- Rund 2.600 Auszubildende sorgen für Höchststand in der Pflegeausbildung
- Maßnahmen wie Pflegebonus und Führungskräftelehrgang zur Stärkung der Pflege umgesetzt
- Ausbau flexibler Pflege- und Betreuungsangebote in allen Regionen Tirols
Am Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai steht vor allem eines im Mittelpunkt: die Menschen, die sich tagtäglich um das Wohl und die Gesundheit der Bevölkerung kümmern. „Die Pflege- und Gesundheitsberufe sind eine unverzichtbare Säule unseres Pflege- und Gesundheitssystems. Ohne ihren Einsatz wären die laufenden Reformen und Verbesserungen in der Versorgung nicht möglich“, betont Pflege- und Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele. „Der Tag der Pflege ist deshalb vor allem ein Tag des Dankes. Denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege- und Gesundheitsberufe begleiten Menschen in schwierigen Lebenssituationen – oft unter herausfordernden Bedingungen – mit Kompetenz und Menschlichkeit. Dafür gebührt ihnen unsere höchste Anerkennung.“
Im Jahr 2025 waren in Tirol rund 9.500 Pflegepersonen (inkl. Sozialbetreuungsberufe) in den Krankenanstalten, Alten- und Pflegeheimen sowie bei den mobilen Diensten tätig. Besonders erfreulich ist zudem die Entwicklung in den Ausbildungszahlen: Mit aktuell rund 2.600 Auszubildenden verzeichnet Tirol einen Höchststand. Auch die Pflegelehre entwickelt sich weiterhin erfolgreich. Derzeit absolvieren 126 Lehrlinge ihre Ausbildung in 41 Lehrbetrieben. Damit gilt Tirol österreichweit als Vorreiter. Um die Auszubildenden zu unterstützen, wurde der monatliche Ausbildungsbeitrag für alle Pflege- und Sozialbetreuungsausbildungen mit Jahresbeginn auf rund 660 Euro erhöht.
„Dass sich so viele junge Menschen für einen Pflege- und Gesundheitsberuf entscheiden, unterstreicht die Attraktivität dieser vielseitigen Berufsmöglichkeiten in ganz Tirol. Unser Auftrag als Land ist es, dafür die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen“, so die Landesrätin.
Maßnahmen zur Stärkung der Pflege- und Gesundheitsberufe
Ein wichtiger Schritt ist der direkte Austausch: Diesen hat das Land Tirol mit Stakeholdern aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich unter anderem mit der Pflegeplattform intensiviert. Daraus wurden bereits konkrete Maßnahmen zur Stärkung des Pflege- und Gesundheitsbereichs abgeleitet. So wurde unter anderem ein neuer Führungskräftelehrgang zur gezielten Stärkung von Führungskompetenzen in der Pflege umgesetzt, der mit Juni erstmals von 20 Personen abgeschlossen wird. Zudem setzt das Land Tirol auch weiterhin auf finanzielle Unterstützung und Wertschätzung für Beschäftigte im Pflege- und Gesundheitsbereich: So konnte auch der Pflegebonus in Tirol für 2026 abgesichert werden.
„Die Pflege- und Gesundheitsberufe sind weit mehr als ein Beruf – sie sind ein unverzichtbarer Dienst an unserer Gesellschaft. Hinter allen Maßnahmen stehen Menschen, die täglich Verantwortung übernehmen und für andere da sind. Wir wissen den Einsatz sehr zu schätzen und wollen mit konkreten Maßnahmen – von besseren Ausbildungsbedingungen bis hin zur finanziellen Absicherung durch den Pflegebonus – ein klares Zeichen der Wertschätzung setzen“, betont LRin Hagele.
Ausbau moderner Pflege- und Betreuungsangebote
Gleichzeitig treibt das Land Tirol auch den Ausbau und die Weiterentwicklung der Pflegeversorgung konsequent voran. Grundlage dafür bildet der Strukturplan Pflege 2023–2033, der eine bedarfsgerechte und wohnortnahe Versorgung in allen Regionen Tirols sicherstellen soll. Bis 2033 sind rund 2.100 neue Pflegeplätze vorgesehen. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf flexiblen Angeboten wie der Tagespflege oder dem betreuten Wohnen.
„Unser Ziel ist klar: Menschen sollen so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld leben können. Dafür braucht es moderne und flexible Versorgungsangebote ebenso wie ausreichend gut ausgebildete Pflegekräfte“, so die Landesrätin.
Neue Richtlinie stärkt innovative Wohnformen
Mit einer neuen Richtlinie zur Förderung von Betreutem Wohnen, Betreuten Wohngemeinschaften und weiteren alternativen Wohnformen entwickelt das Land Tirol deshalb bestehende Angebote gezielt weiter. Die bisherigen Modelle des Betreuten Wohnens werden durch die Möglichkeit der Pilotierung von „Betreuten Wohngemeinschaften“ weiterentwickelt und an aktuelle Anforderungen angepasst. Diese neue Versorgungsform soll Wohnraum für Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf aufgrund von chronischen Erkrankungen bieten.
Darüber hinaus schafft Tirol die Möglichkeit, innovative Wohn- und Betreuungsformen außerhalb klassischer stationärer Pflegeeinrichtungen zu pilotieren. Besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf jüngeren pflegebedürftigen Menschen, deren Bedürfnisse häufig andere Wohn- und Unterstützungsmodelle erfordern als klassische Alten- und Pflegeeinrichtungen. „Neue Versorgungs- und Wohnformen können hier einen wichtigen Beitrag leisten, um die Selbstständigkeit, soziale Teilhabe und die Lebensqualität zu verbessern“, erklärt LRin Hagele.
Pilotprojekt „Akutpflege Tirol“ gestartet
Mit dem Pilotprojekt „Akutpflege Tirol“ setzt das Land zudem neue Maßstäbe in der wohnortnahen Versorgung. Seit April 2026 sind speziell ausgebildete diplomierte Pflegekräfte im Großraum Innsbruck und Teilen von Innsbruck-Land im Einsatz, um Menschen direkt zuhause zu versorgen und unnötige Krankenhausaufnahmen zu vermeiden.
„Die ‚Akutpflege Tirol‘ verbindet häusliche Pflege und Notfallversorgung auf innovative Weise. Damit entlasten wir nicht nur Spitäler und Rettungsdienste, sondern stärken auch die Kompetenzen und den eigenverantwortlichen Einsatz der Pflegekräfte. Gleichzeitig helfen wir Menschen rasch und direkt dort, wo sie Unterstützung brauchen – zuhause“, so die Landesrätin.
