Pilotphase für Verkehrsmaßnahmen im Raum Kitzbühel startet

Maßnahmen werden von Verkehrsplanungsbüro ausgearbeitet, begleitet und evaluiert

  • Nach Gesprächen mit Bürgermeistern: Verkehrslenkende Maßnahmen werden im Raum Kitzbühel getestet
  • Dosierampel, Fahrverbote und Verkehrszählung: Pilotbetrieb an ausgewählten Wochenenden im Juli und August zur Entlastung der Gemeinden Aurach, Jochberg und Kitzbühel

In Tirol kommt es insbesondere an den Reisewochenenden im Sommer und Winter zu hohem Verkehrsaufkommen, Staus und Ausweichverkehr. Das Land Tirol steuert mit Maßnahmen wie Fahrverboten auf dem niederrangigen Straßennetz, zusätzlichen Kontrollen und Dosierampeln gegen. Bisher gab es im Bezirk Kitzbühel keine derartigen Maßnahmen. An der B 161 Pass-Thurn-Straße kommt es jedoch zu hohem Verkehrsaufkommen in den Ortsgebieten, die den regulären Verkehrsfluss behindern. Zudem weichen Pkw bei längeren Verzögerungen auf die Nebenstraßen in den Gemeinden aus und haben damit direkten Einfluss auf das tägliche Leben in den Orten und negative Auswirkungen auf die Verkehrs- und Versorgungssicherheit. Nach Gesprächen mit den Bürgermeistern der Gemeinden, Aurach, Jochberg und Kitzbühel Anfang des Jahres werden daher nun verkehrsorganisatorische Maßnahmen im Pilotbetrieb getestet.

„Aktuell gibt es knapp 40 Fahrverbote in Tirol, um Ausweichverkehr auf das niederrangige Straßennetz bestmöglich zu verhindern. Darüber hinaus haben wir an bestimmten Streckenabschnitten Dosierampeln im Einsatz, welche die Verkehrsflüssigkeit sowie die Versorgung in den Ortschaften sicherstellen. Mir ist wichtig zu betonen, dass diese Maßnahmen immer auf einer entsprechenden rechtlichen und fachlichen Grundlage beruhen müssen und nicht auf bloßen Zuruf verordnet werden können. Deshalb schauen wir uns die Situation rund um den Pass Thurn nun mit Unterstützung von Expertinnen und Experten in einer ersten Pilotphase genau an und können dann mit der vorliegenden Evaluierung entscheiden, welche Maßnahmen in welchem Umfang wirksam und gerechtfertigt sind und die Bevölkerung auch entlasten“, erklärt Verkehrslandesrat René Zumtobel.

2025 wurden an der Verkehrszählstelle in Jochberg durchschnittlich 10.264 Kfz pro Tag registriert – mit zum Teil stark ausgeprägten Spitzen an den Wochenenden mit bis zu 17.000 Kfz pro 24 Stunden. Für den nun startenden Pilotbetrieb wurden bereits Verkehrsdaten ausgewertet und Staus in der Vergangenheit analysiert. Das Fazit der Auswertungen: Viele der Staus hängen mit Großveranstaltungen zusammen und insbesondere die Verkehrsknoten in der Stadt Kitzbühel stoßen an Spitzentagen an die Belastungsgrenze. Das Stauaufkommen ist an Spitzentagen insbesondere in der Fahrtrichtung Norden (Deutschland) erheblich und erstreckt sich an einzelnen Tagen über Jochberg hinaus.

Dosierampel, Fahrverbote und Verkehrszählung – weitere Vorgehensweise wird im Herbst besprochen

Um ein noch genaueres Bild zu bekommen, werden ab Mitte Juli Verkehrszählungen durchgeführt und Fußgängerströme, die durch Straßenquerung auch Einfluss auf den Durchzugsverkehr haben, analysiert. Zu einem ersten Probebetrieb der angedachten und mit den Gemeinden abgestimmten verkehrsorganisatorischen Maßnahmen wird es dann am 24. und 25. Juli 2026 kommen. An diesen Tagen wird aufgrund einer Veranstaltung mit hohem Verkehrsaufkommen gerechnet. Als Vergleich wurde ein Wochenende im August gewählt – hier wird mit einem für den Sommer durchschnittlichen Verkehrsaufkommen gerechnet. 

Konkret geht es aktuell um den testweisen Einsatz einer Dosierampel im Bereich Jochberg und Durchfahrtsverbote für den Ausweichverkehr am parallelen niederrangigen Straßennetz. Nach Datensammlung und Probetrieb wird die weitere Vorgehensweise in enger Abstimmung mit den Bürgermeistern im Herbst besprochen, wobei Erkenntnisse auch für mögliche Maßnahmen in Fahrtrichtung Süden (Pass Thurn, Salzburg) gewonnen werden. 

Andreas Wurzenrainer, Bürgermeister von Aurach: „Die Verkehrsbelastung an Reisewochenenden ist für unsere Bevölkerung seit Jahren ein zentrales Thema. Ich bin überzeugt, dass diese Testmaßnahmen ein richtiger und notwendiger Schritt sind – ich freue mich, dass wir das jetzt gemeinsam mit dem Land Tirol und allen Partnern umsetzen. Danke an alle, die dazu beigetragen haben.“ 

Günter Resch, Bürgermeister von Jochberg: „Ich bedanke mich beim Land Tirol und insbesondere bei den Mitarbeitern der Verkehrsabteilung für die professionelle Vorbereitung und Zusammenarbeit. Die Variante, die nun getestet wird, ist für Jochberg sehr positiv. Ich bin überzeugt, dass Lösungen gefunden werden können.“ 

Klaus Winkler, Bürgermeister von Kitzbühel: „Die immensen Staubildungen während der Hochsaison sind ein großes Problem für die Bevölkerung und vor allem auch unsere heimischen Betriebe. Ich bin daher sehr froh, dass wir jetzt gemeinsam mit Verkehrsexperten des Landes Tirol an Lösungen für diese Problematik arbeiten.“