächlich wirken

Im Zentrum des Projektes steht eine Analyse der Gesundheitsressourcen am jeweiligen Schulstandort. Die teilnehmenden Schulen werden von einem multiprofessionellen Team aus PsychologInnen, OrganisationsentwicklerInnen und PädagogInnen begleitet. Grundlage bildet das „Inventar zur Erfassung von Gesundheitsressourcen im Lehrberuf“ (IEGL), ein wissenschaftlich fundierter Online-Fragebogen, der den Ist-Stand erhebt.

„Durch das Programm erhalten Schulen eine differenzierte Analyse ihrer Gesundheitsressourcen und Belastungsfaktoren. Entscheidend ist jedoch der gemeinsame Prozess: Aus den Ergebnissen werden im Kollegium konkrete, standortspezifische Maßnahmen für ein gesünderes Arbeitsumfeld entwickelt. Unser Ziel ist es, nachhaltige Veränderungen anzustoßen, die im Schulalltag tatsächlich wirken“, erklärt Projektleiterin Birgit Streit von der PH Tirol.

„Gesundheit und Wohlbefinden sind zentrale Aufgaben von Bildung und damit auch wesentliches Anliegen unserer Hochschule. Dabei geht es einerseits um die Vermittlung von Lebens- und Gesundheitskompetenzen an Kinder und Jugendliche, andererseits aber auch um die Gestaltung eines gesunden Lebensraums ‚Schule‘, in dem auch Lehrpersonen und Schulleiterinnen und Schulleiter nachhaltig gestärkt und unterstützt werden. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen und hohen Anforderungen an Lehrkräfte sind Programme zur Gesundheitsförderung an Schulen umso wichtiger. Das Projekt ‚LehrerInnen-Gesundheit Tirol‘ ist in seiner Nachhaltigkeit und Wirkkraft, die durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller Systempartner entsteht, ein echtes Highlight“, so die Rektorin der PH Tirol Regine Mathies.

Projekt braucht 80 Prozent des Kollegiums an Bord

Das Projekt versteht Gesundheit als gemeinsamen Entwicklungsprozess am Arbeitsplatz Schule. Daher ist eine Zustimmung von mindestens 80 Prozent des Kollegiums Voraussetzung für die Teilnahme. Auf Basis der Ergebnisse des Online-Fragebogens werden bei einem gemeinsamen Gesundheitstag konkrete Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet. Eine erneute Befragung soll später deren Wirksamkeit überprüfen. 

„Prävention ist der wirksamste Gesundheitsschutz. Mit diesem Programm setzen wir frühzeitig an und unterstützen Schulen dabei, Belastungen gemeinsam zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Besonders wichtig ist auch die Nachhaltigkeit, indem die Wirksamkeit der Maßnahmen analysiert wird – Gesundheit soll dauerhaft strukturell verankert werden“, unterstreicht Ewald Spiegl, Vorstand der Kranken- und Unfallfürsorge des Landes Tirol.

Gesunder Arbeitsplatz Schule

Innerhalb des Prozesses fördert die BVAEB im Rahmen ihres Programms „Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz“ unter anderem auch die Gesundheit der in Schulen tätigen Personen. „Die positive Wirkung von Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz ist vielfach nachgewiesen. Unsere Evaluationsergebnisse zeigen positive Auswirkungen auf das Arbeitsklima, das Gesundheitsbewusstsein und das Wohlbefinden. Das österreichweite BVAEB-Netzwerk ‚Gesunder Arbeitsplatz Schule‘ unterstützt Schulen dabei, die Gesundheit der Schulleitung, Lehrerinnen und Lehrer sowie des nicht-unterrichtenden Personals zu fördern“, erklärt Bernhard Huter, Direktor der BVAEB Landesstelle Tirol.