Jetzt an FSME-Impfung denken

Zecken mit steigenden Temperaturen in Österreich wieder aktiv

  • Zeckenstiche können unter anderem FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose übertragen
  • Seit 50 Jahren: Impfung schützt vor Erkrankungen und schweren Krankheitsverläufen
  • Mit einfachen Tipps gegen Zecken vorgehen
  • Weitere Informationen unter: www.ages.at/zecken 

Mit dem Beginn der warmen Monate startet in Österreich die Zeckensaison. Sie reicht von Frühjahr bis Spätherbst, abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit. Zecken sind auch in Tirol aktiv – und sie übertragen Krankheiten wie FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) oder Borreliose. Gegen FSME, die Gehirn und Hirnhäute entzünden kann, gibt es mittlerweile seit 50 Jahren einen erprobten, effektiven Impfschutz. Die Impfung reduziert nicht nur das Risiko schwerer Krankheitsverläufe, sondern schützt auch effektiv vor einer Infektion. In Kombination mit einfachen Vorsorgemaßnahmen lässt sich das Ansteckungsrisiko zusätzlich deutlich senken. Mit Beginn der Zeckensaison appelliert Amtsärztin und Impfkoordinatorin Barbara Schmid, sich jetzt impfen zu lassen: „Gegen FSME gibt es keinen besseren Schutz als die Impfung. Ein aktueller Impfstatus verhindert schwere Verläufe und schützt zuverlässig während der gesamten Zeckensaison.“ Sie empfiehlt, sich möglichst rasch auffrischen zu lassen: „FSME ist nicht behandelbar – aber gut vermeidbar. Eine vollständige und rechtzeitig aufgefrischte Impfung bietet den besten Schutz.“

Kleine Stiche, großer Schutz

In Österreich sind Zecken nahezu überall anzutreffen – mittlerweile auch in höheren Lagen und urbanen Gebieten. Die Spinnentiere bevorzugen feuchte, schattige Plätze im Gras, Unterholz oder Gebüsch. Zecken können beim Blutsaugen Krankheitserreger übertragen – meist unbemerkt, weil der Stich schmerzlos ist.
FSME ist eine Viruserkrankung, die das zentrale Nervensystem betreffen kann. Borreliose hingegen ist eine bakterielle Infektion, die häufig mit Hautveränderungen beginnt und unbehandelt zu weiteren Beschwerden führen kann. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht – eine rasche medizinische Behandlung ist entscheidend.

Impfung als wichtigste Vorsorge

Nach vollständiger Grundimmunisierung bzw. einer aktuellen Auffrischungsimpfung liegt die Schutzwirkung gegen FSME bei über 97 Prozent. „Die Impfung ist im Allgemeinen gut verträglich – die meisten Nebenwirkungen sind lokal und klingen rasch wieder ab“, führt die Impfkoordinatorin aus. Ab 60 Jahren steigt das Risiko für schwere Verläufe, Komplikationen und mögliche Folgeschäden. Ein Impfschutz ist für diese Altersgruppe besonders wichtig.

Die Impfung ist in Österreich bereits seit 1976 zugelassen. Zwar haben laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) immer noch rund 80 Prozent der Menschen in Österreich mindestens eine FSME-Impfung erhalten – die Quote der vollständig Immunisierten ist zuletzt nach Angaben der Österreichischen Ärztekammer allerdings auf rund 60 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist die Zahl der wegen FSME im Spital behandelten Personen im Vergleich zu vor zehn Jahren wieder gestiegen. Laut AGES wurden im Vorjahr insgesamt 146 Fälle in Österreich gemeldet. Die Mehrheit der Infektionsfälle entfällt mit rund 85 Prozent auf ungeimpfte Personen, weitere zwölf Prozent betreffen Menschen ohne regelmäßig aufgefrischten Impfschutz.

Richtig handeln nach einem Zeckenstich

Im Falle eines Zeckenstichs sollte eine FSME-Impfung so rasch wie möglich verabreicht werden, wenn eine Auffrischungsimpfung fällig ist oder die betroffene Person noch nie gegen FSME geimpft wurde. Weitere Informationen sowie medizinische Abklärung erhalten Betroffene bei ihrer Hausärztin bzw. ihrem Hausarzt.

Um das Risiko von Zeckenstichen und Infektionen zu senken, sollten Menschen bei Aufenthalten im Freien auf passenden Schutz achten. „Lange, helle Kleidung und geschlossene Schuhe helfen, Zecken schneller zu erkennen. Nach jedem Ausflug empfiehlt es sich, den Körper gründlich abzusuchen – besonders bei Kindern. Zecken setzen sich bevorzugt an warmen, feuchten Stellen wie Haaransatz, Nacken, Achselhöhlen, Kniekehlen oder in der Leistengegend fest“, erklärt Schmid. Auch Kleidung und Haustiere sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Bei entdeckten Zecken gilt es, die Tiere möglichst rasch und vorsichtig mit einer spitz zulaufenden Pinzette nahe an der Haut entfernen, ohne sie zu zerquetschen. Die Einstichstelle soll anschließend mehrere Wochen lang beobachtet werden.


Factbox: Zecken, FSME und Borreliose – das Wichtigste

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

  • In Österreich meldepflichtige Krankheit
  • Inkubationszeit: drei bis 28 Tage (durchschnittlich acht Tage)
  • Symptome: grippeähnlich, in schweren Fällen Hirnhaut-/Hirnentzündung
  • Impfung: Grundimmunisierung ab dem Alter von sechs Monaten empfohlen, Auffrischungen alle fünf Jahre (ab dem 60. Lebensjahr alle drei Jahre)

Borreliose

  • Bakterielle Infektion, nicht meldepflichtig
  • Jährlich rund 25.000 bis 70.000 Erkrankungen in Österreich
  • Symptome: Wanderröte, Fieber, Gelenk- und Nervenentzündungen
  • Keine Impfung; rechtzeitige Antibiotikatherapie notwendig

Verhalten und Schutz

  • Lange, helle Kleidung und geschlossene Schuhe
  • Insektenschutzmittel verwenden
  • Körper und Kleidung nach Aufenthalten im Freien absuchen
  • Zecken rasch mit geeigneter Pinzette entfernen
  • Einstichstelle beobachten