- Tirolweite Aktionen machen auf die Situation schwer kranker Kinder und ihrer Familien aufmerksam
- Familiennachmittag mit exklusiver Führung am 1. Juni im Alpenzoo Innsbruck
- Weitere Veranstaltungen an der Klinik Innsbruck, der Burgenwelt Ehrenberg (Reutte), im Stadtzentrum Lienz und im BKH Kufstein
- Jahr des Ehrenamts: Dank an alle haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen
Rund 5.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – so viele sehen sich in Österreich mit einer lebensverkürzenden Erkrankung konfrontiert. Hinter jeder einschneidenden Diagnose stehen Familien, die neben medizinischer Betreuung vor allem menschlichen Beistand, Zeit und Unterstützung brauchen. Der Österreichische Kinderhospiz- und Palliativtag am 1. Juni macht jährlich auf ihre Situation aufmerksam. Unter dem Motto „Raum und Zeit – für Leben und Sterben“ finden in Innsbruck, Reutte, Lienz und Kufstein Veranstaltungen statt, um mehr Bewusstsein für Betroffene und deren Familien zu schaffen.
Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele betont die Bedeutung der Hospiz- und Palliativarbeit: „Wenn ein Kind lebensverkürzend krank ist, gerät das gesamte Leben einer Familie aus dem Gleichgewicht. Die Kinderhospiz- und Palliativversorgung schenkt in dieser Ausnahmesituation nicht nur medizinische Unterstützung, sondern vor allem Nähe, Würde und Menschlichkeit – trotz schwerer Krankheit. Mein aufrichtiger Dank gilt allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Familien in diesen so schwierigen Phasen begleiten. Tirol verfügt heute über ein flächendeckendes Netz aus mobilen Teams, Hospizdiensten und spezialisierten Angeboten, das von vielen engagierten Organisationen und Ehrenamtlichen getragen wird. Aktuell engagieren sich rund 430 Personen freiwillig im Tiroler Hospiz- und Palliativbereich – eine beachtliche Zahl“, hebt die Landesrätin auch mit Verweis auf das „Jahr des Ehrenamts“ hervor.
Die Tiroler Veranstaltungen am diesjährigen Aktionstag werden von der Koordinationsstelle Hospiz- und Palliativversorgung Tirol (Landesinstitut für Integrierte Versorgung Tirol, LIV) gemeinsam mit zahlreichen Partnerorganisationen organisiert – darunter kidsMOBILtirol, dem Kinder-Hospizteam der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, MOKI Tirol, Arche Herzensbrücken, Rainbows und Curaplus.
Familiennachmittag im Alpenzoo und Aktionswoche an Klinik Innsbruck
Am 1. Juni lädt der Alpenzoo Innsbruck zu einem Familiennachmittag, um Aufmerksamkeit für die Kinderhospiz- und -palliativarbeit zu schaffen. Von 14 bis 17 Uhr erwartet Familien ein Programm mit Kinderschminken, einer Seifenblasenwand sowie den „Rote-Nasen-Clowndoctors“. Zudem informieren verschiedene Hospizorganisationen an Infoständen über ihre Unterstützungsangebote. Weiterer Programmpunkt ist eine exklusive Führung für betroffene Familien um 15.30 Uhr durch das Zoogelände. „Gerade für Familien ist der Austausch mit anderen Betroffenen besonders wertvoll. Der Nachmittag im Alpenzoo soll bewusst Raum für diese Begegnungen ermöglichen und auf weitere Unterstützungsangebote aufmerksam machen“, erklärt LRin Hagele. Für Familien, die von beteiligten Organisationen betreut werden, ist der Eintritt zum Alpenzoo am 1. Juni kostenlos. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, bei der Veranstaltung dabei zu sein und die Angebote des Familiennachmittages zu nutzen.
Das Kinder- und Herzzentrum der Universitätsklinik Innsbruck steht von 27. Mai bis 3. Juni ebenfalls im Zeichen des Kinderhospiz- und Palliativtags. Im Foyer zeigt eine Ausstellung die Ergebnisse der Mitmachaktion „Was bringt dich zum Strahlen?“ aus dem Vorjahr. Familien gestalteten dafür Sonnenstrahlen mit persönlichen Botschaften, Gedanken und Erinnerungen. Die Magistrale wird beleuchtet und Informationsmaterialien der beteiligten Organisationen liegen bereit.
Mitmachaktionen auch in Reutte, Kufstein und Osttirol
Auch außerhalb Innsbrucks finden Veranstaltungen statt: Bereits am 31. Mai gibt es von 11 bis 15 Uhr am Areal der Burgenwelt Ehrenberg in Reutte (Klause 1, beim Spielplatz) ein Familienprogramm mit Kinderschminken, Seifenblasenwand und Informationsständen. In Lienz sind am 1. Juni BesucherInnen zu Mitmachaktionen in der Rosengasse eingeladen – dort werden ebenfalls die „Rote-Nasen-Clowndoctors“ für herzhafte Lacher sorgen. Zugleich sind am Bezirkskrankenhaus Kufstein das Erwachsenenpalliativteam und ein Kinderarzt von kidsMOBILtirol im Foyer und geben bei einem Infostand Einblicke in ihre Arbeit.
„Die Unterstützung von Kindern mit lebensverkürzenden Erkrankungen und ihren Familien braucht ein gut abgestimmtes Zusammenspiel vieler Organisationen, Berufsgruppen, Haupt- und Ehrenamtlicher. Kinderhospiz- und Palliativversorgung bedeutet, betroffene Familien mit Zeit, Entlastung und Begleitung nicht alleine zu lassen. Der Aktionstag macht die Bedeutung dieses gemeinsamen Netzwerks in Tirol sichtbar“, erklärt Lucas Nasrouei-Schmidt, Landeskoordinator Hospiz- und Palliativversorgung Tirol beim LIV Tirol.
Seit 2019 verfügt Tirol über eine flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung. Dazu zählen mobile Palliativteams in allen Bezirken, ein mobiles Kinderpalliativteam, das ganz Tirol abdeckt, und Palliativkonsiliardienste in allen öffentlichen Krankenhäusern. Ergänzt wird das Angebot durch das Hospizhaus Hall mit Palliativstation, Tageshospiz und Ambulanz sowie ehrenamtliche Hospizgruppen mit insgesamt mehr als 430 ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen. Das österreichweite Symbol für den Kinderhospiz- und Palliativtag ist die Seifenblase – als Zeichen für die verletzliche, aber gleichzeitig bunte Lebenswelt schwer kranker Kinder und Jugendlicher. Kreative Beiträge (Texte, Bilder, Fotos, Videos oder andere Aktionen) können bis 30. Juni über www.kinder-hospiz.at eingereicht werden.
Factbox: Hospiz- und Palliativversorgung in Tirol
Seit 2019 gibt es eine flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung in Tirol. Die eigene Koordinationsstelle am Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV) Tirol übernimmt dabei die Systemkoordination und Vernetzung – nach innen und außen – aller Strukturen der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung:
- 7 mobile Palliativteams und ein mobiles Kinderpalliativteam begleiten PatientInnen und deren Angehörige zu Hause
- 8 Palliativkonsiliardienste unterstützen in Krankenhäusern
- 33 Palliativbetten für Erwachsene und zwei für Kinder und Jugendliche
- ein Hospizhaus in Hall in Tirol mit Palliativstation, Tageshospiz und Ambulanz
- 24 ehrenamtliche Hospizgruppen mit zwölf hauptamtlichen KoordinatorInnen und 430 Ehrenamtlichen sowie 22 Ehrenamtliche im eigenen Kinder-Hospizteam
