„Mental Health Day“ stärkt Bewusstsein für psychische Gesundheit an Schulen

180 SchulleiterInnen aus den Bezirken Kitzbühel, Kufstein und Lienz nahmen teil

  • Kostenlose Präventionsprogramme sichern Unterstützung für SchülerInnen und Lehrkräfte
  • Fünf weitere Stellen im Bereich der Schulpsychologie für das Schuljahr 2026/27 

Psychische Gesundheit rückt in Tiroler Schulen in den Mittelpunkt. Diese Woche stand die Mittelschule Kitzbühel deshalb ganz im Zeichen dieses Themas: Rund 180 SchulleiterInnen aus den Bezirken Kitzbühel, Kufstein und Lienz folgten der Einladung von Bildungslandesrätin Cornelia Hagele und Bettina Ellinger, Abteilungsleiterin der Bildungsregion Tirol Ost der Bildungsdirektion für Tirol, um sich beim „Mental Health Day“ intensiv mit Resilienz, psychischer Gesundheit und Unterstützungsangeboten für SchülerInnen und Lehrkräfte auseinanderzusetzen.

„Psychische Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und Lehren. Mit Initiativen wie dem ‚Mental Health Day‘ wollen wir unsere Schulen verstärkt für das Thema sensibilisieren. Gleichzeitig investieren wir laufend in verschiedene Präventionsprogramme – von der ‚LehrerInnen-Gesundheit‘ über die ‚Gesunde Schule‘ bis hin zur Schulpsychologie. Unser Ziel ist es, ein Bildungssystem zu gestalten, das Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte stärkt, unterstützt und ihr Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellt“, betonte LRin Hagele.

Gesunde Schule für alle

Präsentiert wurden unter anderem die erfolgreichen Programme „LehrerInnen-Gesundheit: Gestärkt für den Schulalltag“ sowie die „Gesunde Schule Tirol“. Diese richten sich gezielt an die Gesundheit der SchülerInnen und PädagogInnen an Tirols Schulen. Die Kooperationsprojekte des Landes Tirol, der Pädagogischen Hochschule Tirol (PH Tirol), der Bildungsdirektion für Tirol, der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), der Kranken- und Unfallfürsorge des Landes Tirol (KUF) und der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) sind für die teilnehmenden Schulen kostenfrei. Ziel ist es, Belastungen im Schulalltag wirksam zu reduzieren und Gesundheitsförderung im Schulalltag erfolgreich zu verankern. Aktuell tragen insgesamt 93 Schulen in Tirol das Gütesiegel „Gesunde Schule Tirol“ und bereits 137 Schulen setzen das Projekt „LehrerInnen-Gesundheit“ aktiv vor Ort um. 

„Frühe Unterstützung verhindert langfristige Belastungen“

Einen Einblick in das Erkennen von Risikogruppen im schulischen Kontext gab der Klinische- und Gesundheitspsychologe Dietmar Kratzer vom Institut für Psychologie der Universität Innsbruck: „Schule ist einer der zentralen Lebensräume von Kindern und Jugendlichen – und damit auch ein Schlüsselort für Prävention. Entscheidend ist, Risikogruppen frühzeitig zu erkennen und Warnsignale ernst zu nehmen. Gleichzeitig dürfen wir den Blick nicht nur auf Problemlagen richten, sondern müssen gezielt Schutzfaktoren und Resilienz stärken. Das bedeutet: Vertrauen, Partizipation, stabile Beziehungen und eine Kultur des achtsamen Aufeinanderschauens aufbauen. Dies zusammen mit guter Vernetzung und dem Wissen, wo Schulen Unterstützung bekommen, können Belastungen früh abgefedert und langfristige negative Entwicklungen verhindert werden.“

Über kostenlose Präventionsprogramme für Schulen informierten das Jugendrotkreuz und die Tiroler Fachstelle für Suchtprävention kontakt&co. Diese werden für SchülerInnen von der Volksschule über die Berufsschule bis hin zur Matura angeboten und setzen sich mit dem Thema mentale Gesundheit in Zusammenhang mit dem Umgang mit Langeweile, Konsumorientierung und Mediennutzung auseinander. Weitere Informationen zu den Schulangeboten von kontakt&co finden sich unter www.kontaktco.at/angebote/schule.

Ausbau der Schulpsychologie an Tirols Schulen

Auch die Bildungsdirektion für Tirol setzt einen klaren Schwerpunkt auf psychosoziale Unterstützung. Für das Schuljahr 2026/27 wird die Schulpsychologie an den Pflicht- und weiterführenden Schulen um weitere fünf Stellen aufgestockt (siehe Pressemitteilung, vom 25. Jänner 2026). Die Schulpsychologie steht SchülerInnen und Eltern bzw. Erziehungsberechtigten, aber auch Lehrkräften und der Schulleitung kostenlos und vertraulich zur Verfügung. „Mit der Schulpsychologie stärken wir die psychosoziale Versorgung direkt an den Schulstandorten. Unser Anspruch ist es, Hilfe niederschwellig, vertraulich und kostenfrei anzubieten – für Kinder und Jugendliche ebenso wie für Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Schulleitungen. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es ein starkes, professionelles Netzwerk direkt am Standort“, so die Bildungslandesrätin. 

Zusätzlich ist die bundesweite Schulpsychologie-Hotline rund um die Uhr unter 0800 211 320 erreichbar. Als Ergänzung steht auch das bundesweite Angebot „Gesund aus der Krise“ zur Verfügung, das Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 21 Jahre eine kostenlose psychologische Behandlung ermöglicht.