Neue Folge des Podcast „ins Land einihören“

Gespräch mit langjährigem Nationalparkdirektor Hermann Stotter

  • Hermann Stotter leitete den Nationalpark Hohe Tauern Tirol 35 Jahre lang 
  • Zusammenarbeit mit GrundbesitzerInnen als Erfolgsfaktor
  • Von großer Skepsis zum beliebten Erholungsgebiet 

Der Nationalpark Hohe Tauern ist das größte Schutzgebiet Mitteleuropas und das älteste in Österreich. Über 1.800 Quadratkilometer in drei Bundesländern stehen unter Schutz. Für die 643 Quadratkilometer in Tirol ist seit der Gründung des Nationalparks im Jahr 1991 der gebürtige Osttiroler Hermann Stotter als Direktor verantwortlich. Nun geht er in den Ruhestand. In der neuen Folge des Podcasts des Landes „ins Land einihören“ erzählt Stotter von der Entwicklung des Nationalparks vom höchst umstrittenen Projekt zum Aushängeschild Osttirols, von seinem beruflichen Alltag und seinen Visionen für die Zukunft. 

Naturschutz ist nur möglich, wenn alle an einem Strang ziehen

Viele wissen es vielleicht nicht, doch die Anfänge des Nationalparks Hohe Tauern Tirol waren mit großen Herausforderungen verbunden. Ein Großteil der Bevölkerung von Matrei in Osttirol sprach sich bei einer Volksbefragung gegen den Nationalpark aus. Es galt, zahlreiche private Grundbesitzer von der Idee und den Vorteilen zu überzeugen. Für Stotter war von Anfang an klar: Er möchte den Menschen Gehör schenken und die Interessen von Jagd, Landwirtschaft, Almbäurinnen und -bauern sowie dem Naturschutz unter einen Hut bringen. Insbesondere die ersten 15 Jahre nach der Gründung waren nicht einfach und es gab teils sogar persönliche Anfeindungen gegen den Nationalparkdirektor. Er erzählt, wie es ihm trotzdem gelungen ist, alle ins Boot zu holen und, dass mit der Anerkennung durch die Weltnaturschutzorganisation IUCN als Schutzgebiet im Jahr 2006 ein großer Meilenstein erreicht wurde. 

Pragmatismus als Erfolgsrezept 

Als klassischen Naturschützer sieht sich der studierte Agrarwissenschaftler nicht: „Ich bin Pragmatiker. Es geht darum, einen Ausgleich zu finden zwischen Naturschutzinteressen und den Interessen der Grundbesitzer.“ In seinen 35 Jahren als Nationalparkdirektor hat sich viel getan: Heute liegt neben der Forschungs- und Naturschutzarbeit ein wesentlicher Fokus auf dem Bildungsauftrag des Nationalparks. Neben zahlreichen Nationalparkschulen und einem Kindergarten werden im Haus des Wassers regelmäßig Kinder und Jugendliche über diesen einzigartigen Lebensraum informiert und für den Natur- und Klimaschutz sensibilisiert. Die ZuhörerInnen erfahren auch, dass sich die Arbeit als Nationalparkdirektor hauptsächlich indoor – im Büro und bei zahlreichen Besprechungen – abspielt. Den Nationalpark kennt Stotter natürlich trotzdem wie seine Westentasche. Zum Abschied blickt er positiv in die Zukunft des Nationalparks und verrät auch noch seinen persönlichen Lieblingsplatz, um in den Hohen Tauern die Seele baumeln zu lassen. 


Podcast-Folge auf allen gängigen Podcast-Plattformen

Der Podcast „ins Land einihören“ ist im Audio-Format auf allen gängigen Podcast-Plattformen abrufbar und als Video auf der Website des Landes Tirol oder auf dem YouTube-Kanal des Landes www.youtube.at/unserlandtirol zu sehen.

Die nächste folge von „ins Land einihören“ erscheint am 27. Februar 2026.