Millionenprojekte durch Gemeinde-Investitionsfonds

Österreichweit einzigartiges Fördermodell: 200 Millionen Euro zinsgünstige Darlehen für Tirols Gemeinden

  • 91 Millionen Euro beantragt: bereits 29 Anträge mit Gesamtinvestitionsvolumen von 254 Millionen Euro in Prüfung
  • Spatenstich: Tiroler Gemeinde-Investitionsfonds unterstützt Kindercampus Matrei am Brenner 
  • Gemeindeverbandspräsident Schubert: „Macht kommunale Projekte möglich“
  • Bürgermeister Geir: „Meilenstein für Matrei am Brenner“

Mit dem ersten Spatenstich wird der Tiroler Gemeinde-Investitionsfonds (GIF) sichtbar: In Matrei am Brenner entsteht mit Unterstützung des Landes und eines zinsgünstigen Darlehens aus dem Gemeinde-Investitionsfonds ein neuer Kindercampus. Im Rahmen des Spatenstichs in Matrei am Brenner informierten Landeshauptmann Anton Mattle, Thomas Danzl, Geschäftsführer des Gemeinde-Investitionsfonds und der Bürgermeister von Matrei am Brenner, Patrick Geir, über die ersten konkreten Projekte und Wirkung des Gemeinde-Investitionsfonds. „Das ist vernünftige Finanzpolitik: ein Landesbudget ohne neue Schulden und neue Finanzierungsinstrumente, um Projekte vor Ort zu ermöglichen“, ist LH Mattle überzeugt.

LH Mattle: „Wir investieren in das Richtige“

Der Tiroler Gemeinde-Investitionsfonds ist österreichweit einzigartig. In den Jahren 2026 und 2027 stehen Tirols Gemeinden und Gemeindeverbänden insgesamt 200 Millionen Euro an zinsgünstigen Darlehen zur Verfügung. Finanziert werden können damit zentrale Infrastrukturprojekte in verschiedenen Bereichen: von Bezirkskrankenhäusern und Pflichtschulen über Altenwohn- und Pflegeheime bis hin zu Feuerwehrgerätehäuser und Tiefbauprojekte. Die Darlehen werden mit einem günstigen Fixzinssatz von einem Prozent, flexiblen Konditionen und einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren vergeben. 

„Der Tiroler Gemeinde-Investitionsfonds hat einen Erfolgsstart hingelegt. 29 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 254 Millionen Euro sind bereits in Prüfung. Damit könnten bereits über 90 Millionen Euro aus dem Gemeinde-Investitionsfonds ausgeschöpft werden. Wir ermöglichen damit Investitionen in die richtigen und wichtigen Projekte in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Bildung, Sicherheit und Tiefbau“, ist LH Mattle für den Spatenstich eines solchen Projekts nach Matrei am Brenner gekommen. „Der Kindercampus in Matrei am Brenner zeigt, worum es geht: Investitionen in die Zukunft, in moderne Infrastruktur und damit auch in die Lebensqualität vor Ort. Gleichzeitig bedeuten solche kommunalen Millioneninvestitionen auch Aufträge für die heimische Wirtschaft.“

Die Nachfrage nach den zinsgünstigen Darlehen ist groß: Bereits nach wenigen Monaten liegen 29 Darlehensanträge mit einem Darlehensvolumen von über 91 Millionen Euro vor. Dahinter steht eine Gesamtinvestitionssumme von rund 254 Millionen Euro. Davon sind 15 Fälle mit einem Darlehensvolumen von 44 Millionen Euro und einer Investitionssumme von 137 Millionen Euro bereits bewilligt. Von den bereits bewilligten Projekten betreffen sechs den Bereich kommunale Wasserversorgung und Abwasserentsorgung – davon zwei in St. Jakob in Defereggen (Bezirk Lienz), zwei in Kaltenbach (Bezirk Schwaz) sowie je ein Projekt in Steeg (Bezirk Reutte) und Westendorf (Bezirk Kitzbühel). Weitere Projekte, für die bereits Darlehen bewilligt wurden, sind Feuerwehrgerätehäuser in Hochfilzen (Bezirk Kitzbühel), Kundl (Bezirk Kufstein) und Wängle (Bezirk Reutte), Erweiterung Bezirkskrankenhaus Schwaz, Neubau Altenwohn- und Pflegeheim Telfs (Bezirk Innsbruck-Land), Neubau Kleinwasserkraftwerk Ried im Zillertal (Bezirk Schwaz), Errichtung interkommunale Kompostieranlage Abwasserverband Großache Nord (Bezirk Kitzbühel) sowie Sanierung Kompostieranlage Abfallbeseitigungsverband der Region 10 (Bezirk Innsbruck-Land). 

Der Tiroler Gemeindeverband sieht kommunalen Projekte, die durch den Gemeinde-Investitionsfonds entstehen, sehr positiv und begrüßt in einer schriftlichen Stellungnahme den erfolgreich angelaufenen Start. „Die vielen interessierten Gemeinden geben dem Tiroler Gemeinde-Investitionsfonds recht. Dieses innovative Finanzierungssystem in Tirol wird in anderen Bundesländern bereits viel beachtet. Denn der Investitionsfonds kann den Gemeinden dabei helfen, die Finanzierungskosten zu reduzieren. Das ist eine langfristige Entlastung für die Gemeinden und ein Anreiz, um Investitionen durchzuführen“, erklärt Gemeindeverbandspräsident Karl-Josef Schubert.

Bildungscampus Matrei: Bildung, Betreuung und Begegnung an einem Ort

Der neue Bildungscampus ist zudem das erste Großprojekt, das Matrei am Brenner nach der erfolgreich und freiwillig umgesetzten Gemeindefusion realisiert. Am Standort der Volksschule Matrei entsteht ein moderner Campus, der Volksschule, Kindergarten und Kinderkrippe zusammenführt. Das neue Gebäude wird rund doppelt so groß wie das bestehende Gebäude, jedoch nicht höher. Auch das benachbarte, rund 700 Jahre alte Widum wird in das Projekt eingebunden und für die Nachmittagsbetreuung adaptiert. Künftig sollen dort auch zwei Wohnungen für die Pfarre, Pfarrbüros und Besprechungsräume untergebracht werden. Im Umfeld des Widums entstehen drei abgetrennte Spielplätze und eine Kiss-&-Ride-Zone für Eltern. In diesem Zuge wird auch die alte Brücke reaktiviert. 

„Während der Bauphase werden die Schülerinnen und Schüler vorübergehend in der alten Volksschule Steinach untergebracht. Nach Fertigstellung des Kindercampus zieht am bisherigen Kindergarten-Standort das Jugendzentrum ein. Das bisherige Jugendzentrum soll in weiterer Folge zum neuen Zuhause für die Landesmusikschule Wipptal werden“, erläutert Bürgermeister Geir die Pläne und betont: „Mit dem Kindercampus schaffen wir für unsere Kinder, Familien und Pädagoginnen und Pädagogen beste Rahmenbedingungen. Bildung und Betreuung werden an einem Standort gebündelt, Wege werden kürzer und die Infrastruktur wird zukunftsfit. Für Matrei ist dieses Projekt ein Meilenstein – und zugleich ein starkes Zeichen dafür, dass wir nach der Gemeindefusion gemeinsam große Zukunftsprojekte anpacken.“

14 Millionen Euro Investition – 6,3 Millionen Euro Landesförderung

Die Gesamtkosten für den Kindercampus Matrei am Brenner belaufen sich auf rund 14 Millionen Euro. Rund 6,3 Millionen Euro werden durch Landesförderungen abgedeckt. Die Förderungen setzen sich aus Mitteln für Kindergarten, Hort und Kinderkrippe sowie allgemeinen Bedarfszuweisungen zusammen. Die verbleibenden rund 7,7 Millionen Euro werden über ein Darlehen aus dem Gemeinde-Investitionsfonds finanziert

„Der Gemeinde-Investitionsfonds wurde bewusst als unkompliziertes und transparentes Finanzierungsinstrument für die Tiroler Gemeinden und Gemeindeverbände geschaffen“, sagt GIF-Geschäftsführer Danzl. „Die bisherige Nachfrage zeigt deutlich, dass der Bedarf groß ist. Matrei ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie mit dem Fonds wichtige kommunale Infrastruktur ermöglicht und gleichzeitig langfristig leistbar finanziert werden kann.“


Factbox Tiroler Gemeinde-Investitionsfonds

Fördervolumen

  • 200 Millionen Euro für zinsgünstige Darlehen 2026 und 2027
  • Bereits 29 Anträge mit über 91 Millionen Euro Darlehensvolumen
  • Gesamtinvestitionssumme der eingereichten Projekte: 254 Millionen Euro

Förderfähige Bereiche

  • Pflichtschulen
  • Kinderbildung und -betreuung
  • Feuerwehrgerätehäuser
  • Tiefbau
  • Altenwohn- und Pflegeheime
  • Bezirkskrankenhäuser

Konditionen

  • Fixzinssatz: 1 Prozent pro Jahr
  • Laufzeit: 10 bis 30 Jahre
  • Finanzierung bis max. 65 Prozent der Investitionskosten
  • Maximales Darlehen: 10 Millionen Euro
  • Mindestdarlehen: 500.000 Euro (Tiefbau: 50.000 Euro)
  • Halbjährliche Rückzahlung in Annuitäten
  • Vorzeitige Rückzahlung jederzeit möglich

Antragsberechtigt

  • Tiroler Gemeinden und Gemeindeverbände
  • Max. ein Darlehen pro Jahr

Projekt Kindercampus Matrei am Brenner

  • Gesamtkosten: 14 Millionen Euro
  • GIF-Darlehen: 7,7 Millionen Euro
  • Landesförderungen: 6,3 Millionen Euro
  • Fertigstellung: Schuljahr 2027/28
  • Vereint Volksschule, Kindergarten und Kinderkrippe