Land Tirol und tirol kliniken: Versorgung für PAIS-Betroffene

Post-COVID-Koordinationsstelle wurde zur Erstanlaufstelle für alle postakuten Infektionssyndrome (PAIS) weiterentwickelt

  • Fachärztin mit Fokus auf Infektiologie ergänzt künftig Team am Landeskrankenhaus Innsbruck
  • Bereits mehr als 1.000 PatientInnen über das Versorgungsnetzwerk behandelt
  • Enge Vernetzung zwischen spezialisierter Einrichtung und niedergelassenem Bereich

Das Land Tirol setzt gemeinsam mit den tirol kliniken einen weiteren zentralen Schritt, um die Versorgung von PatientInnen mit Post-COVID sowie Erkrankungen wie ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) nach Infektionen nachhaltig zu verbessern. Mit April wird das Angebot im Bereich der postakuten Infektionssyndrome (PAIS) gezielt ausgebaut und strukturell weiterentwickelt. Damit reagiert das Land Tirol aktiv auf eine wachsende gesundheitspolitische Herausforderung: Schätzungen zufolge sind rund 80.000 Menschen in Österreich von komplexen postinfektiösen Krankheitsbildern betroffen, gleichzeitig sind die Versorgungsstrukturen österreichweit noch im Aufbau.

„Postinfektiöse Erkrankungen wie ME/CFS sind eine der großen gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Als Land Tirol übernehmen wir hier Verantwortung und bauen gemeinsam mit den tirol kliniken gezielt jene Strukturen auf, die es für eine verlässliche Versorgung braucht“, betont Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele.

Koordinationsstelle als Erstanlaufstelle

Im Zentrum steht die Weiterentwicklung der PAIS-Koordinationsstelle am Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV), die künftig noch enger mit den tirol kliniken verzahnt und optimiert wird. Bereits jetzt wird Betroffenen eine klar gesteuerte, medizinisch fundierte Versorgung geboten, die rasch Orientierung gibt und den Zugang zu spezialisierten Leistungen deutlich verbessert. „Über das bestehende Board wurden bislang rund 1.000 PatientInnen behandelt bzw. an die richtigen Stellen zugewiesen – ein wichtiger Schritt für mehr Struktur und Verlässlichkeit in der Versorgung“, erklärt LRin Hagele.

Personelle Verstärkung am Landeskrankenhaus Innsbruck

Ein wesentlicher Baustein ist die personelle Verstärkung an der Universitätsklinik für Innere Medizin II der tirol kliniken: Das Team wird durch eine spezialisierte Fachärztin mit Fokus auf Infektiologie erweitert. Damit wird das Landeskrankenhaus Innsbruck als zentraler Versorgungsstandort für postinfektiöse Erkrankungen weiterentwickelt.

Das Ziel: Klare Koordination und Anlaufstellen 

Die neue Struktur wird eng in das bestehende Versorgungsnetz eingebunden und stärkt insbesondere das Zusammenspiel zwischen spezialisierten Einrichtungen der tirol kliniken und dem niedergelassenen Bereich, in dem weiterhin der Großteil der Versorgung erfolgt. Gleichzeitig zeigt sich, dass insbesondere für schwerstbetroffene PatientInnen die bestehenden Angebote noch weiter verbessert werden müssen, betont LRin Hagele: „Für diese Gruppe braucht es weiterführende, spezialisierte Lösungen – durchaus auch angelehnt an Modelle aus anderen Bundesländern.“ Das Ziel dabei ist für die Gesundheitslandesrätin eindeutig: „Viele Betroffene erleben derzeit noch lange und belastende Wege durch das Gesundheitssystem. Unser Anspruch ist klar: bessere Koordination, klare Zuständigkeiten und eine starke zentrale Anlaufstelle. Genau das setzen wir jetzt Schritt für Schritt um“, so LRin Hagele abschließend.