Euregio-Lawinenreport beendet außergewöhnliche Wintersaison

Letzte tägliche Lawinenprognose für Sonntag, 3. Mai, geplant – anschließend bei Bedarf weiterhin Blogeinträge

  • Rekord: Über neun Millionen Aufrufe der Website www.lawinen.report 
  • Außergewöhnlicher Winter in der gesamten Euregio: 19 Tage Gefahrenstufe 4, mehr als 500 von Personen ausgelöste Lawinen und 40 Todesopfer
  • Lawinenwarndienst des Landes Tirol mit enormer Reichweite über Social Media

Der Euregio-Lawinenreport war auch in diesem Winter eine unverzichtbare Informationsquelle für WintersportlerInnen in Tirol, Südtirol und dem Trentino. An 156 Tagen wurde ein Lawinenreport erstellt. Mit rund 9,1 Millionen Aufrufen der Website www.lawinen.report in dieser Saison wurde erneut ein Rekord erzielt – zum Vergleich: Vergangenen Winter waren es 5,7 Millionen Aufrufe, 2023/24 waren es rund fünf Millionen. Am Samstag, den 2. Mai, erscheint um 17 Uhr der letzte Report dieser Saison als Prognose für Sonntag, den 3. Mai. Mit insgesamt 40 Todesopfern und 34 Verletzten bei 62 Lawinenereignissen fällt auch die Unfallstatistik überdurchschnittlich hoch aus. Hauptgrund dafür war das überwiegend schwache Schneedeckenfundament mit punktuell starken Schneefällen.

„Die Zugriffszahlen zeigen, wie wichtig verlässliche, aktuelle und verständlich aufbereitete Informationen für Touren und Variantenfahrten sind. Der Euregio-Lawinenreport ist ein starkes Beispiel dafür, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit die Sicherheit im alpinen Raum stärkt“, betont Euregio-Präsident LH Anton Mattle

Besonders betroffen mache die hohe Zahl an Todesopfern, sagen die Landeshauptleute Mattle, Arno Kompatscher (Südtirol) und Maurizio Fugatti (Trentino) und betonen: „Unsere Gedanken sind bei allen Angehörigen.“ Gleichzeitig unterstreichen die Landeshauptleute, wie wichtig die laufende Beobachtung, präzise Einschätzung und breite Kommunikation der Lawinensituation sind: „Unser Ziel ist es, die Menschen bestmöglich bei sicheren Entscheidungen im alpinen Gelände zu unterstützen. Wir sind überzeugt, dass wir damit zahlreiche weitere Unglücke verhindern konnten und setzen auf weitere Maßnahmen, um das Bewusstsein für die Gefahr am Berg durch Information und Weiterbildung zu stärken.“

Tirols Sicherheitslandesrätin Astrid Mair ergänzt: „Die Lawinensituation im heurigen Winter war enorm herausfordernd. Umso wichtiger waren die Informationen und die Sensibilisierung über den Lawinenreport. Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Lawinenwarndienste für ihre wertvolle und professionelle Arbeit.“

Außergewöhnlicher und über lange Zeit kritischer Winter

Der Winter 2025/26 war in der gesamten Euregio in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Zu Beginn war er verbreitet sehr schneearm. Dadurch bildete sich bis Mitte Jänner ein ausgeprägtes schwaches Schneedeckenfundament. Mit den Schneefällen zwischen Mitte Jänner und Ende Februar entstand darauf aufbauend eine überdurchschnittlich lange und besonders gefährliche Lawinenphase. „Über etwa eineinhalb Monate hinweg waren typische Alarmzeichen wie spontane Lawinenabgänge, von Personen ausgelöste Lawinen, Setzungsgeräusche, Rissbildungen und Fernauslösungen an der Tagesordnung“, erklärt Patrick Nairz, Leiter des Lawinenwarndienstes des Landes Tirol.

Besonders deutlich zeigt sich das in den Gefahrenstufen: Von 16. bis 25. Februar 2026 wurde zehn Tage in Folge die Gefahrenstufe 4 (große Lawinengefahr) ausgegeben. Insgesamt war dies im gesamten Winter 19 Mal der Fall. Darüber hinaus herrschte von 25. Jänner bis 7. März 2026 und damit 32 Tage in Folge die Gefahrenstufe 3 (erhebliche Lawinengefahr). Hinzu kommt, dass im Laufe des Winters mehr als 500 von Personen ausgelöste Lawinen registriert wurden – im vergangenen Winter waren es 200. 

62 Lawinenereignisse in der Euregio

Insgesamt wurden in der Euregio 62 Lawinenereignisse mit 40 Todesopfern und 34 Verletzten verzeichnet. Davon entfielen auf Tirol 36 Lawinenereignisse mit 18 Todesopfern und 27 Verletzten, auf Südtirol 17 Lawinenereignisse mit 16 Todesopfern und fünf Verletzten sowie auf das Trentino neun Lawinenereignisse mit sechs Todesopfern und zwei Verletzten. Rund 90 Prozent der Todesopfer waren Männer. Zahlen zum Vergleich – Wintersaison 2024/25: sieben Todesopfer in Tirol, drei in Südtirol und ein Todesopfer im Trentino. 

Blog informiert auch außerhalb der Saison

Auch nach dem Ende der täglichen Prognosesaison bleibt das Informationsangebot aufrecht: Sollte es in den schneefreien Monaten zu kritischen Lawinensituationen kommen, werden diese weiterhin über den Blog auf www.lawinen.report/blog veröffentlicht.


Tirol: Hohe Reichweite über Social Media-Kanäle

Die Kommunikationskanäle des Lawinenwarndienstes des Landes Tirol entwickelten sich in den vergangenen Monaten stark weiter:

  • Neuer WhatsApp-Kanal: Großer Erfolg mit mehr als 12.000 AbonentInnen 
  • Instagram: Anstieg der Follower auf 72.500
  • Facebook: Anstieg Follower auf 33.500
  • Während der besonders gefährlichen Lawinenzeit von Mitte Jänner bis Ende Februar: 15 Millionen Aufrufe auf Instagram, zudem über 700.000 erreichte Konten und über 10.000 neue Follower – ein Plus von 16,5 Prozent. 
  • Facebook: In der Haupt-Lawinenzeit im Februar zusätzlich 2,3 Millionen Aufrufe 
  • Beiträge großteils mit 50.000 bis 100.000 Aufrufe, ein gemeinsamer Beitrag mit dem Alpenverein 1,36 Millionen Aufrufe – davon 820.000 auf Instagram und 540.000 auf Facebook

LRin Mair dazu abschließend: „Das zeigt, dass Social Media gerade in diesem Bereich enorm wichtig ist, um die Menschen zu erreichen. Deshalb setzen wir bewusst auf dieses Mittel der Kommunikation und gehen international mit gutem Beispiel voran. Im Hinblick auf Follower und Reichweite auf Instagram liegen wir an dritter Stelle aller Lawinenwarndienste weltweit.“ 

Einen Landes-Film zur Arbeit des Lawinenwarndienstes des Landes Tirol sowie zur Winter-Bilanz 2025/26 gibt’s auf dem Youtube-Kanal des Landes