- Planungsarbeiten sollen bis Mai 2028 abgeschlossen sein
- Ziel: neue und verbesserte Anbindung sowie optimierte Verknüpfung mit Bus, Fahrrad, Taxi und Individualverkehr
Eine verbesserte Anbindung und ein attraktives Mobilitätsangebot im Tiroler Unterinntal: Das soll mit der Neuplanung der Verkehrsstation Münster nun in Angriff genommen werden. Die neue barrierefreie Haltestelle befindet sich in unmittelbarer Nähe des REHA Zentrums Münster und bietet daher eine schnelle und umweltfreundliche Anbindung für PatientInnen, BesucherInnen und MitarbeiterInnen. Die Tiroler Landesregierung fasste heute, Dienstag, einen Beschluss zur Neuplanung des Verkehrsknotens Münster: „Mobilität ist vielschichtig. Gleichzeitig stellt eine starke Schieneninfrastruktur das Herzstück der Verkehrswende dar. Ich bin überzeugt davon, dass wir die Menschen bei der Wahl ihres persönlichen Transportmittels nicht belehren sollten. Stattdessen müssen wir attraktive und flexible Angebote schaffen, um die Menschen für das öffentliche Verkehrsangebot zu überzeugen. Land Tirol, ÖBB und die Gemeinde Münster arbeiten gemeinsam an einer Neuplanung des Verkehrsknotens in Münster inklusive Park & Ride-Plätze, Barrierefreiheit, mehr Lärmschutz und einem modernen Bahnhof“, gibt LH Anton Mattle bekannt. Damit geben Land Tirol, ÖBB und die Gemeinde Münster den Startschuss für die Planungsarbeiten. Die sollen bis Mai 2028 abgeschlossen sein. Der Kostenbeitrag des Landes für die Planungen beläuft sich auf 758.000 Euro. Insgesamt betragen die Planungskosten 1,67 Millionen Euro.
Die neue Haltestelle in Richtung Ortszentrum ist von 80 Prozent der Bevölkerung vor Ort innerhalb von 15 Minuten zu Fuß erreichbar. Konkret werden neben den barrierefreien Bahnsteigen sämtliche Maßnahmen für einen multimodalen Knoten des öffentlichen Verkehrs (ÖV) mitgeplant. Dies bedeutet, dass neben einer neuen Park & Ride- sowie Bike & Ride-Anlage auch Platz für einen neuen Mikro-ÖV berücksichtigt wird. Es geht allen voran darum, eine bestmögliche Verknüpfung zwischen den verschiedenen Verkehrsformen herzustellen. Mobilitätslandesrat René Zumtobel hebt hervor: „Mit der Neuplanung der Verkehrsstation Münster und besseren Kombinationsmöglichkeiten von öffentlichem Verkehr, Taxi, Fahrrad und Individualverkehr kann das bestehende Potential noch besser genutzt werden. Gerade durch die Nähe zum REHA Zentrum Münster wird deutlich, wie wichtig Barrierefreiheit, kurze Wege und eine verlässliche Anbindung für die Menschen vor Ort sind.“ Der Mobilitätslandesrat führt konkrete Zahlen zum geplanten multimodalen Verkehrsknoten an: „Am Ende zweier Ausbaustufen soll eine neue Park & Ride-Anlage rund 50 PKW-Stellplätze sowie fünf Kurzpark-Stellplätze umfassen. Bei der Bike & Ride-Anlage sind es 125 überdachte Fahrradstellplätze – davon sechs Fahrradboxen. Weiters werden 25 Stellplätze für motorisierte Krafträder zur Verfügung stehen.“
Projekt Teil des „Tiroler Vertrags II“
Das Vorhaben Verkehrsstation Münster ist Teil des „Tiroler Vertrag II“. Dabei handelt es sich um einen Infrastrukturvertrag zwischen Land Tirol und den ÖBB. Der Vertrag legt fest, welche Schieneninfrastrukturvorhaben bis 2030 umgesetzt werden. Unterzeichnet wurde er 2021 mit dem Ziel, in den darauffolgenden zehn Jahren entlang des 460 Kilometer langen, bereits voll elektrifizierten Streckennetzes in Tirol Verkehrsstationen gemeinsam mit den Standortgemeinden zu modernisieren und barrierefrei auszubauen. Ein Fokus liegt auf der multimodalen Verknüpfung zwischen Bahn, Bus, Bike & Ride sowie Park & Ride.
Factbox: „Multimodaler Knoten Verkehrsstation Münster“
Verkehrsstation
- Barrierefreie Ausgestaltung
- Anpassung Bahndamm samt Lärmschutzwand
- Anpassung bzw. Umbau Bestandsunterführung
Vorplatz
- Vorplatz mit Schienenersatzverkehrs-Busspur und Wendemöglichkeiten
Park & Ride, Bike & Ride
- Neue (überdachte) Anlage für Fahrräder und motorisierte Krafträder
Kurzmeldungen aus der Regierungssitzung
Leitfaden erleichtert Gemeinden die Erstellung von Stellplatzverordnungen – wöchentliches Update „Vereinfachung & Entbürokratisierung“: Im Rahmen der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie setzt das Land Tirol verstärkt auf eine verkehrssparende und flächenschonende Bau- und Raumordnung. Dazu gehören auch sogenannte Stellplatzverordnungen. Sie bilden das Regelwerk für Abstellmöglichkeiten von Kraftfahrzeugen auf Grundstücken von Neubauten, Umbauten oder Nutzungsänderungen von Gebäuden. Nun gibt es dafür einen Leitfaden. Damit sollen Gemeinden bei der Erstellung der dazugehörigen Verordnungen unterstützt werden. Denn Stellplatzverordnungen sind wichtig – sie sichern ausreichende Parkmöglichkeiten und verhindern gleichzeitig eine Überlastung öffentlicher Flächen. „Der Leitfaden bringt klare Strukturen und praxisnahe Unterstützung für Gemeinden. Damit vereinfachen wir Verfahren und verbinden effiziente Verwaltung mit Zielen wie dem Flächensparen, leistbarem Wohnen und der nachhaltigen Mobilität“, betont LH Anton Mattle. Raumordnungsreferent LHStv Josef Geisler ergänzt: „Eine durchdachte Stellplatzpolitik ist entscheidend für eine nachhaltige Raumordnung. Der Leitfaden hilft den Gemeinden, Nutzungskonflikte besser auszubalancieren und zukunftsfitte Lösungen umzusetzen.“ Der Leitfaden enthält neben rechtlichen und fachlichen Grundlagen auch konkrete Kriterien für die Festlegung von Stellplatzzahlen sowie ein Muster für eine Verordnung. Zudem zeigt er auf, wie durch projektbezogene Mobilitätskonzepte – etwa bei guter öffentlicher Verkehrsanbindung – Stellplatzanforderungen reduziert werden können. „Gerade in gut erschlossenen Lagen brauchen wir flexible und intelligente Lösungen. Der Leitfaden unterstützt die Gemeinden dabei, nachhaltige Mobilität zu stärken und gleichzeitig den Flächenverbrauch zu reduzieren“, so Mobilitätslandesrat René Zumtobel abschließend.