- Land Tirol unterstützt Gemeinden mit Förderungen, fachlicher Begleitung und Planungsinstrumenten bei der Attraktivierung ihrer Ortskerne
- BürgerInnenbeteiligung als zentrales Erfolgsrezept der Dorferneuerung
- Internationale Preisverleihung im September 2026 in Tschechien
Lebendige Dorfkerne entstehen dort, wo Gemeinden langfristig planen, die Bevölkerung aktiv einbinden und mutig neue Wege gehen. Dass Tirol mit diesem Ansatz europaweit Maßstäbe setzt, zeigt die Auszeichnung der Gemeinde Lans (Bezirk Innsbruck-Land) mit dem „European Village Renewal Award“ in Gold. Neben fünf weiteren österreichischen Gemeinden würdigte die internationale Jury Lans kürzlich für eine ganzheitliche, nachhaltige, innovative und zeitgemäße Gemeinwesensentwicklung von herausragender Qualität – das Land Tirol begleitete die Gemeinde dabei im Zuge der Dorferneuerung. Für das Land Tirol ist die Auszeichnung damit eine Bestätigung der erfolgreichen Dorferneuerungsstrategie, mit der Gemeinden seit Jahrzehnten bei der Entwicklung attraktiver Ortszentren unterstützt werden – von Förderungen über fachliche Beratung bis hin zur Begleitung komplexer Planungs- und Beteiligungsprozesse.
„Die Auszeichnung für Lans ist ein großer Erfolg für die Gemeinde und gleichzeitig eine Bestätigung des Tiroler Wegs der Dorferneuerung. Unser Ziel ist es, Gemeinden dabei zu unterstützen, lebenswerte Ortskerne zu schaffen und eine langfristige Entwicklung zu ermöglichen. Dass dieser Ansatz europaweit Anerkennung findet, ist eine große Auszeichnung“, betont Landeshauptmann Anton Mattle.
Lans als Vorbild
Die Gemeinde Lans wird von der Dorferneuerung des Landes bereits seit mehr als zehn Jahren begleitet. Aus den mit der Bevölkerung geführten „Lanser Zukunftsgesprächen“ entstanden zentrale Projekte wie die „Drehscheibe“, das neue Bildungs- und Begegnungszentrum im Ortskern. Mit der Quartiersentwicklung „Oberes Feld 2“ setzt die Gemeinde Maßstäbe in Bezug auf leistbaren Wohnraum, Nachhaltigkeit und soziale Durchmischung.
„Diese Auszeichnung ist eine Anerkennung für unsere gesamte Gemeinde. Sie zeigt, was möglich ist, wenn Politik, Verwaltung und Bevölkerung gemeinsam an einer Vision arbeiten. Besonders freut mich, dass unser Entwicklungsprozess weitergeht – mit der Quartiersentwicklung im Oberen Feld arbeiten wir bereits am nächsten Zukunftsprojekt“, sagt der Lanser Bürgermeister Benedikt Erhard.
Gemeinsam Zukunft gestalten
Ein wesentliches Erfolgsrezept der Tiroler Dorferneuerung ist die aktive Einbindung der BürgerInnen. In Lans bildeten die „Lanser Zukunftsgespräche“ den Ausgangspunkt für einen breiten Beteiligungsprozess, bei dem Bevölkerung, Politik, Verwaltung und Fachleute gemeinsam die Zukunft der Gemeinde entwickelten. Die Mitgestaltung reichte von Zukunftswerkstätten über die Entwicklung pädagogischer Konzepte für das Bildungszentrum bis hin zur Beteiligung an Architekturwettbewerben. So entstehen Projekte, die den Bedürfnissen vor Ort entsprechen, breite Akzeptanz genießen und den Zusammenhalt in der Gemeinde stärken.
„Erfolgreiche Dorfentwicklung beginnt damit, den Menschen zuzuhören und sie von Anfang an einzubinden. Dadurch entstehen Lösungen, die von der Bevölkerung mitgetragen werden und langfristig Bestand haben. Dieses Miteinander ist ein wesentlicher Grund für die internationale Auszeichnung der Gemeinde Lans“, sagt Diana Ortner, Abteilungsvorständin für Bodenordnung.
Die Verleihung des „European Village Renewal Award“ in Gold findet im September 2026 in Kostelní Lhota in Mittelböhmen (Tschechische Republik), der Siegergemeinde des vergangenen Wettbewerbs, statt.
Factbox: Projekte der Gemeinde Lans
- 2013: Revitalisierung Lanser Alm
- 2015: Teilnahme Exkursion Dorferneuerung: Schule von Morgen, Beispiele aus Bayern
- 2016: LA-21 Schulentwicklungsprozess
Entwicklung eines pädagogischen Raum- und Funktionskonzeptes für Volksschule, Kindergarten und Kinderkrippe - 2016: Volksschule, Potentialanalyse
Gutachtenverfahren für räumliche und bauliche Lösungsvorschläge für notwendige Erweiterung der Volksschule und des Kindergartens, sowie Verkehrsführung im Dorfzentrum - 2017: Architekturwettbewerb Bildungszentrum Lans
Programm für ländliche Entwicklung Leader 2014-2020 - 2017: LA21 – Lanser Zukunftsgespräche
Nach dem Wettbewerb „Bildungszentrum“ initiierte die Gemeinde Lans einen LA-21-Prozess mit dem Büro „nonconform“, um wichtige Impulse für die nachhaltige Entwicklung des Siedlungsgebiets „Obere Felder Dorfstraße“ und die Leerstandsaktivierung zu setzen sowie die künftigen Bedarfsperspektiven der Gemeinde und der Vereine zu ermitteln. - 2019: LA21 – Entwicklung Oberes Feld – kooperatives Verfahren
Entwicklung eines innovativen Wohnmodells mittels aktiver Bürgerbeteiligung - Seit 2019: Empfehlungen durch den Tiroler Gestaltungsbeirat
- 2019: Bauliche Entwicklung Nusserhof
- 2022: Bebauung Dorfstraße
- 2023: Ausbau Stadel Isserwirt
- 2020 bis 2021: Revitalisierung Alte Schule Lans
Sanierung und Adaptierung der „Alten Schule Lans“ für die gewerbliche Nutzung und für Vereine (Holzbläserwerkstatt, Architekturbüro, Grafikstudio, Co-Working-Bereich, Schützenheim und Schießstand) - 2026: Teilnahme Europäischer Dorferneuerungspreis
Begleitung des Bewerbungsprozesses und Aufbereitung der Unterlagen
2026: Beteiligungsprozess Quartiersbildung Oberes Feld
Entwicklung von Nutzungskonzepten für die Gemeinschaftsräume der neuen Anlage mit Beteiligung der BewohnerInnen, Vereine und Interessierter


