Betreuung und Begleitung für wohnungslose Frauen

Wohngemeinschaft des DOWAS für Frauen bezieht neue Räumlichkeiten

Kategorien:  LRin FischerFrauen & GleichstellungSoziales AutorIn: Iris Reichkendler
Besichtigung der neuen Räumlichkeiten in der Mößlgasse: von rechts Landesrätin Gabriele Fischer, Karin Bröckl (Mitarbeiterin der Sozialpädagogischen Wohngemeinschaft) und Julia Schratz (Geschäftsführerin von DOWAS für Frauen).
Besichtigung der neuen Räumlichkeiten in der Mößlgasse: v.r. LRin Gabriele Fischer, Karin Bröckl (Mitarbeiterin der Sozialpädagogischen Wohngemeinschaft) und Julia Schratz (Geschäftsführerin von DOWAS für Frauen).

Es ist ein oft vergessenes oder tabuisiertes Thema: Wohnungslosigkeit von Frauen. Doch gerade Frauen sind aufgrund von geringerem Einkommen, Erwerbsunterbrechungen und unbezahlter Haus- und Familienarbeit einem höheren Armutsrisiko ausgesetzt als Männer und daher auch von Wohnungslosigkeit eher betroffen oder gefährdet.

„Wohnungslosigkeit von Frauen tritt häufig als ‚verdeckte Wohnungslosigkeit‘ auf: Denn Frauen – und oftmals auch ihre Kinder – leben nach dem Verlust ihrer eigenen vier Wände bei Verwandten, Freundinnen und Freunden, Bekannten sowie in Zweckpartnerschaften. Dies resultiert in ungleichen Machtverhältnissen, die wiederum oftmals geprägt sind von physischer sowie psychischer Gewalt“, erläutert Sozial- und Frauenlandesrätin Gabriele Fischer.

1984 wurde zur Unterstützung von wohnungs- und arbeitssuchenden Frauen der Verein DOWAS für Frauen gegründet, ein Jahr später entstand bereits die erste Wohngemeinschaft für wohnungslose Frauen. DOWAS für Frauen bietet sozialarbeiterische und psychosoziale Beratung, aber auch Wohnmöglichkeiten abgestimmt auf die spezifischen Problemlagen von wohnungslosen Frauen.

„In Innsbruck erfassen wir jährlich bis zu 300 Frauen und 100 wohnungslose Kinder“, berichtet Julia Schratz, Geschäftsführerin des Vereins DOWAS für Frauen. Nachdem die Wohngemeinschaft für wohnungslose Frauen drei Jahrzehnte in der Dr.-Stumpf-Straße angesiedelt war, werden nun neue Räumlichkeiten in eine Lebenshilfe-Immobilie in der Mößlgasse bezogen.

„Die sozialpädagogische Wohngemeinschaft ist eine wichtige Form der Unterstützung. Die Betroffenen erhalten individuell abgestimmte Betreuung und gleichzeitig bleibt ihr Bedürfnis nach Privatsphäre, Rückzugsmöglichkeit und Selbstbestimmung gewährleistet“, betont LRin Fischer.

Zwölf Wohnplätze für Frauen und deren Kindern in der Mößlgasse

„Die Übergangswohnplätze für Frauen und Kinder wie jene in unserer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft stellen ein zentrales Angebot dar, damit Frauen aus prekären Lebensverhältnissen herauskommen können“, berichtet Julia Schratz beim Lokalaugenschein mit LRin Fischer. Die Wohngemeinschaft verfügt über zwölf Wohnplätze für Frauen und Kinder. „Durchschnittlich verbringen die betroffenen Frauen rund sechseinhalb Monate bei uns, bis sie sich ausreichend stabilisiert haben, um dann in eigene vier Wände ziehen zu können“, erläutert Schratz. Betreut werden die Frauen und ihre Kinder von Sozialarbeiterinnen, psychsosozialen Mitarbeiterinnen sowie pädagogischen Fachkräften und Nachtdienst-Mitarbeiterinnen. „Ich danke den dort tätigen Mitarbeiterinnen für ihr Engagement und wünsche ihnen einen guten Start in den neuen Räumlichkeiten“, betont LRin Fischer.

„Der Umzug an den neuen Standort bedeutet eine Steigerung der Wohnqualität für die Frauen und Kinder, die wir betreuen. Es gibt entsprechend dem zeitgemäßem Standard viele Zimmer mit eigenem Badezimmer“, berichtet Julia Schratz abschließend.