Tirol wird heißer und trockener

Klimastatusbericht 2025: Tirol treibt Umsetzung der Nachhaltigkeits- und Klimastrategie weiter voran

  • Mehr Hitzetage und häufigere Trockenperioden in Tirol
  • Anpassungsmaßnahmen sollen Gemeinden und Infrastruktur widerstandsfähiger machen

Heute, Montag, wurde der Klimastatusbericht für Österreich 2025 vom Klima- und Energiefonds veröffentlicht. Auch für Tirol wurden dabei Erhebungen durchgeführt. Zentrale Ergebnisse sind unter anderem: 2025 war das drittwärmste Jahr seit Beginn der Messungen im Jahr 1850, die Monate April, Juni, August und Dezember waren überdurchschnittlich warm. Zudem gab es wenig Niederschläge, insbesondere nördlich des Inntals. Das führt auch in Tirol zu zunehmenden Trockenperioden mit Folgen für die Landwirtschaft und Auswirkungen auf die Grundwasserstände. Die Trinkwasserversorgung ist in Tirol zwar durch die hauptsächliche Versorgung aus Quellen weiterhin gut abgesichert, trotzdem gilt es, mit weiteren Klimawandelanpassungsmaßnahmen gegenzusteuern und den verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser wieder vermehrt ins Bewusstsein zu rufen. „Der Klimastatusbericht für das Jahr 2025 führt uns zum wiederholten Male vor Augen, dass viel mehr gehandelt werden muss, anstatt den Klimawandel als solches in Frage zu stellen. In Tirol setzen wir auf Landesebene schon seit vielen Jahren gezielte Maßnahmen, um uns bestmöglich an die neuen Gegebenheiten anzupassen und unseren Lebensraum zu schützen. Auch in den Regionen und Gemeinden Tirols passiert in diesem Bereich sehr viel. Es wird auch weiterhin unsere Aufgabe sein, die Entwicklungen genauestens zu beobachten und entsprechende Anpassungsmaßnahmen umzusetzen“, verweist Klimaschutzlandesrat René Zumtobel auf die vielfältigen Maßnahmen, die im Rahmen der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie, in den Klimawandel-Anpassungsmodellregionen sowie in den Klima- und Energie-Modellregionen, vielen Regionalmanagements und Gemeinden bereits gesetzt werden.

Zahl der Hitzetage steigt 

Die Anzahl der Hitzetage (Tage, an denen 30 Grad überschritten wurden) hat in den vergangenen Jahren in ganz Österreich deutlich zugenommen, besonders in städtischen Gebieten. In Innsbruck werden aktuell durchschnittlich 33 Hitzetage pro Jahr gezählt, dreieinhalb Mal mehr als im Zeitraum 1961 bis 1990. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen, sind sich ForscherInnen einig. Hitze gilt bereits heute als größtes klimabedingtes Gesundheitsrisiko – vor allem für ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich belastete Personen. 

Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie: Klimaanalyse zeigt Hitzeinseln und Kaltluftströme

Der Schutz der Bevölkerung vor Hitze und die Anpassung an den Klimawandel sind wesentliche Punkte der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie. 2025 wurde im Rahmen der Strategie eine Klimaanalyse für das Tiroler Inntal vorgestellt. Diese wird aktuell auf die Regionen Lienz und Umgebung, Reutte und Umgebung sowie auf die Region Kitzbühel bis St. Johann in Tirol ausgeweitet. Die interaktive Karte auf tiris.maps zeigt die Hitzebelastung an einem durchschnittlichen Sommertag in einer bislang einzigartigen Detailtiefe von 25 Quadratmetern. Darüber hinaus macht sie sichtbar, wie stark Siedlungsräume nachts abkühlen und aus welchen Bereichen kühlende Luftströmungen – sogenannte Kaltluftströme – in die Täler und Ortschaften gelangen. Für Gemeinden, Architekturbüros und PlanerInnen liefert die Karte damit eine wichtige Grundlage für eine klimaangepasste Raumplanung: Sie zeigt auf, wo Siedlungsräume besonders stark von Hitze betroffen sind, wo wichtige nächtliche „Durchlüftungsachsen“ verlaufen und wo gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Mikroklimas sinnvoll sind. Gleichzeitig unterstützen die Daten dabei, neue Gebäude und Siedlungserweiterungen so zu planen, dass natürliche Kaltluftleitbahnen und nächtliche Abkühlungsräume möglichst erhalten bleiben. Kürzlich wurde auf Antrag von LR Zumtobel von den Klimaschutzlandesrätinnen und -räten dazu ein Beschluss in Richtung Bundesregierung getroffen, das Themenfeld „Hitze und Gesundheit“ im Rahmen der nationalen Klimawandelanpassungspolitik weiter zu stärken und die sektorübergreifende Vorsorge vor hitzebedingten Gesundheitsbelastungen konsequent auszubauen.

Naturschutzprojekte sind auch Beitrag zur Sicherung der Wasserversorgung

Die zunehmenden Hitze- und Trockenperioden werden zu einem steigenden Bewässerungsbedarf führen: Schätzungen zufolge könnte der Wasserbedarf in Österreich bis 2050 um elf bis 15 Prozent steigen. „Wir sind in Tirol in Sachen Wasser gesegnet – zahlreiche natürliche Quellen und auch grundsätzlich solide Grundwasserstände versorgen uns jeden Tag zuverlässig. Trotzdem ist es wichtig, im Alltag verantwortungsvoll mit der Ressource Wasser umzugehen. So kann beispielsweise Regenwasser gesammelt und für den Garten verwendet werden. Auch die Auswahl von Pflanzen, die gut mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen, hilft dabei, im Garten Wasser zu sparen“, so LR Zumtobel. Das in Tirol umgesetzte Naturschutzprojekt „AMooRe“ zur Wiederherstellung von Mooren trägt laut ExpertInnen ebenfalls dazu bei, die Grundwasserneubildung zu verbessern. Somit sind Moore nicht nur wertvolle CO2-Speicher und Schatzkammern der Artenvielfalt, sie verlangsamen auch den Oberflächenabfluss von Wasser. Aktuelle Informationen zum Projektstand von AMooRe finden sich in der Presseaussendung vom 23. April 2026.