- Seit einem Jahr: Möglichkeit einer Anstellung mit sozialversicherungsrechtlicher Absicherung für Pflegepersonen
- Derzeit über 80 Pflegepersonen in Tirol angestellt
- Konzept auf Basis erster Erfahrungen weiterentwickelt
Pflegeeltern nehmen ein Kind auf, wenn dieses aller Voraussicht nach nicht mehr bei seinen leiblichen Eltern leben kann. 2024 befanden sich in Tirol 281 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Pflegefamilien. Um Pflegepersonen bestmöglich zu unterstützen, wurde in Tirol mit November 2024 die Möglichkeit auf ein Anstellungsverhältnis und damit eine sozialversicherungsrechtliche Absicherung eingeführt. Derzeit nehmen über 80 Pflegepersonen dieses Angebot in Anspruch. Auf Antrag von Kinder- und Jugendhilfelandesrätin Eva Pawlata beschloss die Landesregierung vor Kurzem eine Weiterentwicklung des Konzepts, basierend auf den im ersten Jahr gesammelten Erfahrungen. Künftig sollen unter anderem die verpflichtenden Pflegeelternrunden – regelmäßige Treffen zum Austausch und zur Beratung von Pflegepersonen – flexibler gestaltet werden.
„Das Anstellungsmodell für Pflegeeltern bringt vor allem jenen Pflegepersonen eine spürbare finanzielle Entlastung und soziale Absicherung, die bisher nicht oder nur teilzeitbeschäftigt waren. Die Nachfrage sowie die Rückmeldungen zeigen, dass sich das Modell in der Praxis bewährt hat – und dass es sinnvoll ist, einzelne Rahmenbedingungen weiter zu spezifizieren, um noch besser auf die Bedürfnisse der Pflegepersonen eingehen zu können“, betont LRin Pawlata.
Ziel der Anpassungen ist es, den unterschiedlichen Lebenssituationen der Pflegepersonen noch besser Rechnung zu tragen. Durch mehr Flexibilität bei verpflichtenden Terminen soll insbesondere die Vereinbarkeit mit Betreuungspflichten verbessert werden. Darüber hinaus wurde das Anstellungskonzept an die geltenden Bestimmungen des Informationsfreiheits- und Datenschutzgesetzes angepasst.
Unterstützung im Pflegealltag
Die Anstellung gilt für den Mehraufwand, der mit einem Pflegeverhältnis einhergeht, wie zum Beispiel die Dokumentation, die Biografiearbeit oder der Besuch von Fortbildungen und Pflegeelternrunden. Pflege und Erziehung werden weiterhin über das Pflegeelterngeld abgedeckt. Je nach Art des Pflegeverhältnisses kann das Stundenausmaß variieren. Für ein klassisches Pflegeverhältnis ist eine Anstellung von acht Stunden pro Woche vorgesehen. Der Dienstvertrag wird mit dem Samariterbund Tirol abgeschlossen.
Mehr Informationen zur Pflegeelternschaft finden sich auf der Website der Kinder- und Jugendhilfe.
