Klimaanalyse wird auf alle neun Bezirke Tirols ausgeweitet

Hitzeinseln und Kaltluftströme: Datenanalyse für das Inntal wurde im Herbst 2025 vorgestellt

  • Ausweitung: Nun werden auch die Regionen Lienz und Umgebung, Reutte und Umgebung sowie der Raum Kitzbühel bis St. Johann i. T. analysiert
  • Klimaanalyse künftig in allen neun Bezirken als wichtiges Instrument für Raumplanung und Bebauung verfügbar

Im November 2025 wurde die Klimaanalyse für das Tiroler Inntal (von Landeck bis Erl) von Raumordnungsreferent LHStv Josef Geisler und Klimaschutzlandesrat René Zumtobel vorgestellt. Dabei wurden Hitzeinseln und Kaltluftströme im Tiroler Inntal genauestens untersucht. Die Daten sind auf einer interaktiven Karte einsehbar und werden in das Rauminformationssystem des Landes (tiris) integriert. Besonders erwähnenswert ist die Detailtiefe: Einzelbetrachtungen von 25 Quadratmeter kleinen Flächen sind möglich. Nun hat die Tiroler Landesregierung die Ausweitung der Analyse beschlossen. Auch für die Regionen Lienz und Umgebung, Reutte und Umgebung sowie die Region Kitzbühel bis St. Johann in Tirol wird vom beauftragten Planungsbüro eine Analyse erstellt. Damit werden nun alle Bezirkshauptstädte Tirols mit ihren umliegenden Regionen von der Klimaanalyse abgedeckt.

Wo sollen künftig größere Gebäude entstehen? Welche Flächen eignen sich dafür besonders gut, ohne wichtige nächtliche Kaltluftströme zu beeinträchtigen? Und wo ist die Hitzebelastung besonders hoch? Antworten auf diese Fragen liefert die Klimaanalyse. „Die Ergebnisse bieten Gemeinden eine wichtige Entscheidungsgrundlage – zum Beispiel bei der Ausweisung von neuen Siedlungsgebieten oder bei Bebauungsplänen, die klimarelevante Kaltluftströme erhalten sollen. Auch für die Raumordnung sind sie hilfreich, zum Beispiel bei der Sicherung und Weiterentwicklung überörtlicher landwirtschaftlicher Vorsorgeflächen. Mit Hilfe der Daten können konkrete Standorte für Alten- und Pflegeheime, Kinderbetreuungseinrichtungen oder Wohnsiedlungen unter klimatischen Gesichtspunkten besser beurteilt werden“, erklärt LHStv Geisler. „Die Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie legt einen besonderen Fokus auf die zunehmende Anzahl an Hitzetagen. Im Sinne einer vorausschauenden Klimawandelanpassung ist es entscheidend, diese Entwicklungen frühzeitig zu berücksichtigen und etwa beim Bau von neuen Gebäuden vermehrt auf die Ausrichtung und den Standort zu achten. Mit den vorliegenden Daten für das Inntal haben wir bereits die notwendigen Informationen für die Wohnorte von rund 534.000 Tirolerinnen und Tirolern, mit der Ausweitung der Klimaanalyse decken wir künftig einen Großteil Tirols ab.“, so LR Zumtobel.