- Einzigartig in Österreich: Diabetesregister Tirol (DRT) als Grundlage für heimische Diabetesversorgung
- Rund 70.000 TirolerInnen von Diabetes mellitus Typ 2 betroffen
- Neuer Jahresbericht des Diabetesregisters Tirol für 2024 veröffentlicht
Knapp 70.000 – so viele Menschen sind in Tirol schätzungsweise von Diabetes mellitus Typ 2 betroffen. Damit zählt die Erkrankung laut LRin Cornelia Hagele zu den grundlegendsten Herausforderungen der Gegenwart: „Diabetes ist neben Herz-Kreislauferkrankungen und Krebserkrankungen eine der größten gesundheitlichen Aufgaben im 21. Jahrhundert“, betont die Gesundheitslandesrätin. Mit dem Start eines Pilotprojekts zur integrierten Diabetesversorgung im Bezirk Kufstein setzt Tirol gezielt Maßnahmen, um Vorsorge, Behandlung und Betreuung weiter auszubauen. Zudem wurde der neue Jahresbericht des Diabetesregisters Tirol (DRT) veröffentlicht.
Pilotprojekt im Bezirk Kufstein: Start für integrierte Diabetesversorgung
Diabetes zählt mit einem geschätzten Auftreten von neun Prozent zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Österreich. Vor diesem Hintergrund startet ab Jänner 2026 über das Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol (LIV Tirol, Koordinationsstelle Diabetes mit Koordinatorin Agnes Loidl) ein neues Pilotprojekt zur integrierten Diabetesversorgung. In der ersten Phase werden PatientInnen aus dem Raum Kufstein über ihre HausärztInnen bzw. FachärztInnen und die Diabetesambulanz des BKH Kufstein in ein neues Beratungs- und Behandlungsnetzwerk bei Diabetes mellitus Typ 2 aufgenommen. Dieses umfasst Diabetesberatungen, Ernährungsberatungen sowie Gruppenschulungen und telemedizinische Folgeberatungen. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre, die Kosten von rund 400.000 Euro werden je zur Hälfte von Sozialversicherung und Land Tirol getragen.
„Dieses Pilotprojekt ist einzigartig in Österreich. Es bietet ein engmaschiges Netzwerk aus Medizin, Beratung und Prävention“, informiert Gesundheitslandesrätin Hagele. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen Menschen mit Diabetes frühzeitig und wohnortnah betreuen – damit es gar nicht erst zu Langzeitfolgen kommt.“ Zu den Folgen von Diabetes gehören beispielsweise erhöhte kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität und vaskuläre Erkrankungen. Das bedeutet, dass Diabetes das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vergrößern kann, wodurch Betroffene häufiger einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden. Außerdem schädigt Diabetes die Blutgefäße, was zu Durchblutungsstörungen und anderen Gefäßerkrankungen führen kann. Die aus dem Pilotprojekt gewonnenen Erkenntnisse sollen in weiterer Folge auf andere Bezirke ausgeweitet werden und langfristig in ein dauerhaftes integriertes Versorgungsprogramm münden. Das Diabetesregister Tirol bildet dabei die zentrale Basis für Evaluierung und Weiterentwicklung.
Neuer Jahresbericht des Diabetesregisters Tirol 2024
„Wenn wir die Versorgung verbessern wollen, brauchen wir Fakten. Das Diabetesregister Tirol liefert uns seit Jahren belastbare Daten – und damit die Grundlage für unsere Entscheidungen im Sinne der Patientinnen und Patienten“, erklärt LRin Hagele. Das Diabetesregister Tirol wurde 2006 gegründet und umfasst mittlerweile Daten von rund 33.000 DiabetespatientInnen. Es ist das einzige Register für erwachsene Betroffene in Österreich und liefert eine hochwertige Informationsgrundlage für Analyse, Qualitätssicherung und Gesundheitsplanung. Der aktuelle Jahresbericht zeigt: Diabetes ist eine weitverbreitete chronische Erkrankung, bei der familiäre Vorbelastung eine Rolle spielt. Die weiteren Risikofaktoren – wie Fehlernährung und Bewegungsmangel – sind allerdings beeinflussbar. Das Diabetesregister Tirol wird jährlich vom IET – Institut für klinische Epidemiologie herausgegeben.
Für das Jahr 2024 meldeten 12 teilnehmende Tiroler Krankenhausabteilungen und internistische Praxen knapp 5.400 erwachsene PatientInnen, davon zwei Drittel mit Diabetes mellitus Typ 2. „Das Diabetesregister ermöglicht uns einen Blick auf den Ist-Stand der Versorgung. Die Datenbank zeigt, welche Angebote gut funktionieren – und wo wir gezielt nachschärfen müssen“, unterstreicht LRin Hagele. „Gerade angesichts von Folgeerkrankungen ist eine datenbasierte Versorgung unverzichtbar.“
