Klimafitte Wälder brauchen starke Wurzeln

21. März: Internationaler Tag des Waldes

  • Land Tirol investiert in klimafitte Wälder und moderne Forstpflanzenproduktion
  • Neues Kühlhaus in Bad Häring
  • Landesfilm zum Forstgarten Bad Häring

Zum Internationalen Tag des Waldes am 21. März richtet das Land Tirol den Blick auf eine zentrale Grundlage für die Zukunft der Wälder: Hochwertige heimische Forstpflanzen. Im Landesforstgarten Bad Häring wurde kürzlich ein neues Kühlhaus errichtet, das künftig eine wichtige Rolle für die Versorgung Tirols mit klimafitten Baumarten spielen wird. Die Tiroler Landesforstgärten produzieren jährlich auf drei Standorten mehr als 3,3 Millionen Forstpflanzen für Wiederbewaldungs-, Verjüngungs- und Rekultivierungsmaßnahmen und leisten damit einen zentralen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Wälder. 

„Gerade in Tirol sind gesunde Wälder unverzichtbar – sie schützen unsere Siedlungen vor Naturgefahren, sichern Arbeitsplätze und sind wertvoller Lebens- und Erholungsraum. Deshalb investieren wir gezielt in klimafitte Wälder und in eine moderne Forstpflanzenproduktion. Das neue Kühlhaus in Bad Häring ist ein wichtiger Baustein, um die Wiederbewaldung auch unter den Bedingungen des Klimawandels sicherzustellen – mit standortsangepassten Forstpflanzen als wichtige Grundlage“, betont Forstreferent LHStv Josef Geisler

Neues Kühlhaus sichert Versorgung mit Forstpflanzen

Der Klimawandel stellt auch die Wälder in Tirol vor große Herausforderungen. Tirolweit wird jährlich ein zusätzlicher Bedarf von rund 400.000 Mischbaumarten erwartet. Das stellt neue Anforderungen an Produktion, Lagerung und Logistik in den Forstgärten.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurde im Landesforstgarten in Bad Häring ein neues Kühlhaus errichtet. Bestehend aus einer großen Kühlhalle mit Deckenkühlung, einer sogenannten Manipulationshalle, Technik- und Archivräumen sowie einem Sanitärbereich verfügt das Gebäude insgesamt über eine Nutzfläche von rund 500 Quadratmetern. 

„Kühlhäuser sind in Forstgärten ein entscheidender Bestandteil der Infrastruktur: Sie verlangsamen die natürlichen Lebensprozesse der Pflanzen und sorgen dafür, dass diese gesund, frisch und pflanzfähig bleiben“, betont Landesforstdirektor Harald Oblasser. Bad Häring wurde bewusst als Standort gewählt, da der Forstgarten bereits heute die zentrale Logistikdrehscheibe der Tiroler Landesforstgärten bildet.

Im Zuge der Entwicklung eines neuen Gewerbegebietes in der Gemeinde wurde zudem eine neue Zufahrt zum Forstgarten geschaffen. Dadurch werden Anrainerinnen und Anrainer vom bisherigen Durchzugsverkehr entlastet und die Verkehrssicherheit verbessert.

Der Wald von morgen beginnt im Forstgarten

Seit mehr als 60 Jahren produzieren die Tiroler Landesforstgärten Forstpflanzen für die Wiederbewaldung und Pflege der Wälder. Als Betrieb des Landes Tirol werden sie nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen geführt und leisten einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder. „An unseren drei Hauptstandorten Stams, Nikolsdorf und Bad Häring bewirtschaften wir rund 35 Hektar Anbaufläche. Zusätzlich werden rund acht Hektar Hochlagen- und Generhaltungsplantagen betreut, in denen unter anderem Lärche, Tanne, Spirke und seit kurzem auch Esche kultiviert werden“, so Daniela Pollak, Leiterin der Tiroler Landesforstgärten. 

Wichtiger Produktionsstandort Bad Häring

Auf einer Gesamtfläche von über 12 Hektar – überwiegend im Gemeindegebiet von Bad Häring – werden jährlich mehr als 550.000 Nadelbäume sowie über 100.000 Laubbäume produziert. Dazu zählen unter anderem Baumarten wie die Lärche, Tanne und Fichte sowie Ahorn, Eiche und Buche.

Mit einem Team von neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird ein breites Sortiment an Forstpflanzen erzeugt, das einen wichtigen Beitrag zur Wiederbewaldung sowie zur Sicherung der genetischen Vielfalt der Tiroler Gebirgswälder leistet. Rund 90 Prozent der Pflanzen werden als sogenannte wurzelnackte Forstware produziert, während der übrige Teil als Topf- oder Ballenware vermarktet wird.

„Unsere Arbeit beginnt viele Jahre bevor ein Baum im Wald steht. Im Forstgarten ziehen wir jene Pflanzen heran, die später stabile und widerstandsfähige Wälder bilden sollen. Dabei achten wir besonders auf hochwertige Pflanzenqualität und auf Baumarten, die auch mit den zukünftigen klimatischen Bedingungen gut zurechtkommen“, erklärt Betriebsleiter Daniel Meier, verantwortlich für den Standort in Bad Häring.

„Die Tiroler Landesforstgärten leisten mit der Produktion von Forstpflanzen, der Bereitstellung von Saatgut sowie mit Beratung und Unterstützung bei Wiederbewaldungsmaßnahmen einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Wälder. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels bilden klimafitte Baumarten eine zentrale Grundlage dafür, dass Wälder auch in Zukunft ihre vielfältigen Funktionen erfüllen können – als Lebensraum für Tier und Pflanzen, als Schutzwald, als wichtige wirtschaftliche Ressource, aber auch als Erholungsraum für uns Menschen“, betont LHStv Geisler abschließend. 

Der Besuch im Landesforstgarten in Bad Häring wurde auch filmisch begleitet und steht auf dem YouTube-Kanal des Landes zur Verfügung: https://youtu.be/ArVpNNAL3X0


Factbox Tiroler Landesforstgärten:
Die Tiroler Forstgärten bilden das Herzstück für die Wiederbewaldung und die Produktion klimafitter Baumarten. Sie liefern die Pflanzen, die nach Sturm-, Lawinen- oder Schneedruckschäden benötigt werden, und sichern so den langfristigen Schutzwald. Die Forstpflanzen werden in drei Betriebsgärten erzeugt: Stams, Bad Häring und Nikolsdorf. 

Aufgaben:

  • Saatgutgewinnung und -lagerung
  • Produktion klimafitter Forstpflanzen
    • Nadelhölzer wie Lärche, Fichte, Zirbe, Tanne und Kiefer
    • Laubhölzer wie Bergahorn, Buche, Eiche, Linde und Vogelbeere
    • Sträucher für ergänzende Pflanzungen bei Gemeinden und Privaten
  • Beratung von WaldbesitzerInnen und Gemeinden
  • Erhalt genetischer Vielfalt

Neu: Kühlhaus im Forstgarten Bad Häring

Einzigartig: Samenklenge im Forstgarten Nikolsdorf zur Aufbereitung von Zapfen – einzige in Westösterreich, mit geplanter Erweiterung durch ein neues Saatgut-Haus zur optimalen Lagerung für die Ansprüche der Baumarten

Über die Landesforstgärten vermarktete Pflanzen:

  • 2025: ca. 2,1 Millionen Stück Mischbaumarten
  • 2020 – 2025: Steigerung um 95 Prozent (von 1,1 auf 2,1 Millionen Pflanzen)

Kooperationen: Universitäten, Forschungsanstalten, grenzübergreifende Zusammenarbeit in der Euregio mit Südtirol und Trentino

Besonderheit: Schnelle Bereitstellung großer Pflanzenmengen nach Extremwetterereignissen und gezielte Unterstützung bei Aufforstungen von Schadflächen