Internationaler Tag des Wassers: Tirols Trinkwasserversorgung ist gut aufgestellt

Sauberes Trinkwasser aus der Leitung – das darf in Tirol grundsätzlich als selbstverständlich erwartet werden.

Doch diese Selbstverständlichkeit hat eine Grundlage: eine leistungsfähige Infrastruktur in öffentlicher Hand, geschützte Ressourcen und ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser. Anlässlich des bevorstehenden Internationalen Tags des Wassers am 22. März richtet sich der Blick deshalb nicht nur auf die hohe Qualität der Versorgung heute, sondern vor allem darauf, wie sie auch in Zukunft gesichert werden kann.

„Der Internationale Tag des Wassers erinnert uns daran, wie wertvoll und zugleich verletzlich diese Ressource ist. Tirol hat beste Voraussetzungen – deshalb gilt es weiterhin, diese auch für kommende Generationen zu bewahren“, betont der zuständige Referent für die Wasserwirtschaft LHStv Josef Geisler.

Tirols Trinkwasserversorgung im Überblick

Erfolgt in vielen Regionen Österreichs die Trinkwasserversorgung über Brunnen aus dem Grundwasser, spielen Quellwässer in Tirol eine zentrale Rolle. „Rund 90 Prozent des Bedarfs an Trinkwasser und Nutzwasser werden aus Quellen gedeckt“, erklärt Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft und führt weiter aus: „Das ist ein großer Vorteil für Tirol, weil Quellwasser in der Regel von sehr hoher Qualität ist: es entspringt in den Tiroler Bergen, nachdem es dort als Regen oder Schnee angefallen und in den Boden gesickert ist. Auf einem längeren Weg durch den Untergrund hat es einen natürlichen Reinigungsprozess durchlaufen und bleibt im Gebirge geschützt gespeichert, was vor allem auch in Trockenperioden im Hinblick auf die Versorgungssicherheit eine große Rolle spielt.“ Dieser im Österreichvergleich außergewöhnlich hohe Anteil an Quellwasser prägt die Versorgungsstruktur in Tirol bis heute nachhaltig. Grundwasser aus Brunnen wird ergänzend dazu genutzt, während interkommunale Verbindungen die Stabilität der Versorgung zusätzlich stärken.

Die Trinkwasserversorgung in Tirol ist derzeit praktisch flächendeckend auf einem sehr hohen Niveau abgesichert. Etwa 96 Prozent der Bevölkerung sind an ein öffentliches Trinkwassernetz angeschlossen. Die öffentliche Versorgung erfolgt durch Gemeinden, Wassergenossenschaften und Wasserverbände. In dezentralen Lagen wird sie durch zahlreiche kleinere Einzelversorgungsanlagen ergänzt.

In den vergangenen 40 Jahren ist der Pro-Kopf-Verbrauch an Wasser deutlich gesunken – von rund 300 auf knapp 250 Liter pro Tag. Während nämlich der Gesamtbedarf an Wasser um rund 20 Prozent gestiegen ist, ist parallel die Bevölkerung im selben Zeitraum um mehr als 35 Prozent gewachsen. Insgesamt liegt der jährliche Trinkwasserbedarf in Tirol derzeit bei rund 70,2 Millionen Kubikmetern, wobei touristisch geprägte Regionen einen besonders hohen Bedarf aufweisen. Ein entscheidender Faktor für die hohe Qualität des Tiroler Trinkwassers ist der konsequente Schutz der Ressourcen durch Schutz- und Schongebiete. 

Damit das auch morgen so bleibt

Gerade im Hinblick auf Klimawandel, Bevölkerungsentwicklung und steigende Nutzungsansprüche gewinnt dieser vorbeugende Ressourcenschutz neben vorausschauender Planung zunehmend an Bedeutung. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die interkommunale Zusammenarbeit, durch die sich Gemeinden gegenseitig unterstützen und so die stabile Trinkwasserversorgung über das eigene Gemeindegebiet hinaus stärken können.

Die bestehende Trinkwasserversorgung in Tirol wird laufend ausgebaut und noch widerstandsfähiger gestaltet, um auf zukünftige Anforderungen vorbereitet zu sein. Dazu zählt insbesondere der Aufbau zusätzlicher Standbeine für die Wasserversorgung, um die Ausfallsicherheit weiter zu erhöhen und flexibel auf Veränderungen wie etwa steigenden Bedarf reagieren zu können. 

„Der Internationale Tag des Wassers macht deutlich: Eine sichere Trinkwasserversorgung ist keine Selbstverständlichkeit. Tirol ist heute gut aufgestellt – entscheidend ist, diesen Weg konsequent weiterzugehen“, betont LHStv Geisler abschließend. Ein entsprechendes Konzept zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung in Tirol befindet sich derzeit in der finalen Ausarbeitung und wird in Kürze vorliegen.