- Gemeinde- und bezirksübergreifende Zusammenarbeit
- Umfassende Schutzmaßnahmen auf rund 13 Kilometern zwischen Wörgl und Hopfgarten
- Retentionsbecken Itter als zentraler Ausgleich
Mit dem offiziellen Spatenstich startet eines der zentralen Hochwasserschutzprojekte im Tiroler Unterland: das Hochwasserschutzprojekt an der Brixentaler Ache. Ziel des Vorhabens ist es, Bevölkerung, Siedlungsräume und Infrastruktur in mehreren Gemeinden der Bezirke Kitzbühel und Kufstein nachhaltig vor den zunehmenden Folgen von Extremwetterereignissen zu schützen. Dabei wurden die geplanten Maßnahmen, der Bauablauf sowie die Bedeutung des Projekts für die gesamte Region vorgestellt.
„Der Schutz der Bevölkerung vor Naturgefahren wie Hochwasser ist mir ein großes Anliegen. Daher investieren wir als zuständiges Bundesministerium in ganz Österreich laufend in bauliche Maßnahmen und ökologische Verbesserungen. Für den ersten Bauabschnitt des Hochwasserschutzes entlang der Brixentaler Ache stellen wir rund 10,5 Millionen Euro zur Verfügung. Jeder Euro, den wir in Hochwasserschutz investieren, ist eine Investition für mehr Sicherheit, für mehr Ökologie und stärkt auch die regionale Wirtschaft“, erklärte Wasserminister Norbert Totschnig anlässlich der Spatenstichfeier. Auch LHStv Josef Geisler betonte heute die Bedeutung des Projekts für die Region: „Die zunehmenden Extremwetterereignisse zeigen deutlich, wie wichtig vorausschauender Hochwasserschutz ist. Das Hochwasserschutzprojekt an der Brixentaler Ache ist ein wichtiger Schritt, um die Region widerstandsfähiger gegenüber künftigen Extremwetterereignissen zu machen. Auch wenn es keinen hundertprozentigen Schutz geben kann, bin ich davon überzeugt, dass wir mit diesem Projekt gezielt in die Sicherheit der Menschen, der Betriebe und der Infrastruktur investieren – und das gemeinde- und bezirksübergreifend.“
Bund, Land und Gemeinden ziehen an einem Strang
Bauherr für das Vorhaben ist der Hochwasserschutzverband Brixentaler Ache. Mitglieder des Verbandes sind neben den sieben Gemeinden auch mehrere zentrale Infrastrukturträger: die Landesstraßenverwaltung, die TIWAG, die ÖBB sowie die Stadtwerke Wörgl. Christian Sandbichler, Obmann des Hochwasserschutzverbandes Brixentaler Ache bedankt sich für die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten: „Hochwasserschutz endet nicht an Gemeindegrenzen. Dieses Projekt ist ein starkes Zeichen für die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Gemeinden und Infrastrukturträger sowie Land Tirol und Bund. Gemeinsam schaffen wir wirksame Schutzmaßnahmen entlang der gesamten Brixentaler Ache und sorgen dafür, dass Hochwasser kontrolliert und sicher abgeführt werden kann.“ Die Kosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich auf rund 12,2 Millionen Euro und werden gemeinsam von Bund, Land und Hochwasserschutzverband getragen.
Erster Bauabschnitt an der Brixentaler Ache zwischen Wörgl und Hopfgarten
Das gesamte Hochwasserschutzprojekt gliedert sich in zwei Teilprojekte (Teilprojekt A und Teilprojekt B), die künftig gemeinsam alle sieben Mitgliedsgemeinden des Verbandes vor einem 100-jährlichen Hochwasser schützen sollen. Das Teilprojekt B zwischen Wörgl und Hopfgarten wird in drei Bauabschnitten umgesetzt. Die Fertigstellung des gesamten Teilprojektes ist bis 2029 vorgesehen. Anschließend soll mit der Umsetzung von Teilprojekt A zwischen Brixen im Thale und Hopfgarten begonnen werden.
Die zwischen Wörgl und Hopfgarten umgesetzten Maßnahmen sollen künftig rund 80 Hektar Fläche in den Gemeinden Angath, Wörgl, Kirchbichl, Itter und Hopfgarten sowie Anlagen der Landesstraßenverwaltung und ÖBB besser schützen: Auf rund 13 Kilometern zwischen Wörgl und Hopfgarten entstehen Dämme, Mauern, Uferschutzbauten und Flussaufweitungen. Zudem müssen bestehende Uferschutzbauten saniert werden. Um das durch die Schutzmaßnahmen verdrängte Wasser nicht an die flussabwärts liegenden Gemeinden weiterzuleiten und dort die Hochwassersituation zu verschärfen, wird zum Ausgleich ein Retentionsbecken in der Gemeinde Itter errichtet. „Das geplante Rückhaltebecken in Itter kann rund 66.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen. Bei starkem Hochwasser wird dort überschüssiges Wasser zwischengespeichert. So können Hochwasserspitzen abgeflacht werden“, erklärt Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft und führt weiter aus: „Erst wenn das Hochwasser zurückgeht, wird das Wasser langsam und kontrolliert wieder in die Brixentaler Ache abgeleitet.“
Erste Maßnahmen wurden bereits umgesetzt
Bereits vor dem offiziellen Projektstart wurden erste Maßnahmen realisiert: Als vorgezogene Maßnahme wurde bereits im September 2024 mit dem Neubau der Rendlbrücke zwischen Wörgl und Kirchbichl begonnen, der im Mai 2025 abgeschlossen wurde. Der offizielle Startschuss erfolgte im Beisein von VertreterInnen der beteiligten Gemeinden und Infrastrukturträger des Hochwasserschutzverbandes Brixentaler Ache sowie VertreterInnen des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und des Landes Tirol.
Factbox:
Beteiligte Gemeinden Hochwasserschutzverband Brixentaler Ache:
- Brixen im Thale (Bezirk Kitzbühel)
- Westendorf (Bezirk Kitzbühel)
- Hopfgarten (Bezirk Kitzbühel)
- Itter (Bezirk Kitzbühel)
- Kirchbichl (Bezirk Kufstein)
- Wörgl (Bezirk Kufstein)
- Angath (Bezirk Kufstein)
Beteiligte Infrastrukturträger im Hochwasserschutzverband Brixentaler Ache:
- Landesstraßenverwaltung
- TIWAG
- ÖBB
- Stadtwerke Wörgl
Bauablauf Teilprojekt B zwischen Wörgl und Hopfgarten:
- Vorgezogenen Maßnahme Bereich Rendlbrücke (abgeschlossen), Investitionskosten 1,1 Millionen Euro
- Bauabschnitt 1: Gemeinden Angath, Wörgl, Kirchbichl und Itter, Investitionskosten 12,2 Millionen Euro
- Bauabschnitt 2: Gemeinde Kirchbichl (Bruckhäusl), Investitionskosten 5,1 Millionen Euro
- Bauabschnitt 3: Gemeinde Hopfgarten, Investitionskosten 10,4 Millionen Euro





