- Keine App, keine Anmeldung, keine Kosten
- Land Tirol setzt weiteren Informationsschwerpunkt zu AT-Alert
- Laufende Weiterentwicklung des Warnsystems – Optimierung der räumlichen Empfangsgenauigkeit
Mit dem Bevölkerungswarnsystem AT-Alert können Menschen im Ernstfall schnell, direkt und zielgerichtet über ihr Mobiltelefon gewarnt werden. Zuletzt diese Woche, als es in Seefeld zu einem Großbrand kam und die Bevölkerung mittels AT-Alert über mögliche Gefahren sowie entsprechende Handlungsanweisungen informiert wurde. Seit 2024 wurde der AT-Alert damit insgesamt bei sechs Ereignissen in Tirol ausgelöst. Unabhängig vom Ereignis gilt bei AT-Alert: Warnmeldungen werden automatisch an alle empfangsbereiten Mobiltelefone im betroffenen Gebiet gesendet – ohne App und ohne Anmeldung. Maßgeblich ist nicht der Wohnort, sondern der aktuelle Aufenthaltsort. So werden Einheimische und Gäste gleichermaßen erreicht. Im Zuge der bisherigen Auslösungen zeigte sich, dass es nach wie vor Informationsbedarf gibt. Das Land Tirol setzt daher einmal mehr einen Informationsschwerpunkt rund um den AT-Alert. Zudem wird das System laufend weiterentwickelt – so soll die räumliche Empfangsgenauigkeit in Zukunft optimiert werden.
Sicherheitslandesrätin Astrid Mair betont: „Mit AT-Alert steht ein modernes Bevölkerungswarnsystem zur Verfügung, das alle Menschen in einem Gefahrengebiet erreicht. Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Umso wichtiger ist es, rasch, klar und zielgerichtet informieren zu können – ohne Hürden wie App-Download oder Registrierung. Zudem werden die Warnmeldungen auch auf Englisch angezeigt, um auch Menschen zu informieren, die kein Deutsch sprechen.“
Informationskampagne des Landes Tirol
„AT-Alert ist eine wichtige Ergänzung zu bestehenden Warnsystemen und Meldungskanälen wie Sirenen, Radio oder digitale Informationskanäle. Der große Vorteil liegt in der unmittelbaren und geographisch gezielten Warnung“, erklärt Elmar Rizzoli, Leiter des Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement des Landes Tirol. „Essentiell ist, dass die Nachricht sorgfältig gelesen wird, damit entsprechend der Informationen gehandelt werden kann.“
AT-Alert wurde in Tirol bisher bei sechs Ereignissen eingesetzt – einmal für ganz Tirol, fünfmal aufgrund lokaler Ereignisse. Dabei sind auch Fragen aus der Bevölkerung aufgekommen. Um diese zu klären und bestmöglich zu informieren, startet das Land Tirol eine erneute Infokampagne mit Erklärvideos, einen Social Media-Schwerpunkt und eine Podcast-Folge von „ins Land einihören“ mit Elmar Rizzoli (Erscheinungstermin: 24. April; www.tirol.gv.at/podcast).
„Warum habe ich eine Warnung erhalten, obwohl ich nicht im betroffenen Gebiet war? Warum habe ich keinen AT-Alert bekommen? Nach den vergangenen Auslösungen gab es immer wieder Rückfragen zur Funktionsweise des Systems. Diese Fragen greifen wir gezielt auf und versuchen rasch nachvollziehbare Antworten auf den Informationsseiten des Landes bereitzustellen“, so Thomas Geiler, Leiter des Landes-Warn- und Lagezentrums Tirol, der weiter ausführt: „Aus den Fragestellungen resultieren auch Ideen zur Verbesserung von AT-Alert. Noch in diesem Jahr möchten wir gemeinsam mit dem Bund und allen Ländern einige Neuerungen einführen. Neben der Informationsbereitstellung auf den Fahrplanauskunftstafeln des öffentlichen Verkehrs und der Wiedergabe der Warnnachricht über Digitalradio (DAB+) soll auch die räumliche Empfangsgenauigkeit der Warnnachricht optimiert werden. Mit diesen Möglichkeiten setzen wir einen weiteren Schritt für eine noch zielgerichtetere und schnelle Bevölkerungsinformation.“
AT-Alert kurz erklärt
Die zuständige Behörde – beispielsweise der/die BürgermeisterIn, die Bezirkshauptmannschaft oder das Land Tirol – legt im Ernstfall das betroffene Gebiet fest und erstellt die Warnmeldung samt Verhaltensempfehlungen. Diese wird über die Mobilfunknetzbetreiber an alle Mobiltelefone ausgesendet, die sich in den jeweiligen Mobilfunkzellen des Gefahrengebiets befinden. Die Warnung erscheint in der Regel innerhalb weniger Sekunden direkt am Handy und enthält Informationen zur Gefahr, klare Handlungsempfehlungen sowie einen Link zu weiteren Details. Das System funktioniert anonym, datenschutzkonform und kostenlos.
Wichtig ist: AT-Alert ist keine SMS und keine Push-Nachricht, sondern eine prioritäre Cell-Broadcast-Nachricht. Dadurch funktioniert das System auch dann, wenn Mobilfunknetze stark ausgelastet sind.
Die zwei wesentlichen Warnstufen
AT-Alert verfügt über mehrere Warnstufen, die je nach Ereignis eingesetzt werden. Für die Bevölkerung sind vor allem zwei Warnstufen relevant:
- Notfallalarm: Die höchste Warnstufe ist standardmäßig auf allen empfangsbereiten Mobiltelefonen aktiviert und kann nicht deaktiviert werden. Sie wird immer mit einem hörbaren Signal und einer auffälligen Anzeige ausgegeben.
- Gefahreninformation: Sie weist auf eine mögliche Gefahr hin, ist aber kein Alarm im engeren Sinn. Diese Warnstufe muss gegebenenfalls in den Einstellungen des Mobiltelefons aktiviert werden.
- Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, alle Warnstufen zu aktivieren.
Alle Informationen zu AT-Alert – unter anderem zur Aktivierung der Gefahrenstufen – sowie die wichtigsten FAQs finden sich unter www.tirol.gv.at/at-alert.
Vorteile von AT-Alert
- Direkte Warnung in wenigen Sekunden auf das Mobiltelefon
- Keine App und keine Anmeldung erforderlich
- Warnung nach Aufenthaltsort, nicht nach Wohnadresse
- Erreicht alle Menschen im Gefahrengebiet, auch TouristInnen und Roaming-NutzerInnen
- Anonym und datenschutzkonform
- Kostenlos für die EmpfängerInnen
- Hohe Ausfallsicherheit durch redundante Netzverbindungen und prioritäre Übertragung der Warnnachricht per Cell Broadcast

