"ins Land einihören" Folge 17: Wie sich Tirol auf Krisen vorbereitet

Elmar Rizzoli vom Tiroler Zentrum für Krisen- und Katastrophenmanagement zu Gast beim Landes-Podcast

  • Komplexere Krisen: Landes-Warn- und Lagezentrum für schnellere Reaktionsfähigkeit erweitert
  • Hintergründe und Erklärungen zum Bevölkerungswarnsystems AT-Alert
  • In Tirol: Große europäische Katastrophenschutzübung im Juni 2027

Die neue Folge des Landes-Podcasts „ins Land einihören“ widmet sich einem Thema, das jede und jeden in Tirol betrifft: Krisen, (Natur-)Katastrophen, Blackout oder sonstige Ernstfälle, für die es vor allem eines braucht: Vorbereitung, um im Ernstfall gerüstet zu sein. Elmar Rizzoli, Leiter des Tiroler Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement des Landes, spricht mit Moderator Dénes Széchényi über die zunehmende Komplexität von Krisensituationen, den Ausbau des Landes-Warn- und Lagezentrums, AT-Alert und warum im Ernstfall gerade die Nachbarschaftshilfe wesentlich wird. Außerdem gibt er Einblicke in eine europäische Großübung im nächsten Jahr. Die Folge ist auf tirol.gv.at/podcast, auf allen gängigen Podcast-Plattformen und auf dem YouTube-Kanal des Landes zu hören.

Krisen werden komplexer, Strukturen werden stärker

Verkettete Entwicklungen, internationale Abhängigkeiten, rasch wechselnde Situationen: Rizzoli beschreibt, wie sowohl politische als auch Naturereignisse mitunter weitreichende und schwer vorhersehbare Folgen haben. Tirol reagiert darauf mit Vernetzung über Gemeinde-, Landes- und Staatsgrenzen hinweg und mit dem Ausbau der eigenen Krisenstrukturen. In den vergangenen Jahren stellte sich die Landeseinsatzleitung breiter auf und entwickelte die frühere Landeswarnzentrale zu einem Landes-Warn- und Lagezentrum weiter. Parallel dazu bereitet sich Tirol auf eine groß angelegte europäische Katastrophenschutzübung im Juni 2027 vor.

Elmar Rizzoli verrät außerdem, wie er im Krisenfall den Überblick behält: „Bei jedem Eintritt einer Katastrophe wird es eine sogenannte Chaosphase geben – meistens am Anfang. Gut ist man dann, wenn man diese Chaosphase kurzhalten kann.“ Tirol sei in Sachen Krisen- und Katastrophenmanagement gemeinsam mit den Einsatzorganisationen jedenfalls gut aufgestellt.

Nachbarschaftshilfe im Ernstfall wesentlich

Für den privaten Haushalt gibt er Empfehlungen, wie man sich vorausschauend auf Krisen und mögliche Notfälle vorbereiten kann. Dabei hebt er auch die Bedeutung von Nachbarschaftshilfe hervor, die im Ernstfall zu einem entscheidenden Faktor werden kann. Mit Blick auf ein mögliches Blackout-Szenario betont er: „Da muss jeder bei uns im Land seinen Beitrag leisten, denn im Ernstfall können sich die Einsatzkräfte nicht mehr um jeden Einzelnen kümmern.“

Aufklärung rund um AT-Alert

Das Bevölkerungswarnsystem AT-Alert ist seit 2024 im Einsatz und wurde bislang bei sechs Ereignissen in Tirol ausgelöst. Elmar Rizzoli nutzt das Gespräch bei „ins Land einihören“ auch, um einmal mehr aufzuklären. „Viele Leute denken, sie bekämen eine SMS. Das ist nicht so. AT-Alert greift auf eine andere Technologie zu. Das heißt konkret: Wir kennen keine einzige Telefonnummer und es werden auch sonst keine personenbezogenen Daten verarbeitet“, führt Rizzoli aus und stellt klar, dass der Datenschutz bei AT-Alert jedenfalls gewährleistet ist. Wie, wann und warum ein AT-Alert ausgelöst wird – das erläutert Elmar Rizzoli im Podcast.

Die nächste Folge von „ins Land einihören“ erscheint bereits am 29. Mai 2026.