- Übung mit fiktivem Extremwetterszenario sowie Realübung mit simuliertem Hubschrauberabsturz
- Einsatzkräfte sowie behördliche Einsatzstäbe üben gemeinsam
Zwei Länder – fünf Einsatzorganisationen – rund 300 TeilnehmerInnen – eine Übung: Kommende Woche findet die Katastrophenschutzübung OLEX.26 statt. Bundesländerübergreifend beproben die Länder Tirol und Salzburg den Ernstfall: Neben einer Übung mit einem fiktiven Extremwetterszenario umfasst die OLEX.26 eine Realübung, bei der am Freitag in Hochfilzen auch ein Hubschrauberabsturz sowie die Verletztenbergung in schwierigem Gelände gemeistert werden muss.
„Krisen kennen keine Grenzen. Sicherheit und Krisenbewältigung darf an der Landesgrenze keinen Halt machen. Deshalb müssen auch unsere Einsatzkräfte grenzüberschreitend denken und handeln – das wollen wir im Rahmen des Tiroler Vorsitzes in der Landeshauptleutekonferenz einmal mehr aufzeigen. Denn nur durch enge Zusammenarbeit können wir die Bevölkerung bestmöglich schützen. Diese Zusammenarbeit muss regelmäßig geübt werden“, so Tirols LH Anton Mattle, der ergänzt: „Die Basis eines gut funktionierenden Katastrophenmanagements sind gut ausgebildete und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sowohl die behördlichen Einsatzleitungen beider Bundesländer als auch die Einsatzorganisationen verfügen über ausgezeichnetes Personal. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass wir in einer der sichersten Regionen der Welt leben können und Hilfe da ist, wenn sie benötigt wird. Viel von diesem Engagement wird ehrenamtlich geleistet. Im Tiroler ‚Jahr des Ehrenamtes‘ möchte ich diesen Einsatz besonders hervorheben und allen freiwilligen Helferinnen und Helfern für ihren Dienst für die Gesellschaft danken.“
Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler betont: „„Die Helferinnen und Helfer unserer Einsatzorganisationen setzen international Maßstäbe, was die schnelle Hilfe für die Bevölkerung betrifft. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit muss aber auch regelmäßig trainiert werden, damit im Ernstfall keine wertvolle Zeit verloren wird und jeder Handgriff sitzt. Aus diesem Grund haben wir diese länderübergreifende Katastrophenschutzübung angestoßen. Die aktuelle Situation in den Bergen zeigt: Die Salzburger und die Tiroler Einsatzkräfte beschäftigen sich mit einem sehr realistischen Szenario extremer Schneemengen und hoher Lawinengefahr. Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer setzen sich selbstlos für die Sicherheit der Bevölkerung ein und nehmen bei dieser Übung hohe Belastungen in Kauf. Für diesen großen Einsatz bedanke ich mich bei allen Beteiligten.“
Neues und Unerwartetes: Einsatzstäbe in beiden Bundesländern üben gemeinsam
Extreme Schneefälle und dadurch bedingte Straßensperren, Unterbrechungen von Eisenbahnlinien, Ausfälle in der Stromversorgung, gestrandete TouristInnen bis hin zu sehr großer Lawinengefahr – dieses fiktive Szenario ist Ausgangslage der Stabsübung OLEX.26. Es werden die zuständigen behördlichen Einsatzleitungen in Tirol und Salzburg einberufen, um die bundesländerübergreifende Stabsarbeit bei einer solchen herausfordernden Situation zu üben. Auch die Einsatzorganisationen (Polizei, Bundesheer, Bergrettung, Rotes Kreuz und Feuerwehr) sind mit VerbindungsoffizierInnen in den Stäben vertreten. Ein von Katastrophenmanagement-ExpertInnen beider Länder ausgearbeitetes Drehbuch dient als Grundlage für die zweitägige Übung und stellt die Übenden mit ständig neuen und unerwarteten Herausforderungen auf die Probe.
„Im Fokus der Übung steht die Zusammenarbeit – sowohl zwischen den Stäben, als auch mit den Einsatzorganisationen. Gemeinsam müssen sie die Einsätze koordinieren, Entscheidungen treffen und die Kommunikation zur Bevölkerung sicherstellen“, erklärt Markus Kurcz, Leiter des Referats Äußere Sicherheit und Katastrophenschutz im Land Salzburg.
ExpertInnen überwachen Übung mit anschließendem Feedback
Insgesamt üben rund 100 Personen den Ernstfall in den Einsatzstäben. Ihre Arbeit wird von ExpertInnen überwacht, die anschließend ausführliches Feedback geben. „Egal ob in der Lageführung, der Einsatzkoordination oder der Pressearbeit – alle Mitglieder der Einsatzstäbe und alle Aufgabengebiete werden beübt. Das Szenario ist sehr fordernd und führt – ganz gewollt – auch dazu, dass ordentlich Stress entsteht. Die Übung ist an das Extremwetterereignis im Winter 2019 angelehnt. Umso besser können wir anschließend erörtern, was in den Stäben sehr gut funktioniert hat und wo wir noch optimieren können“, so Kurcz.
Schwieriges Terrain, schlechte Sicht und Stress: Simulierter Hubschrauberabsturz in Hochfilzen
Spektakulär wird es bei der Realübung der OLEX.26 am Freitag, den 6. März: Am Truppenübungsplatz Hochfilzen wird der Zusammenstoß zweier Hubschrauber mit anschließenden Absturz und mehreren Verletzten sowie einem zusätzlichen Lawinenabgang simuliert. Rund 200 Einsatzkräfte der Bergrettung, des Bundesheers, der Feuerwehr, des Roten Kreuzes sowie der Polizei üben das koordinierte Vorgehen, um einerseits die Wracks zu löschen und andererseits die Verletzten aus teils schwierigem Terrain zu bergen. Zum Einsatz kommen unter anderem Hubschrauber des Landes Tirol, des Innenministeriums sowie des Bundesheers.
„Das Übungsszenario stellt die Einsatzkräfte vor mehrere Herausforderungen: Sie müssen die Verletzten rasch bergen und in eine nahegelegene Sanitätshilfsstelle transportieren. Dabei gilt es vor allem, sich eng abzustimmen. Zeitgleich sind mehrere Hubschrauber in der Luft, der Einsatzort ist weitflächig und Verletzte teils schwer zu erreichen. Das brennende Wrack sorgt für Rauch und dadurch bedingt schlechte Sicht“, so Elmar Rizzoli, Leiter des Zentrums für Krisen- und Katstrophenmanagement des Landes Tirol.
Vorbereitet wird die Realübung federführend durch das Österreichische Bundesheer. „Aufgrund der Lage des Übungsgebietes am Truppenübungsplatz Hochfilzen im Grenzgebiet zwischen den beiden Bundesländern Tirol und Salzburg, ergibt sich eine besondere Herausforderung in der Koordinierung und Führung für die einzelnen Einsatzorganisationen. Für eventuelle Assistenzanforderungen durch die Behörden sowie für eine gemeinsame Übungen und Ausbildung stellt das Bundesheer in den Wintermonaten in beiden Bundesländern auch immer Lawineneinsatzzüge bereit. Das österreichische Bundesheer unterstützt diese länderübergreifende Katastrophenschutzübung unter anderem mit der Bereitstellung von zwei Hubschrauberfracks für den Realismus des Übungsszenarios. Zusätzlich nehmen zwei Hubschrauber des Bundesheeres, im Detail eine S70 ‚Black Hawk‘ und eine Augusta Bell 212, sowie ein Lawineneinsatzzug des Gebirgskampfzentrum Saalfelden an der gemeinsamen Übung teil“, erklärt Brigadier Peter Schinnerl, der Militärkommandant von Salzburg.
Auch die Realübung wird vonseiten der ExpertInnen evaluiert: „Nur wenn solche Szenarien bei Übungen möglichst realitätsnahe geprobt werden, sitzen im Ernstfall alle Handgriffe genau. Die anschließende Nachbesprechung inklusive Feedbacks ist für die Optimierung von Einsatz- und Rettungsketten der wichtigste Teil der Übung“, so Rizzoli.
