- OLEX.26: Anspruchsvolle Stabsübung mit Extremwetterszenario
- Spektakuläre Realübung mit simuliertem Hubschrauberabsturz in Hochfilzen (Bezirk Kitzbühel)
- Zusammenspiel von rund 300 Angehörigen der Landesbehörden, des Bundesheers, der Alpinpolizei, der Feuerwehr, dem Roten Kreuz und der Bergrettung
Dichter Rauch über alpinem Gelände, mehrere Hubschrauber im Rettungseinsatz, Lawinenbergungen unter extremen Bedingungen und laufende Lagebesprechungen in den Einsatzstäben: Mit der bundesländerübergreifenden Katastrophenschutzübung OLEX.26 haben die Länder Tirol und Salzburg gemeinsam mit den Einsatzorganisationen die Zusammenarbeit im Ernstfall geübt. Zwei Tage lang wurde ein forderndes und dynamisches Szenario beübt – mit klarem Fokus auf Zusammenarbeit, Führungsfähigkeit und abgestimmte Kommunikation. Insgesamt 300 Personen – rund 100 MitarbeiterInnen der Behörden sowie 200 Angehörige der Einsatzorganisationen – haben an der Übung mitgewirkt. Neben den Ländern übten bei der Katastrophenschutzübung auch Alpinpolizei, Bundesheer, Bergrettung, Rotes Kreuzes und Feuerwehr. Die Bilanz fällt sehr positiv aus.
Der Vorsitzende der Landeshauptleute-Konferenz, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, und Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler haben sich mit Innenminister Gerhard Karner sowie Tirols Sicherheitslandesrätin Astrid Mair von der Übung vor Ort in Hochfilzen (Bezirk Kitzbühel) ein Bild gemacht. „Krisen kennen keine Grenzen – unsere Zusammenarbeit darf daher nicht an der Landesgrenze enden. Die OLEX.26 hat gezeigt, dass Tirol für die Krisen- und Ernstfall hervorragend gerüstet ist und die Zusammenarbeit mit Salzburg im Ernstfall bestens funktioniert. Im Rahmen des Tiroler Vorsitzes in der Landeshauptleutekonferenz war es uns wichtig, eine solche gemeinsame Katastrophenschutzübung umzusetzen und die länderübergreifende Zusammenarbeit im Ernstfall zu erproben. Besonders hervorheben möchte ich das große Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Sie sind das Fundament unseres leistungsfähigen Katastrophenschutzes“, betont LH Mattle auch anlässlich des Tiroler „Jahr des Ehrenamtes“.
Landeshauptfrau Edtstadler sagt: „Diese Übung stärkt nicht nur die Abläufe in den Einsatzstäben, sondern auch das Vertrauen zwischen allen beteiligten Organisationen. Gerade bei komplexen Lagen ist es entscheidend, dass Zuständigkeiten klar sind und die Zusammenarbeit reibungslos funktioniert. Mit der OLEX.26 haben die Helferinnen und Helfer unserer Einsatzorganisationen einen Maßstab gesetzt. Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer setzen sich stets selbstlos für die Sicherheit der Bevölkerung ein und haben bei dieser Übung hohe Belastungen in Kauf genommen. Für diesen großen Einsatz bedanke ich mich bei allen Beteiligten.“
BM Karner unterstreicht die Bedeutung der länder- und organisationsübergreifenden Zusammenarbeit: „Es geht um die Sicherheit und den Schutz der Bevölkerung- genau dafür stehen unsere haupt- und ehrenamtlichen Einsatzorganisationen. Diese überregionale Katastrophenübung unterstreicht das.“
Komplexe Einsätze durch enge Zusammenarbeit meistern
„Je komplexer eine Krise, desto enger müssen alle Beteiligten zusammenarbeiten“, sind sich die Landeshauptleute und BM Karner einig. Bei kritischen Lawinensituationen und extremen Schneefällen sind die Alpinpolizei und das Bundesheer gemeinsam mit den lokalen Einsatzkräften Schulter an Schulter im Einsatz.
Der Militärkommandant von Salzburg Brigadier Peter Schinnerl bekräftigt die gute Kooperation zwischen den Ländern und den Einsatzorganisationen: „Das Bundesheer ist ein verlässlicher Partner in der gesamtstaatlichen Krisenvorsorge. Gerade in dieser bundesländerübergreifenden Einsatzübung wurde deutlich, wie wichtig die frühzeitige Einbindung militärischer Expertise in behördliche Entscheidungsprozesse ist. Darüber hinaus unterstützt das Bundesheer im Rahmen von Katstrophenszenarien mit Hubschraubern, spezialisierten Lawineneinsatzzügen, Logistik und der militärischen Infrastruktur. Diese enge und koordinierte Zusammenarbeit stärkt die Führungsfähigkeit im Ernstfall maßgeblich.“
Stabsarbeit unter realitätsnahen Bedingungen
Bereits seit Mittwoch übten die Einsatzstäbe in Tirol und Salzburg. Ausgangspunkt war ein fiktives Extremwetterszenario mit massiven Schneefällen – zu meistern waren mitunter großflächige Stromausfälle, gesperrte Verkehrswege, abgeschnittene Gemeinden, gestrandete Gäste und akute Lawinengefahr. Die Übung war an das Extremwetterereignis im Winter 2019 angelehnt. Ziel war es, die länderübergreifende Abstimmung in einer eskalierenden Lage zu trainieren. Laufend eingespielte neue Entwicklungen verlangten rasche Entscheidungen, klare Prioritätensetzungen und eine präzise Kommunikation nach innen und außen. Dabei standen die Stäbe beider Länder im engen Austausch: Mehrmals wurden in gemeinsamen Online-Lagebesprechungen die weiteren Schritte koordiniert. Auch VerbindungsoffizierInnen der Einsatzorganisationen waren eng eingebunden.
Realübung in Hochfilzen: Koordination unter Extrembedingungen
Höhepunkt der OLEX.26 war die groß angelegte Realübung am Truppenübungsplatz in Hochfilzen. Simuliert wurde ein Hubschrauberabsturz mit Brandentwicklung, mehreren teils schwer verletzten Personen sowie einem Lawinenabgang. Rund 200 Einsatzkräfte arbeiteten unter schwierigen Sichtverhältnissen und enormem Zeitdruck Seite an Seite. Während ein brennendes Wrack gelöscht wurde, suchten andere Trupps nach Verletzten und Lawinenverschütteten, bargen sie aus steilem Gelände und bereiteten den Abtransport per Luft und Boden vor.
Organisiert wurde die Übung federführend vom Österreichischen Bundesheer. Dazu wurde unter anderem ein echtes Hubschrauberwrack im Gelände des Truppenübungsplatzes positioniert und zu realitätsnahen Übungszwecken in Brand gesteckt.
Körperlich und organisatorisch „an die Grenzen gehen“ – Evaluierung durch ExpertInnen
Sowohl die Stabs- auch die Realübung wurden von ExpertInnen evaluiert. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen zur erfolgreichen Abwicklung künftiger Einsätze bei. „Die Professionalität und das Zusammenspiel aller Organisationen waren einwandfrei. Zusätzliche gewonnene Erkenntnisse fließen natürlich unmittelbar in die Weiterentwicklung unserer Einsatz- und Rettungsketten ein“, zieht LRin Mair positive Bilanz. Optimiert werden soll beispielsweise der frühzeitige Datenaustausch und die Abstimmung zwischen Bundesländern bei sich abzeichnenden Katastrophenereignissen.
Auch Elmar Rizzoli, Leiter des Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement des Landes Tirol, unterstreicht die Wichtigkeit solcher realitätsnahen Übungen: „Diese Übung war bewusst so angelegt, dass sie an die Grenzen geht – organisatorisch wie körperlich. Wenn Rauch die Sicht nimmt, Rotorwind Schnee aufwirbelt und mehrere Verletzte gleichzeitig versorgt werden müssen, zeigt sich, wie gut Abläufe tatsächlich funktionieren.“ Markus Kurcz, Leiter des Referats Äußere Sicherheit und Katastrophenschutz des Landes Salzburg, ergänzt: „Gleiches gilt sinngemäß auch für die Stabsübung: eine Flut an verschiedenen Informationen – teils widersprüchlich – die rasch gefiltert und bewertet werden müssen und aus denen Handlungen abgeleitet werden müssen. Genau diese realitätsnahe Belastung ist entscheidend, damit im Ernstfall keine Sekunde verloren geht.“




