Onkologische Erkrankungen
Onkologische Erkrankungen stellen eine Herausforderung für die Frauengesundheit dar und erfordern einen ganzheitlichen, lebensphasenorientierten Zugang. Prävention spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Die HPV-Impfung gilt als eine der wirksamsten Schutzmaßnahmen und kann insbesondere im Jugendalter viele Krebsarten verhindern. Sie schützt Mädchen und Burschen vor Gebärmutterhalskrebs, Genitalwarzen sowie vor Krebsvorstufen und Tumoren der Scheide, Vulva, des Penis, Anus, Rachens oder Kehlkopfs.
Trotz wirksamer Präventionsmaßnahmen sind viele Frauen, vor allem im mittleren und höheren Lebensalter, von onkologischen Erkrankungen betroffen. Neben der medizinischen Behandlung benötigen sie häufig umfassende Unterstützung im Umgang mit körperlichen, psychischen und sozialen Belastungen.
Eine frauenspezifische, interdisziplinäre Versorgung, die medizinische, psychosoziale und lebenspraktische Aspekte berücksichtigt, ist daher essenziell. Sie trägt dazu bei, die Lebensqualität zu erhalten, Selbstbestimmung zu stärken und Frauen in allen Phasen ihrer Erkrankung bestmöglich zu unterstützen.
Gebärmutterhalskrebs
Nahezu alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden durch bestimmte Hochrisiko-Typen von HPV ausgelöst, insbesondere HPV 16 und 18.
Nach einer Infektion kann das Virus über Jahre im Körper verbleiben. In manchen Fällen führt dies zu Zellveränderungen am Gebärmutterhals, die sich langsam zu Krebs entwickeln können. Dieser Prozess verläuft meist über viele Jahre und bietet daher gute Chancen für eine frühzeitige Erkennung und Behandlung.
In frühen Stadien verursacht Gebärmutterhalskrebs meist keine Beschwerden. Erst im fortgeschrittenen Verlauf können Symptome auftreten wie:
- ungewöhnliche vaginale Blutungen (z.B. nach dem Geschlechtsverkehr)
- Schmerzen im Beckenbereich
- ungewöhnlicher Ausfluss
Da Symptome oft erst spät auftreten, ist die regelmäßige Vorsorge bei den Gynäkolog:innen besonders wichtig.
Die HPV-Impfung ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Vorbeugung. Sie schützt vor den wichtigsten krebsauslösenden HPV-Typen und wird vor allem Jugendlichen empfohlen, idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt. Auch für Jungen ist die Impfung sinnvoll, da sie zur Verbreitung des Virus beitragen können und auch selbst betroffen sein können. Weitere Infos zur Impfung unter HPV-Impfprogramm.
Früherkennungsuntersuchungen spielen eine entscheidende Rolle. Dazu gehören zum Beispiel: PAP-Test (erkennt Zellveränderungen am Gebärmutterhals) und HPV-Test (kann das Virus direkt nachweisen).
Durch regelmäßige Kontrollen können Vorstufen von Krebs frühzeitig erkannt und erfolgreich behandelt werden.Das Humane Papillomavirus (HPV) ist eine weit verbreitete Gruppe von Viren mit über 200 verschiedenen Typen. Die meisten HPV-Infektionen verlaufen unbemerkt und heilen von selbst aus. Einige Typen können jedoch gesundheitliche Probleme verursachen - von harmlosen Warzen bis hin zu Krebs.
HPV wird hauptsächlich durch sexuellen Kontakt übertragen. Da die Infektion oft keine Symptome verursacht, wissen viele Menschen nicht, dass sie das Virus in sich tragen.
Humane Papillomavirus (HPV)
Das Humane Papillomavirus (HPV) ist eine weit verbreitete Gruppe von Viren mit über 200 verschiedenen Typen. Die meisten HPV-Infektionen verlaufen unbemerkt und heilen von selbst aus. Einige Typen können jedoch gesundheitliche Probleme verursachen - von harmlosen Warzen bis hin zu Krebs.
HPV wird hauptsächlich durch sexuellen Kontakt übertragen. Da die Infektion oft keine Symptome verursacht, wissen viele Menschen nicht, dass sie das Virus in sich tragen.
Brustkrebs
Jährlich erkranken in Tirol rund 540 Frauen an Brustkrebs und etwa 50 Frauen an einer frühen Vorstufe (in situ Mammakarzinom). Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren, jede fünfte Betroffene ist jünger als 50 Jahre. Ende 2020 lebten in Tirol rund 8.335 Frauen und 50 Männer mit Brustkrebs. Pro Jahr sterben etwa 115 Frauen an den Folgen der Erkrankung.
Brustkrebsfrüherkennung
Seit 2014 gibt es in Österreich ein kostenloses Brustkrebs-Früherkennungsprogramm. Frauen zwischen 45 und 74 Jahren werden alle zwei Jahre automatisch zur Mammografie eingeladen. Frauen zwischen 40 und 44 Jahren können sich freiwillig anmelden und ebenfalls teilnehmen. Die Kosten werden von den österreichischen Sozialversicherungsträgern übernommen.
Die Mammografie hilft dabei, Brustkrebs möglichst früh zu erkennen. Eine frühe Diagnose verbessert die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung deutlich. Die Untersuchungen werden nur in speziell zertifizierten Radiologiezentren durchgeführt und nach strengen Qualitätsstandards im Vier-Augen-Prinzip ausgewertet.
Auch Frauen unter 40 oder über 75 Jahren können eine Mammografie machen lassen. Bei jüngeren Frauen wird dies jedoch meist nur bei Beschwerden oder familiärer Vorbelastung empfohlen.
Frauen mit erhöhtem familiärem Risiko, etwa wenn Mutter, Vater oder Geschwister früh an Brustkrebs erkrankt sind, können genetische Abklärungen und ein engmaschigeres Früherkennungsprogramm in Anspruch nehmen. Dazu gehören regelmäßige MRT- und Mammografie-Untersuchungen.
Ziel des Programms ist es, die Brustkrebs-Sterblichkeit zu senken und eine hochwertige Früherkennung sicherzustellen. Weitere Informationen, häufige Fragen und teilnehmende Institute finden sich auf früh erkennen.
Wichtig zu wissen: Die Mammografie kann Leben retten, bringt aber auch mögliche Nachteile mit sich. Bei manchen Frauen werden Veränderungen entdeckt, die nie Beschwerden verursacht hätten (Überdiagnose). Zudem ist die Strahlenbelastung sehr gering, kann aber in seltenen Fällen selbst ein Risiko darstellen.
Lungenkrebs
Lungenkrebs betrifft in Tirol jedes Jahr viele Menschen. In den vergangenen Jahren erkrankten jährlich etwa 200 Frauen und 280 Männer daran. Frauen waren bei der Diagnose im Durchschnitt 68 Jahre alt, Männer 70 Jahre. Nur wenige Betroffene waren jünger als 50 Jahre. Ende 2020 lebten in Tirol rund 820 Frauen und 890 Männer mit einer Lungenkrebserkrankung.
Während die Zahl der Erkrankungen und Todesfälle bei Männern in den letzten Jahren zurückging, nahm sie bei Frauen weiter zu.
Durch frühere Diagnosen und bessere Behandlungsmöglichkeiten haben sich die Überlebenschancen in den vergangenen Jahren verbessert. Etwa jede fünfte betroffene Person lebt fünf Jahre nach der Diagnose noch.
Der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs ist das Rauchen. Deshalb ist Rauchstopp die wirksamste Möglichkeit, Lungenkrebs vorzubeugen. Auch Passivrauchen sollte möglichst vermieden werden. Zusätzlich helfen regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung dabei das Risiko zu senken.
Das Land Tirol unterstützt Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten, mit Angeboten zur Raucherberatung. Dort erhalten Betroffene professionelle Unterstützung, persönliche Beratung und Hilfe beim Rauchstopp. Das Angebot ist für alle Personen kostenlos. Informationen dazu gibt es auf der Website: Raucher:innenberatung
Hinweis: Die Daten stammen aus dem „Tumorregister Tirol – Bericht für das Diagnosejahr 2020“.