Der Holzverkauf

Rechtliche Grundlagen zur Holznutzung

Bevor man sich mit der Vermarktung des Holzes beschäftigt, sind noch einige rechtliche Aspekte zu berücksichtigen. Die Tiroler Waldordnung (§35) unterscheidet zwischen freien, meldepflichtigen und bewilligungspflichtigen Nutzungen. Freie Nutzungen ergeben sich aus einer anfallenden Holzmenge von unter 50 Festmeter oder einer Nutzungsfläche kleiner als 2.000 m². Einer Meldung beim Gemeindewaldaufseher bedürfen Fällungen, wenn die Nutzung 50 Festmeter oder die Nutzungsfläche 2.000 m² übersteigt. Unter folgenden Bedingungen bedarf es für diese Holznutzungen einer Bewilligung durch die Forsttagsatzungskommission:

  • In Schutz und Bannwäldern
  • In Wirtschaftswäldern von Gemeinden und Agrargemeinschaften ohne gültigen Wirtschaftsplan
  • Im Wirtschaftswald wenn durch den Einschlag eine Fläche von mehr als einem halben Hektar mit weniger als 5/10 der vollen Überschirmung entsteht. Gesicherte Verjüngungen gelten dabei als voll überschirmt.
  • Bei bestimmten vorhergegangenen Übertretungen des Waldeigentümers

Die Bewilligung der Nutzung erfolgt durch die Forsttagsatzungskommission. Die Forsttagsatzungskommission setzt sich aus Leiter der zuständigen Bezirksforstinspektion (=Vorsitzender), dem Bürgermeister und einem Vertreter der Grundeigentümer zusammen.

Die Genehmigung wird durch Aushang des Beschlusses der Forsttagsatzungskommission an der Amtstafel der Gemeinde erteilt.

Ergeht von der Forsttagsatzungskommission ein negativer Bescheid zur geplanten Nutzung so kann gegen diesen innerhalb von vier Wochen Einspruch erhoben werden.

Die Entscheidung ob und unter welchen Bedingungen die Fällung durchgeführt werden kann, muss abgewartet werden. In manchen Fällen gibt es Auflagen, welche für eine Bewilligung erfüllt werden müssen. Ein Beispiel dafür ist das Belassen hoher Baumstöcke im steilen Gelände. Diese Auflagen werden von der Bezirksforstinspektion vorgeschrieben.

Der örtliche Waldaufseher berät Sie gerne in allen Nutzungsfragen.

Marktanalyse vor Nutzung und Verkauf

Grundsätzlich ist der Holzmarkt wie alle anderen Märkte dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage unterworfen. Vor allem beim Holzverkauf welcher überwiegend regional abläuft haben lokale Überangebote nach Kalamitäten eine hohe Auswirkung auf den Preis. Beispiele dafür sind die Stürme Kyrill oder Niklas in der jüngsten Vergangenheit. So hat zum Beispiel der Preis für das Sortiment Fichte B/C Stärkeklasse 2a-3b von Februar 2015 bis Oktober 2015 innerhalb eines halben Jahres um über fünfzehn Prozent nachgegeben. Grund dafür war das Überangebot an Holz nach dem Sturmtief Niklas. Deshalb sollte vor jedem Holzverkauf eine Marktanalyse durchgeführt werden, in wie weit der Markt aufnahmefähig ist. Bevor man sich mit dem Einholen von Angeboten beschäftigt, sollte man auch wissen, welche Sortimente und wie viel Masse bei der Nutzung anfallen. Grundsätzlich gilt, dass man im normalen Verkauf (nicht bei Schadholzaufarbeitung) mindestens eine LKW Fuhre, das entspricht circa 10 Erntefestmeter anbieten sollte um marktkonforme Preise erzielen zu können.

In vielen Gebieten hat sich bereits der gemeinsame Holzverkauf durchgesetzt.

Beim gemeinschaftlichen Holzverkauf schließen sich mehrere Waldbesitzer zusammen um ihr Holz zu verkaufen. Es verkauft zwar jeder das Holz, welches er auf seinem Grund geerntet hat. Die Vermarktung erfolgt dann aber geschlossen. Der Kauf von größeren Mengen und ein kalkulierbarer Holzfluss sind dem Käufer in der Regel höhere Preise wert. Auch haben Sortimente die bei einer Einzelnutzung in geringen Mengen anfallen einen niedrigeren Preis, da sie oft mitgehend verkauft werden. Verkaufen mehrere Waldbesitzer gemeinsam können diese Randsortimente gebündelt an einen anderen Verkäufer vermarktet werden.

Der örtliche Waldaufseher berät Sie gerne zum gemeinschaftlichen Holzverkauf.

Österreichische Holzhandelsusancen (ÖHU)

Die Österreichischen Holzhandelsusancen sind niedergeschriebene Handelsgebräuche im österreichischen Holzgeschäft. Sie haben sich durch mehrere Auflagen mit dem Marktverhalten der letzten Jahre mitentwickelt. Die neueste Auflage stammt aus dem Jahr 2006. Grundsätzlich sind die Österreichischen Holzhandelsusancen kein Gesetz. Jedoch sind Handelsgebräuche wie die ÖHU im Sinne des Handelsrechts bindend und können somit im Fall von Rechtsstreitigkeiten als Rechtsmittel verwendet werden. Sind die ÖHU ausdrücklich nicht als Vertragsgrundlage gewünscht, so sind sie nicht bindend. Diese Sonderregelung muss jedoch beiden Vertragspartnern klar sein.

Die ÖHU sind in vier Teile aufgeteilt

  • Teil A: (Allgemeines) In diesem Bereich sind alle für den Vertrag wichtigen Begriffe und Fristen geregelt.
  • Teil B: (Definitionen) Im Teil B werden die vorkommenden holzfachlichen Begriffe genau definiert.
  • Teil C: (Rohholz) Hier wird genau geregelt wie die Qualitätssortierung bei Rundholz vorgenommen wird.
  • Teil D: (Schnittholz) Im letzten Teil wird die Klassifizierung von Schnittholz genau geregelt.

In den ÖHU ist auch die Ö-Norm L1021 verankert. Diese regelt, wie Merkmale zur Qualifizierung von Rundholz zu messen sind.

Vor der Nutzung Angebote Einholen

Da nicht jeder Käufer das gleiche Sortiment kaufen will und mit seiner eigenen Strategie im Einkauf auftritt, ist es sinnvoll schriftliche Angebote einzuholen. Auch sind regionale Versorgungsmöglichkeiten der Sägewerke ausschlaggebend über ihre Preispolitik. In der Vergangenheit hat sich oft gezeigt, dass in geographisch nahen Gebieten deutliche Preisdifferenzen herrschen.

Hat man Angebote vorliegen, sollte man diese vergleichen. Dabei darf man sich jedoch nicht durch hohe Preise für einzelne Sortimente blenden lassen, die unter Umständen nur zu einem kleinen Anteil bei der Nutzung anfallen. Daher ist es wichtigt, noch vor Vertragsabschluss ungefähr zu wissen, welche Sortimente sich aus der Nutzung ergeben.

Für den Angebotsvergleich hat der Landesforstdienst ein Werkzeug entwickelt, mit dem man einfach und schnell mehrere Angebote vergleichen kann. Dieser Angebotsvergleichsrechner ist auf der Homepage des Land Tirol unter dem Bereich Holzmarkt frei zugänglich. Der Angebotsvergleich kann auf Nachfrage auch vom örtlichen Gemeindewaldaufseher durchgeführt werden.

Ist es mit dem Käufer (Sägewerk, Holzhändler) abgesprochen, sollte man auf Käuferwünsche bezüglich der Ausformung eingehen. Dieser Mehraufwand sollte sich jedoch auch im Preis niederschlagen.

Sofern nicht andere Fristen vereinbart werden, sind nach den Österreichischen Holzhandelsusancen schriftliche Angebote des Käufers nach Postzustellung zehn Tage gültig (Poststempel). Wenn das Angebot über Mail oder Fax ergeht, läuft die Frist nach sechs Tagen ab. Angebote sind nicht bindend, wenn eine Klausel wie "unverbindlich oder freibleibend" eingearbeitet ist.

Plattform Forst Holz Tirol

Der Angebotsvergleichsrechner

Schlussbrief ausfüllen

Die wesentlichen Inhalte welche einem Schlussbrief (=Kaufvertrag) zugrunde liegen, sind in den Österreichischen Holzhandelsusancen geregelt.

Grundsätzlich sind auch mündliche Verträge voll gültig und somit bindend. Eine schriftliche Ausfertigung erfolgt, wenn es von beiden Seiten erwünscht ist. Bei mündlichen Verträgen ist die Beweisführung schwierig falls es zu einem Rechtsstreit kommt. Deshalb sollte bei jedem Holzgeschäft ein Schlussbrief aufgesetzt werden. Es gibt von der Plattform Forst Holz Papier (FHP) einen vorgefertigten Musterschlussbrief, welcher zur Verfügung gestellt wird. Dieser Schlussbrief wird immer rechtlich auf dem aktuellen Stand gehalten und enthält die wichtigsten Inhalte, die man jedenfalls vereinbaren sollte.
Viele Sägewerke und Holzhändler haben jedoch eigene Schlussbriefe. Bei Unsicherheiten über die Vertragsinhalte sollte man sich an im Holzgeschäft versierte Personen z.B. den örtlichen Waldaufsher wenden. Generell gelten für alle Rundholzeinkäufe im Inland die Österreichischen Holzhandelsusancen als vereinbart, außer sie werden ausdrücklich von beiden Seiten nicht erwünscht und durch eigene Regelungen ersetzt.

Ein Punkt auf den man achten sollte, vor allem bei Rahmenverträgen welche über längere Zeit gelten sind Katastrophenklauseln. Diese regeln die Handhabung des Verkaufs nach Überangebot durch Katastrophen und den dadurch entstehenden Preisverfall.

Marktnieschen ausnützen

Grundsätzlich gilt, dass gute Qualität einen guten Preis erzielt. Fehlerfreies Holz mit einer entsprechenden Dimension sollte deshalb nicht mit der Massenware angeboten werden.

Eine Möglichkeit entsprechende Stämme anzubieten, sind Wertholzsubmissionen. Ein Beispiel dafür ist die Tiroler Wertholzsubmission. Diese wird jährlich vom Tiroler Waldverband organisiert. Dort haben Holzverkäufer die Möglichkeit qualitativ hochwertige Stämme interessierten Abnehmern zum Verkauf anzubieten. Das beste Beispiel dafür stellt die Tanne dar. Verkauft man Tannenholz in größerer Dimension und sehr guter Qualität mit Fichte mitgehend, so kommen unter umständen Abschläge wie Starkholzabschlag oder Tannenabschlag zum Tragen. Somit kann die Tanne trotz ausgezeichneter Qualität nur noch 70 bis 80 Euro Erlös bringen. Bei der Tiroler Wertholzsubmission 2016 hatte die Tanne jedoch einen Durchschnittspreis von 160 Euro pro Festmeter und somit doppelt so viel wie im normalen Verkauf.
Auch die Zirbe erfährt in den letzten Jahren einen preislichen Aufschwung. Um auch für die Zirbe den maximal Ertrag herausholen zu können, muss das Holz an ausgewählte Verkäufer gehen, der auch seinerseits die Zirbe richtig vermarktet. So betrug der Durchschnittspreis für Zirbenholz bei der letzten Subission 420 Euro pro Festmeter.

Genauere Informationen dazu kann der örtliche Waldaufseher oder der Tiroler Waldverband erteilen.

Grundsätze der Holzausformung beachten

Egal, ob man die Holzarbeiten selbst durchführt oder ein Unternehmen beauftragt. Es muss unbedingt auf die korrekte Ausformung des Holzes geachtet werden.

Ausformungsfehler kosten bares Geld. Vor allem beim "Gesundschneiden" also dem Abschneiden von faulen Bereichen oder bei Krümmung, braucht es einiges an Fachwissen und Erfahrung um den bestmöglichen Ertrag herauszuholen.

Als ein Grundsatz gilt, dass pro ausgeformten Bloch nur Merkmale einer Güteklasse vorkommen sollten. Ein wichtiges Kriterium beim Ausformen ist das Übermaß. Das bedeutet, dass ein Stamm der mit vier Meter Länge verrechnet wird, mit mindestens 4,06 Meter geliefert werden muss. In der Praxis werden um eine sichere Überlänge zu geben zehn Zentimeter mehr Übermaß ausgeformt. Ein Übermaß dient dem Sägewerk, da die Bretter nach allen Arbeitsschritten noch genau vier meter haben müssen. Auch sind die Stirnseiten nach der Lieferung des Holzes aus dem Wald stark verschmutzt. Zur Schonung der Maschinen im Sägewerk wird daher das Übermaß gekappt und das Holz mit einer sauberen Stirnflächen weiterverarbeitet.

Es sollte auch zumindest am Anfang der Nutzung kontrolliert werden, ob das geforderte Übermaß vorhanden ist. Denn bei zu geringem Übermaß erfolgt eine Abstufung auf die nächste vereinbarte Länge oder wenn nichts vereinbart ist, sogar eine qualitative Abwertung auf Industrie oder Brennholz. Zu einer guten Ausformung gehört auch sauberes Arbeiten. Das Entfernen von Wurzelanläufen oder dem "Waldbart" sowie das genaue Entasten sind später für einen guten optischen Eindruck bei der Übernahme wichtig.

Wichtig ist, dass zuerst im Schlussbrief festgelegt werden muss welche Sortimente vom Käufer gewünscht werden. Erst dann sollte die Nutzung und Ausfromung durchgeführt werden. Das bedeutet keine Nutzung und Festlegung der Sortimente ohne Schlussbrief.

Der örtliche Waldaufseher berät Sie gerne.

Die Holzabfuhr

Grundsätzlich gibt es bei der Holzabfuhr unterschiedliche Paritäten. Als Parität wird der Ort bezeichnet, an dem Kosten und Verantwortung vom Verkäfer an den Käufer übergehen. Im bäuerlichen Privatwald gilt fast immer die Parität "Frei Waldstraße". Das bedeutet, dass der Käufer für die Abwicklung und Haftung des Abtransports des Holzes zuständig ist und auch die im Rahmen einer normalen Abfuhr entstehenden Kosten trägt.

Seltener ist der Stockverkauf. Hier wird das Holz noch stehend an den Abnehmer verkauft. In diesem Fall trägt der Käufer die Kosten und das Risiko für Holzernte, Sortierung, Lagerung und Abtransport ins Werk. in letzter Zeit ist der Stockverkauf immer seltener geworden. Denn von Seiten des Käufers lässt sich die Qualität des Holzes am stehehenden Stamm nur schwer einschätzen. So läuft er Gefahr, eine schlechte Qualität zu einem hohen Preis zu kaufen. Auch für den Waldbesitzer können sich Schwierigkeiten ergeben. Denn um die Kosten möglichst gering zu halten, könnte der Käufer auf die Qualität bei der Holzerntearbeit verzichten. Dies wäre ein langfristiger Schaden für den Wald und somit auch für den Waldbesitzer.
Als Verkäufer ist es besonders wichtig auf die richtigen Abfuhrfristen zu achten. Diese Fristen sind in den Österreichischen Holzhandelsusancen geregelt. Unter anderem wird auch geregelt, wie lange die Lagerung des verkauften Holzes im Wald dauern darf. Hierauf sollte genau geachtet werden, da durch zu lange Lagerung eine ursprünglich gute Ware sich verschlechtern könnte und Forstschutzprobleme durch Käferbefall auftreten könnten.

Zur Dokumentation der Holzabfuhr sollte vom LKW-Fahrer zu jedem Abtransport ein Waldlieferschein erstellt werden. Darauf sollten die geschätzte Holzmenge und das Sortiment des abtransportierten Holzes stehen. Diese Lieferscheine dienen später zur Kontrolle, ob die abgelieferte Holzmenge mit der des Werksabmaß ungefähr übereinstimmt.

Die wichtigsten Qualitätsmerkmale

Grundsätzlich wird bei Rundholz zwischen Sägerundholz und Industrieholz beziehungsweise Brennholz unterschieden. Sägerundholz wird vom Sägewerk weiterverarbeitet. Dieses wird in der Regel in vier Klassen (A;B ;C;CX) unterschieden, wobei A die beste Qualität und CX die schlechteste. Die bedeutendsten Qualitätsmerkmale sind:

  • Abholzigkeit: Das bedeutet die Abnahme des Durchmessers mit der Länge des Holzes auf eine konische Form. Diese Abnahme wird in Zentimeter pro Laufmeter angegeben. Je höher die Abholzigkeit desto schlechter die Qualität da durch die Abholzigkeit die Ausbeute für das Sägewerk sinkt.
  • Astigkeit: Es wird in den ÖHU zwischen sehr vielen unterschiedlichen Asttypen unterschieden. Das wichtigste ist, ob die Äste gesund und noch fest mit dem Holz verwachsen sind oder ob sie bei der Bearbeitung des Holzes wegfallen. Dadurch entsteht ein Loch im Endprodukt des Sägewerks was die Verkaufsqualität stark mindert.
  • Buchs: Wird auch als Reaktionsholz bezeichnet. Buchs ist eine Reaktion des Baumes bei lange dauernder und einseitiger Belastung zum Beispiel Wind oder Schneeschub. Der Baum lagert dabei auf der mit Druck belasteten Seite Lignin reicheres Holz als Stütze ein. Dieser Holzfehler führt beim verarbeiteten Holz zu einer extremen Qualitätsminderung. Bretter mit Buchsholz verformen sich stark, so dass sie für bauliche zwecke kaum noch einzustetzen sind.
  • Drehwuchs: Der schraubenartige Verlauf der Holzfaser rund um die Stammachse.
  • Fäule: Bedeutet die Zersetzung des Holzes meist durch Pilze. Dies führt zu einem Erweichen und zunehmenden Verlust der Festigkeit des Holzes.
  • Krümmung: Abweichung der Längsachse des Stammes von der Geraden. Ähnlich eines Bogens mit der Abweichung zur Sehne.
  • Risse: Diese Merkmale kommen aufgrund der Inhumanität und der vielen Einflüsse auf Holz sehr häufig vor. Die Österreichischen Holzhandelsusancen unterscheiden eine Vielzahl von Rissen welche auch unterschiedliche Qualiätsmerkmale bedeuten.
  • Verfärbung: Eine Verfärbung ist eine Farbenabweichung von der natürlichen Farbe des gesunden Holzes. Es darf aber durch die Verfärbung keinen Festigkeitsverlust geben.

Das oben genannte Industrieholz wird in der Holzindustrie eingesetzt. Es hat ein niedrigeres Preisniveau muss aber dafür auch keinen hohen Qualitätskriterien entsprechen. Es wird hauptsächlich zur Produktion von Platten oder Papier eingesetzt.

Im Handel verkauftes Brennholz liegt meistens im gleichen Preisbereich wie das Industrieholz. Bei Industrie und Brennholz hat in der Regel das Laubholz einen höheren Preis als Nadelholz das dieses eine höhere Dichte besitzt.

Die aktuelle Version der Österreichischen Holzhandelsusancen von 2006 ist im Internet auf der Seite der Wiener Börse abrufbar.

Qualitätssortierung und Abmaß

Einer der wichtigsten Schritte ist die Qualitätssortierung des verkauften Rundholzes. Hier kommt wie immer auch der Schlussbrief zum Tragen. Sollte nichts Gesondertes vereinbart sein, so gelten die Qualitätsmerkmale laut den Österreichischen Holzhandelsusancen.

Heutzutage erfolgt die Qualitätssortierung sehr häufig auf der Messanlage im Sägewerk. Hier trägt der Käufer die Kosten für die Übernahme. Wird im Schlussbrief "Werksübernahme" vereinbart erklärt man sich bereit, das elektronische Abmaß zu akzeptieren. Auf Wunsch kann auch der Verkäufer (oder ein von ihm Bevollmächtigter) bei der Übernahme im Sägewerk dabei sein, um die Rundholzklassifizierung zu überwachen. Bei der Übernahme im Wald, dem "Waldabmaß" trägt der Verkäufer die Kosten der quantitativen und qualitativen Übernahme. Abfuhr Qualität, Sortierung und Messen des Holzes sollte daher überwacht und durch eigene Aufzeichnungen und einen vollständig ausgefüllten Lieferschein festgehalten werden.

Wie alle Messungen von wertbestimmenden Merkmalen, unterliegt auch die Rundholzvermessung einer Ö-NORM und die dazu verwendeten Instrumente der Eichpflicht. Die Ö-NORM lautet Ö-NORM L1021 und ist in den Österreichischen Holzhandelsusancen als geltende Norm verankert. Diese Norm regelt die Vermessung von Rundholz. Es wird genau beschrieben wie Holzmerkmale zu messen und zu beurteilen sind. Seit der letzten Novellierung der Ö-NORM wird zwischen zwei verschiedenen Arten von Messanlagen unterschieden: Messanlagen zur Ermittlung wertbestimmender Merkmale von Rundholz (MAWM). Diese Anlagen können zusätzlich zum Mittendurchmesser, Messgutlänge und Rauminhalt die Merkmale Abholzigkeit und Krümmung geeicht vermessen. Elektronische Rundholzmessanlage (RHMA) Bei diesen Anlagen ist die Messung von Abholzigkeit und Krümmung nicht geeicht Eine Messung beider Merkmale war zwar bisher möglich jedoch nur mit Konformitätserklärung zulässig.

Der letzte Schritt des Holzverkaufes ist die Kontrolle des Abmaßprotokolls.

Quantiativ lässt sich die ungefähre Richtigkeit einer Nutzung leicht überprüfen. Dazu müssen nur die Waldlieferscheine aufsummiert werden (siehe Artikel Holzabfuhr). Im Regelfall wird vom LKW Fahrer die geschätzte Summe auf den Lieferschein geschrieben. Hat man nur die Anzahl der Fahrten, so können diese mit Faustzahlen (bei LKWW mit Anhänger Fichte/Tanne circa 25 Festmeter) leicht überprüft werden.

In letzter Zeit haben sich über die Plattform Forst Holz Papier immer mehr Standards für die Holzbranche durchgesetzt. Einer dieser Standards sind Systeme zur Analyse und Kontrolle von Werksabmaßen. Diese Abmaßanalysen werten das elektronische Werksabmaß aus. Dadurch lassen sich Ausfromungsfehler gut darstellen. 

Der örtliche Waldaufseher berät Sie gerne.

Die Eu Holzverordnung und PEFC Zertifizeirung

Die Eu- Holzverordnung ist ein Gesetz welches das in Verkehr bringen von illegal geernteten Holz unterbinden soll. Auch wenn in Österreich nicht die Gefahr besteht, dass Holz in großem Umfang illegal geerntet wird, so muss das Gesetz doch aufgrund der Wettbewerbsgleichstellung in der EU exekutiert werden. Für den Verkäufer besteht eine Aufzeichnungspflicht bei der er die Menge, Holzart und Abnehmer dokumentieren muss. Diese Aufzeichnungen müssen fünf Jahre aufbewahrt werden.

Es können von der Landwirtschaftskammer Listen angefordert werden, auf der alle notwendigen Angaben eingetragen werden können. Auch ist es von Vorteil sich den Schlussbrief aufzubewahren. Denn auf diesem stehen alle relevanten Angaben zum Holzverkauf.

Diese Aufzeichnungen können auch, falls die Nutzung beim Waldaufseher gemeldet wird in der Walddatenbank aufgenommen werden. Somit entfällt für den Verkäufer die Aufbewahrungspflicht.

Über Österreich gibt es neun sogenannte Rahmenzertifizierungen. Diese beurteilen überblickend die Flächen von ganz Österreich. Es wird bewertet, ob dieses Gebiet die Grundvoraussetzungen für eine PEFC Zertifizierung erfüllen. Erst wenn die Rahmenzertifizierung für ein Gebiet positiv ist, darf eine einzelne Waldfläche zertifiziert werden.

Die PEFC-Zertifizierung erhält ein Waldbesitzer nicht automatisch. Er muss, um als zertifizierter Betrieb Holz zu verkaufen eine Teilnahmeerklärung abgeben. Mit dieser Erklärung sichert der Waldbesitzer zu, allgemeine Bewirtschaftungskriterien (PEFC-Richtlinien) einzuhalten. Der Vorteil für den Verkäufer des Rundholzes setzt direkt beim Endverbraucher an, der das Holz in Form von Möbeln usw. kauft. Der Umweltgedanke vor allem am europäischen Markt ist deutlich gestiegen. Somit ist für sie ein PFC- Zertifikat eine zusätzliche Qualitätsteigerung.

Der Gemeindewaldaufseher als Berater beim Holzgeschäft

Auf Wunsch des Waldbesitzers kann der Waldaufseher auch beim Holzverkauf in Vertretung oder unterstützend für den Verkäufer sein Wissen einsetzen.

Wird der Gemeindewaldaufseher mit dem Holzverkauf betraut, muss dies jedoch erst schriftlich vereinbart werden. Die persönlichen Daten des Käufers beziehungsweise Verkäufers werden nicht weitergegeben. Diese schriftliche Vereinbarung dient zur rechtlichen Absicherung des Waldaufsehers und des Landesforstdienstes Tirol.