Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen: Inklusion durch Mitbestimmung

Dies ist eine Aussendung des unabhängigen Tiroler Monitoringausschusses

  • Aktionstag am 3. Dezember sensibilisiert für die Rechte von Menschen mit Behinderungen
  • Gemeinde-Aktionsplan-Behinderung (GAP): Checklisten unterstützen Gemeinden bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention
  • Barrierefreiheit und Teilhabe: Menschen mit Behinderungen als ExpertInnen einbinden
  • Praxisbeispiel: So können Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen in den Gemeinden aussehen – YouTube-Kanal des Landes Tirol 

Am 3. Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen. Er macht auf die Rechte und Anliegen von Menschen mit Behinderungen aufmerksam und lenkt den Blick auf bestehende Barrieren. Mit dem Gemeinde-Aktionsplan-Behinderung (GAP) hat der Tiroler Monitoringausschuss gemeinsam mit der Interessensvertretung ÖZIV Tirol und dem Land Tirol Checklisten entwickelt, die Gemeinden bei der Umsetzung der verpflichtenden UN-Behindertenrechtskonvention unterstützen. Eine erste Umfrage aus dem Vorjahr zeigt: Die Bereitschaft zu Veränderungen ist durchwegs vorhanden, in vielen Gemeinden gibt es aber weiterhin deutlichen Verbesserungsbedarf bei Barrierefreiheit und Teilhabe. Entscheidend für wirksame Maßnahmen ist die Einbeziehung von ExpertInnen – insbesondere von Menschen mit Behinderungen. 

„Menschen mit Behinderungen sind Expertinnen und Experten in eigener Sache. Ganz nach dem Motto der UN-Behindertenrechtskonvention ‚Nichts über uns ohne uns‘ müssen sie systematisch in kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Nur so entstehen Maßnahmen, die im Alltag tatsächlich funktionieren“, betont Isolde Kafka, Vorsitzende des Tiroler Monitoringausschusses zur Förderung, zum Schutz und zur Überwachung der UN-Behindertenrechtskonvention. 

Von politischer Teilhabe bis zu Zivil- und Katastrophenschutz

Die Gemeindebefragung zeigt, dass den Tiroler Gemeinden die Bedeutung von Partizipation bewusst ist – in der praktischen Umsetzung jedoch weiterhin Herausforderungen bestehen. Das betrifft etwa Bauprojekte ebenso wie die politische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. So geben 34 Tiroler Gemeinden an, GemeindebürgerInnen mit Behinderungen in wichtige Entwicklungsthemen einzubinden und inklusive Beteiligungsprozesse zu ermöglichen. Ähnlich ist die Situation im Bereich Zivil- und Katastrophenschutz, wo Menschen mit Behinderungen noch selten in die Erstellung von Notfallplänen einbezogen werden, obwohl sie im Ernstfall häufig spezifische Bedürfnisse haben.

Einfach einsteigen: Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Gebremst werden Verbesserungsmaßnahmen laut der Umfrage zumeist von fehlenden finanziellen Mitteln und mangelndem Fachwissen. Der GAP stellt daher umfangreiche Informationen sowie die Möglichkeit zur Erstellung individueller Aktionspläne bereit. Damit sollen langfristige Planung und Budgetierung erleichtert werden. Für einen raschen Einstieg bieten sich vor allem kostengünstige oder kostenlose Maßnahmen an – etwa die Anpassung von Zeitschaltern an automatischen Türen, Bodenmarkierungen oder einfache Unterstützungsangebote wie die Bereitstellung von Wasser. Wie solche Maßnahmen für unterschiedliche Formen von Behinderungen konkret aussehen können, zeigen die Gemeinden Axams und Kufstein in einem Kurzfilm auf dem YouTube-Kanal des Landes Tirol.

Die Checklisten des GAP sind hier einsehbar. Der vollständige Bericht zur GAP-Gemeindebefragung steht unter bericht-gemeindeaktionsplan2024.tirol.gv.at digital im HTML-Format zur Verfügung. Dieses Format erleichtert die Navigation und erfüllt zentrale Anforderungen an digitale Barrierefreiheit.