- Bundesländer werden aktiv: Tirol bringt Antrag in der Landeshauptleutekonferenz ein
- Angebote, Veranstaltungen und Initiativen zu Finanzbildung sollen in Ländern und Regionen unterstützt werden
- Spezieller Fokus auf Finanzbildung für Lehrlinge
Haushaltsplanung, Kreditentscheidungen, Vorsorge, Investitionen, Zinsen & Co: Im Leben braucht es Finanzwissen. Genau hier setzen der derzeitige Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz LH Anton Mattle und StSin Barbara Eibinger-Miedl an. Heute, Mittwoch, haben die beiden Finanzpolitiker in Innsbruck über eine nationale Finanzbildungsstrategie ab 2027 berichtet. Diese wird derzeit auf Bundesebene ausgearbeitet und soll nahtlos an die derzeitige Strategie anknüpfen. Stärker berücksichtigt will LH Mattle in der neuen Strategie die Bundesländer und Regionen wissen. Ebenso soll bei den Lehrlingen ein neuer Schwerpunkt in der Finanzbildungsstrategie gesetzt werden. Deswegen arbeitet Tirols Landeshauptmann an einem Antrag im Rahmen der Landeshauptleutekonferenz.
„Finanzwissen ist die Grundlage für erfolgreiches Wirtschaften und eine nachhaltige Lebensplanung. Wer die eigene finanzielle Situation im Blick behalten und sich langfristig absichern will, soll schon früh ein Grundverständnis für Finanzen vermittelt bekommen. Dafür braucht es eine fest verankerte Vermittlung von Finanzwissen im Bildungssystem“, betont LH Mattle, dass auch regionale Gegebenheiten stärker berücksichtigt werden müssen. Deshalb wollen sich die Bundesländer und Regionen stärker einbringen, um die künftige Finanzbildungsstrategie neu aufzustellen.
An der derzeitigen Strategie 2021-2026 wirken neben österreichischen Partnern sowie nationalen Institutionen auch die Europäische Kommission und die OECD und mit. „Finanzbildung ist eine echte Schlüsselkompetenz fürs Leben. Als zuständige Finanzstaatssekretärin ist es mir daher besonders wichtig, dass wir im Zuge der neuen nationalen Finanzbildungsstrategie dieses wichtige Thema noch stärker in die Länder und Regionen bringen. Wir sehen Finanzbildung als eine klare Zukunftsinvestition in den Standort Österreich. Tirol geht hier voran und zeigt, wie es gelingen kann“, sagt StSin Eibinger-Miedl. Die neue Strategie soll spätestens im Dezember 2026 vom Finanzbildungsrat verabschiedet werden. Der Finanzbildungsrat besteht unter anderem aus der Nationalbank sowie den fachlich zuständigen Bundesministerien und ist damit wesentlicher Teil eines Koordinierungs- und Kooperationsgremiums, dem auch ein Steuerungsausschuss sowie wissenschaftliche Arbeitsgruppen und die Finanzbildungscommunity angehören.
Tiroler Initiative bei der LH-Konferenz
„Tirol ist in Sachen Finanzbildung besonders aktiv: Derzeit wird unter anderem gerade eine gemeinsame Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, bei der die Sozialpartner mit Arbeiter- und Wirtschaftskammer, die Österreichische Nationalbank, die Industriellenvereinigung, das MCI, das Land Tirol sowie weitere Partner gemeinsam am Ausbau und der Bündelung der Finanzbildung in Tirol arbeiten wollen“, betont der Landeshauptmann. Als aktuellem Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz bietet sich für ihn zudem die Chance, die künftige nationale Finanzbildungsstrategie stärker an Bundesländergegebenheiten auszurichten und neue Schwerpunkte aufzunehmen:
- Bundesländer einbinden: Die Bundesländer wollen im Steuerungsausschuss der nationalen Finanzstrategie (derzeit vertreten sind dort unter anderem Bundesministerien, Interessensvertretungen, die Universität Innsbruck oder das Institut für Höhere Studien – IHS) vertreten sein. Den Sitz wahrnehmen soll jenes Bundesland, das den LH-Vorsitz innehat.
- Angebote, Veranstaltungen und Initiativen in den Regionen stärken: Regionale Angebote sollen in der Finanzbildungsstrategie festgeschrieben werden. Das Ziel ist ein regionales Bildungsprogramm, welches auch bereits bestehende Initiativen bündelt.
- Finanzbildung im Unterricht ausbauen: Finanz– und Wirtschaftsbildung im Schulunterricht und die Aus- und Weiterbildung der (künftigen) PädagogInnen soll weiter forciert werden.
- Spezieller Fokus auf Lehrlinge: Die Bundesländer wollen ihre Expertise einbringen, um speziell auf Finanzbildung von Lehrlingen einzugehen und entsprechende Maßnahmen auszuarbeiten.
Der Fokus auf die duale Ausbildung ist Tirols Landeshauptmann, der selbst mit einer Lehre begonnen und in seinem Unternehmen mehrere Lehrlinge ausgebildet hat, ein besonderes Anliegen: „Lehrlinge tragen schon früh finanzielle Verantwortung. Wir wollen potentielle Stolpersteine aufzeigen – mit dem Ziel, Überschuldung zu verhindern, einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld von Beginn an zu fördern und Budgetplanungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Auch der langfristige Vermögensaufbau und das erste Eigenheim stehen im Fokus“, erklärt LH Mattle.
Auch die Integration von Finanzbildung und Künstlicher Intelligenz in Lehrpläne stehe der Landeshauptmann positiv gegenüber: „Technologie und Wirtschaft ändern sich rasant. Wir brauchen gut ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen sowie eine Anpassung der Lehrpläne von heute an die Bürgerinnen und Bürger von morgen. Sie verdienen die besten Voraussetzungen – und die sollen sie in Österreich finden.“


