- Tiroler MINT-Strategie: elf Spürnasenecken in Kindergärten und Ausbildungseinrichtungen realisiert
- ARGE MINT-Bildung Tirol und Stiftung Auxilium Pro Tirol investierten mehr als 200.000 Euro
- Alle MINT-Bildungsangebote in Tirol im Überblick: www.mint-tirol.at
Experimente mit dem Physikbaukasten oder ein erster Blick durchs Mikroskop – mit der Tiroler MINT-Strategie sollen bereits im Kindergarten die Kleinsten spielerisch lernen, wie Wissenschaft funktioniert. Kürzlich besuchte Bildungslandesrätin Cornelia Hagele den Kindergarten Abfaltersbach (Bezirk Lienz), der seit Beginn des Jahres Standort einer „Spürnasenecke“ ist. Gemeinsam mit den Kindern erkundete sie diesen speziell ausgestatteten Bereich, in dem die jungen ForscherInnen experimentieren, beobachten und naturwissenschaftliche Phänomene entdecken. Die Räumlichkeiten befinden sich gemeinsam mit der MS Abfaltersbach – Trägerin des MINT-Gütesiegels – im Schulzentrum der Gemeinde. Die Spürnasenecke steht künftig auch für die Nachmittagsbetreuung der Volksschule Abfaltersbach und Kindergärten der umliegenden Gemeinden zur Verfügung.
„Tirol ist das erste MINT-Bundesland – und das beginnt nicht erst in der Schule, sondern im Kindergarten. Spürnasenecken wie hier in Abfaltersbach helfen Kindern dabei, ihre Welt zu verstehen“, erklärt LRin Hagele. Die Umsetzung der Spürnasenecken erfolgte durch die MINT-Koordination Tirol im Auftrag der ARGE MINT-Bildung Tirol – ein vom Land Tirol unterstützter Zusammenschluss von Industriellenvereinigung Tirol, Wirtschaftskammer Tirol, Arbeiterkammer Tirol und ÖGB. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch die Bundesstiftung Auxilium Pro Tirol. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, gesellschaftliche Werte zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit in Tirol zu fördern.
Der Tiroler Weg: Flächendeckende MINT-Förderung
Die flächendeckenden MINT-Bildungsregionen in Tirol werden nun auch durch elf Spürnasenecken bereichert: In jedem Bezirk steht mindestens ein Standort zur Verfügung, an dem Kinder spielerisch mit MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) in Berührung kommen. Zudem wurden die Aus- und Fortbildungseinrichtungen mit Spürnasenecken ausgestattet, damit der unmittelbare Transfer von der Lehre in die Praxis gelingt. Spürnasenecken sind eigens entwickelte Lernumgebungen mit speziellen Möbeln, Experimentiermaterialien sowie einem Handbuch mit über 80 MINT-Versuchen. Abgerundet wird das Angebot durch Fortbildungen und Vernetzungsmöglichkeiten für ElementarpädagogInnen. Das Land Tirol und die ARGE MINT investierten in Kooperation mit der Bundesstiftung Auxilium Pro Tirol mehr als 200.000 Euro in die Spürnasenecken.
„Wasserglas-Discos, geräuschvolle Erbsen oder ein magischer Ballon sind nur Beispiele für die bunten Experimente in unseren Spürnasenecken. Im Bildungsland Tirol wollen wir diese kindliche Neugier fördern und begleiten – von Anfang an. Wir denken MINT ganzheitlich: vom Kindergarten über schulische MINT-Labore bis zum Studium. Nur so gelingt es, unsere Jugend für Zukunftsthemen zu begeistern“, betont LRin Hagele. Wirtschaftslandesrat Mario Gerber unterstreicht ebenfalls die Bedeutung dieser Initiative: „Wer früh beginnt zu forschen, lernt später innovativ zu denken. Die Spürnasenecken sind eine Investition in die Zukunft unseres Standorts. Mit dem bezirksweiten Ausbau stärken wir genau jene Schlüsselkompetenzen, die unsere Wirtschaft dringend braucht: technisches Verständnis, Kreativität und logisches Denken.“
MINT-Kompetenzen von Anfang an fördern
In den letzten eineinhalb Jahren konnten sieben Spürnasenecken in Kindergärten an regionalen MINT-Knotenpunkten in den Bezirken Reutte, Imst, Innsbruck-Land, Schwaz, Kufstein, Kitzbühel und Lienz eingerichtet werden. Von Beginn an war es zudem Teil der MINT-Strategie, Aus- und Fortbildungseinrichtungen der Elementarpädagogik mit Spürnasenecken auszustatten, um künftig direkt alle PädagogInnen für (natur-)wissenschaftliche Themen zu sensibilisieren. Zuletzt kamen hier die BAfEP Zams und die BAfEP Kettenbrücke (Innsbruck) hinzu.
Die Vergabe der letzten Spürnasenecken (siehe Pressemeldung vom 5. Juni 2025) startete vor knapp einem Jahr und wurde von ExpertInnen der Abteilung Elementarbildung und allgemeines Bildungswesen des Landes Tirol, der Bildungsdirektion für Tirol und der MINT-Koordination Tirol abgewickelt. Zu den neuesten Standorten mit Spürnasenecken gehört unter anderem der Kindergarten Abfaltersbach.
Stimmen aus der Praxis
Für Michael Mairhofer, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Tirol, sind praxisnahe Initiativen der Schlüssel, um Kinder für MINT-Themen zu begeistern: „Es freut mich sehr, dass die IV Tirol für die Spürnasenecken die Stiftung Auxilium Pro Tirol als wichtigen finanziellen Unterstützer gewinnen konnte. Diese Lernorte sind so wichtig, weil sie bei Kindern schon früh Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik wecken und ihren Forschergeist fördern. Wer in jungen Jahren experimentiert, beobachtet und Zusammenhänge selbst entdeckt, entwickelt Selbstvertrauen und Freude am eigenen Lernen. Genau dort wächst, was Kinder stark macht: Neugier, Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten und die Freude daran, die Welt selbst zu erforschen und zu verstehen.“
Von Beginn an richtete sich die Tiroler MINT-Strategie vor allem auch an Bezirke abseits der Ballungsräume, erklärt die Leiterin der MINT-Koordination Tirol, Elisabeth Lukasser-Vogl: „Die MINT-Koordination Tirol hat mit der Installation von elf Spürnasenecken in ihren ersten drei Jahren ein wichtiges Ziel erreicht. Von Beginn an war klar, dass eine flächendeckende Ausstattung aller Tiroler Kindergärten weder finanzierbar noch sinnvoll ist. Daher lag der Fokus auf Aus- und Fortbildung sowie auf der gezielten Ausstattung von Einrichtungen im ländlichen Raum als MINT-Bildungsknotenpunkte mit großer Reichweite. Dank eines engagierten Kernteams für MINT-Elementarpädagogik sowie der großzügigen Unterstützung durch die ARGE MINT und die Bundesstiftung Auxilium Pro Tirol konnte dieses Ziel nun erreicht werden.“
Factbox: Spürnasenecken Tirol
Projektträger der Spürnasenecken
Industriellenvereinigung Tirol in Zusammenarbeit mit der ARGE MINT (Land Tirol, WK Tirol, AK Tirol, ÖGB) und der Bundesstiftung Auxilium Pro Tirol
Über die MINT-Koordination Tirol
Die MINT-Koordination Tirol ist zentrale Umsetzungsstelle der MINT-Strategie des Landes und wird von der ARGE „MINT-Bildung Tirol“ getragen. In dieser Arbeitsgemeinschaft bündeln das Land Tirol, die Industriellenvereinigung Tirol, die Arbeiterkammer Tirol, die Wirtschaftskammer Tirol und der ÖGB Tirol ihre Kräfte, um MINT-Themen entlang der gesamten Bildungskette – vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung – zu stärken. Die Koordinationsstelle versammelt MINT-Angebote auf der Online-Plattform www.mint-tirol.at und unterstützt Bildungseinrichtungen bei der Umsetzung innovativer MINT-Projekte.


