LH Mattle: „Tirol holt EU-Gelder ab und setzt konkrete Projekte um“

Aktuelles aus der Regierungssitzung

  • EU-, Bundes- und Landesmittel machen Realisierung von zwölf Projekten in Tirol möglich
  • Tiroler Landesregierung beschloss Ko-Finanzierung in Höhe von knapp 900.000 Euro 
  • LH Mattle hält an Regionalisierungsmitteln der EU fest und sieht Zentralisierung kritisch
  • Wöchentliches Update „Vereinfachung & Entbürokratisierung“: Unterstützung bei der Betreuung von Gemeindearchive

Regionen zu stärken heißt, in konkrete Vorhaben zu investieren. Viele Projekte werden erst durch das Zusammenspiel von EU-, Landes- und Bundesmitteln möglich – vom Naturschutz über die Pflege bis zu Innovationen im Bildungs- und Gesundheitsbereich. Heute, Dienstag, beschloss die Tiroler Landesregierung auf Antrag von LH Anton Mattle die Ko-Finanzierung von zwölf EU-geförderten Projekten in Höhe von knapp 900.000 Euro. „Wir holen EU-Gelder ab, damit gute Ideen vor Ort Wirkung entfalten – von leistbarem Wohnraum über erneuerbare Energie bis hin zur Augengesundheit. Jeder Euro stärkt den ländlichen Raum, unterstützt Gemeinden und Betriebe und kommt den Menschen direkt vor Ort in ihrem Alltag zugute“, betont LH Mattle. LHStv Philip Wohlgemuth hebt hervor: „Die heute beschlossenen Projekte zeigen, wie viel bewegt werden kann, wenn EU-, Bundes- und Landesmittel sinnvoll zusammenspielen. Ob Wohnen, Innovation, Klimaschutz oder Gesundheitsversorgung – die Förderungen schaffen konkrete Verbesserungen für die Menschen in Tirol. Gerade deshalb braucht es auch in Zukunft starke Regionen mit direktem Zugang zu EU-Mitteln, damit gute Ideen dort umgesetzt werden können, wo sie entstehen: vor Ort.“

Breite Themen, klare Wirkung

Insgesamt fließen mit den heute beschlossenen Projekten bzw. der Ko-Finanzierung Tirols rund 540.000 Euro an EU-Mitteln direkt in die Tiroler Regionen. Diese werden durch Bundes- und Landesmittel ergänzt. „Die Bandbreite der Projekte ist einmal mehr sehr vielfältig und zeigt, dass mit der Umsetzung dieser Vorhaben zentrale Zukunftsfragen adressiert werden: Kreislaufwirtschaft, Innovation, Digitalisierung oder Lösungen im Gesundheitswesen“, betont LH Mattle, dass viele der Projekte ohne die Unterstützung durch die EU-Mittel schlichtweg nicht möglich wären. 

Dahingehend erneuert LH Mattle seine kritische Haltung, wie es mit der sogenannten Kohäsionspolitik der Europäischen Union weitergeht. Bislang konnten die europäischen Regionen die EU-Gelder direkt abholen, künftig sollen die Nationalstaaten mit „Nationalen und regionalen Partnerschaftsplänen“ (NRPP) über die Geldmittelverwendung entscheiden. „Ich sehe diese Zentralisierung sehr kritisch. Die EU-Kohäsionspolitik hat zum Ziel, dass die europäischen Regionen wachsen, konkrete Projekte umgesetzt werden und die EU zusammenwächst. Beim EU-Budget geht es um viele Milliarden Euro, von denen die Regionen, Provinzen und Bundesländer und damit die Bevölkerung direkt profitieren. Es ist notwendig, diese finanzielle Mittel abzusichern und funktionierende Strukturen aufrechtzuerhalten. Für mich müssen diese Regionalisierungsmittel weiterhin dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit auszubauen, Arbeitsplätze zu sichern, Energie-Abhängigkeiten zu beenden und regionale Kreisläufe zu stärken“, so LH Mattle. Insgesamt profitiert Tirol in der laufenden Förderperiode von insgesamt knapp einer Milliarde Euro aus den EU-Programmen (ELER, EFRE, ESF, INTERREG).

„Die Mittel der Kohäsionspolitik für Tirol sind maßgeblich, wie auch die heute beschlossenen Projekte zeigen“, sagt LH Mattle, dass man „diese Finanzmittel auch künftig braucht, um als Land gemeinsam mit Bundes- und EU-Mitteln solche wichtigen Vorhaben realisieren zu können. Als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz mache ich mich dafür stark, dass die Menschen in den Regionen weiterhin direkt von der Europäischen Union profitieren.“

Diese Projekte profitieren in den Tiroler Bezirken

Bezirk Innsbruck-Land: 

  • Telfs: Projekt „Wohnzimmer“ – Seniorentreffpunkt in Telfs, ein dauerhaft nutzbarer, barrierefreier und inklusiver Begegnungs- und Aktivitätsraum
  • Polling: „Sammlung Wellscheller digital – Digitalisierung und Erfassung der Dorfchronik Polling in Tirol“; als Pilotprojekt hat es zudem Modellcharakter und schafft Grundlagen für moderne, nutzerorientierte Archivzugänge
  • Seefeld: Barrierefreies Multi-Sportzentrum – bestehende Skirollerstrecke wird zu barrierefreier und inklusiver Bewegungsinfrastruktur inkl. zeitlich gesteuertes Nutzungssystem und barrierefreie Informations- und Leitsysteme
  • Wipptal: VisioWipptal – Augengesundheit & Optometrie Wipptal als regionales Zentrum für niederschwellige augenoptische Gesundheitsdienstleistungen
  • Wipptal: Sattelberg-ALM-Seminar Wipptal – ein modern ausgestatteter Seminarraum zur Erweiterung der touristischen Infrastruktur und Stärkung als Seminardestination vor Ort

Bezirk Kitzbühel

  • Waidring: Errichtung eines naturnahen Spielplatzes unter Einsatz natürlicher Materialien und abwechslungsreicher Spielelemente

Bezirk Landeck

  • Pfunds: Sanierung Greiter Säge durch Neuanschaffung eines Wasserrades, notwendige Erhaltungsmaßnahmen und Dachsanierung
  • LAG-Management Landeck 2026-2027 – Abwicklungsstelle für EU-Förderungen in der Region sowie zentrale Plattform für Austausch und Vernetzung
  • St. Anton: Erkundungsmaßnahmen 2025-2027 Markusstollen – eine vermutete Kaverne in rund 120 Metern Tiefe soll zugänglich gemacht werden; der Stollen soll standsicher ausgebaut und für BesucherInnen begehbar gemacht werden
  • St. Anton: Digitalisierung „Stumme Zeitzeugen“ – das kulturelle und gesellschaftliche Erbe St. Antons soll nachhaltig bewahrt und einer internationalen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden
  • Schönwies: LED-Straßenbeleuchtung durch den Einsatz energieeffizienter LED-Leuchten
  • Serfaus: Ökologische Baubegleitung für Klimaaktiv Zertifizierung TVB Neubau Serfaus – Ziel: energieeffizientes, schadstofffreies und langfristig wirtschaftliches Gebäude mit hoher Ausführungsqualität


Kurzmeldungen aus der Regierungssitzung

Unterstützung bei der Betreuung von Gemeindearchive – wöchentliches Update „Vereinfachung & Entbürokratisierung“: Die Tiroler Gemeinden sind verpflichtet, Unterlagen per Gesetz archivieren. Bei dieser Arbeit werden sie fachlich vom Tiroler Landesarchiv unterstützt. Auch das Tiroler Bildungsforum hilft durch eine Vorortbetreuungen im Ausmaß von 20 Wochenstunden. Diese Kosten trägt das Land Tirol. Auf Antrag von Kultur- und Gemeindereferent LH Anton Mattle beschloss die Tiroler Landesregierung heute, Dienstag, für das Jahr 2026 rund 65.000 Euro bereitzustellen. „Der Tirol Konvent soll Prozesse optimieren und Regeln vereinfachen. Das Land Tirol ist aber auch insgesamt bemüht, die Gemeinden bei bestehenden Aufgaben zu unterstützen. Durch die Hilfestellungen des Tiroler Landesarchivs und des Tiroler Bildungsforums werden Synergien bestmöglich genutzt. Das Tiroler Bildungsforum betreut das Chronikwesen seit vielen Jahren und ist dafür auch vor Ort in den Gemeinden tätig. Gleichzeitig verfügt das Tiroler Landesarchiv über umfassendes Expertenwissen rund um Archivierungen, das an die Gemeinden weitergegeben wird. Das Land Tirol ist den Gemeinden starker Partner – auf vielen Ebenen, auch im Archivwesen.“