Impfungen für Frauen / Schwangerschaft

Plakat Impfkampagne

Impfungen bei Kinderwunsch

Bei Kinderwunsch sollte die Immunität besonders hinsichtlich der folgenden Erkrankungen überprüft bzw. der Impfstatus aktualisiert werden:


Ein Schwangerschaftstest vor der Impfung zum Ausschluss einer Schwangerschaft ist nicht notwendig, kann aber bei unklarer Situation empfohlen werden. Ein zuverlässiger Konzeptionsschutz wird für einen Monat nach der Impfung mit Lebendimpfstoffen empfohlen. Bei versehentlicher Rötelnimpfung während der Schwangerschaft wurde noch kein Fall einer Rötelnembryopathie (Masern Mumps Röteln) bekannt. Eine versehentliche Rötelnimpfung ist daher keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch.

Da zumeist nicht mit Sicherheit geplant werden kann, wann bei Kinderwunsch tatsächlich eine Schwangerschaft eintritt, wird bezüglich der Keuchhustenimpfung nahegelegt, diese jedenfalls in der Schwangerschaft und nicht vor der Schwangerschaft durchführen zu lassen.

Impfungen in der Schwangerschaft

Generell können während der ganzen Schwangerschaft Impfungen mit Totimpfstoffen durchgeführt werden, jedoch ist ein Verschieben der Impfung in das 2. oder 3. Trimenon als Vorsichtsmaßnahme sinnvoll. Es gibt bisher keinen Nachweis für einen negativen Effekt der Impfung mit Totimpfstoffen auf Schwangerschaft oder Kind.

Schwangeren werden folgende Impfungen empfohlen:

  • Keuchhusten (Totimpfstoff in einer 4-er-Kombination mit Diphtherie, Wundstarrkrampf und Kinderlähmung) zu Beginn des 3. Schwangerschaftsdrittels (idealerweise 27. bis 36. SSW). Die durch die Impfung gebildeten Antikörper müssen auch bei der Mutter relativ hohe Werte erreichen, damit eine ausreichende Menge über den Mutterkuchen (Plazenta) an das noch ungeborene Kind weitergegeben werden kann (Nestschutz). Diese von der Mutter übertragenen Antikörper schützen das Neugeborene in den ersten Lebensmonaten vor Keuchhusten, der für Kinder unter 2 Monaten besonders lebensbedrohlich ist. Diese mütterlichen Antikörper haben allerdings nur eine kurze Wirkdauer von wenigen Wochen. Daher wird dringend empfohlen beim jungen Säugling zu Beginn des 3. Lebensmonates mit der 6-fach Impfung zu beginnen, damit das Kind frühzeitig einen eigenständigen Immunschutz besonders gegen Keuchhusten und Wundstarrkrampf aufbauen kann.
     Ausführliche Information des Sozialministeriums zu Keuchhusten
  • Influenza = Grippeimpfung (Totimpfstoff): Influenza zeigt während der Schwangerschaft oft schwere Verläufe, weil einerseits sich die Immunabwehr durch die Schwangerschaft ändert und andererseits die Lunge durch das hochstehende Zwerchfell nicht mehr gut belüftet wird. Daher wird die gut verträgliche inaktivierte Impfung gegen Influenza zum eigenen Schutz und zum Schutz des Neugeborenen vor und auch noch während der Influenzasaison empfohlen. Die Influenzaimpfung wird dringend im 2. oder 3. Schwangerschaftsdrittel empfohlen, sollte aber auch bereits im 1. Schwangerschaftsdrittel verabreicht werden, wenn eine Grippewelle unmittelbar bevorsteht.    
     Ausführliche Information des Sozialministeriums zu Influenza
  • Reisen in Gelbfieberendemiegebiete sollen während der Schwangerschaft vermieden werden. Schwangere, die unbedingt in ein Land mit bekanntem Gelbfieberausbruch reisen müssen, können gegen Gelbfieber geimpft werden, da es sich hier um eine relative Kontraindikation handelt; das Risiko einer Gelbfieberinfektion übersteigt das Impfrisiko.
     Ausführliche Information des Sozialministeriums zu Gelbfieber

Impfungen für seronegative Wöchnerinnen und stillende Mütter

Ist nachweislich keine Immunität vorhanden, sind folgende Impfungen empfohlen

  • Masern-Mumps-Röteln-Impfung
  • Varizellen-Impfung

Impfungen in der Stillzeit

Grundsätzlich sind in der Stillzeit die meisten Impfungen möglich, in jedem Fall ist aber die Fachinformation zu beachten. Eine Ausnahme stellt Gelbfieber dar: Gelbfieber sollte während der Stillzeit nicht geimpft werden ( Aufklärungsblatt Gelbfieber).

Impfungen für Personen im Umfeld von Neugeborenen

Personen im Umfeld eines Neugeborenen und jungen Säuglings (Mutter, Vater, Großeltern, Geschwister, Babysitterin und Babysitter, Tagesmutter oder Tagesvater, etc.) sollten folgende Impfungen aufweisen:

  • Influenza, sofern die Grippesaison beginnt oder andauert
  • Masern-Mumps-Röteln
  • Varizellen, falls noch nie Windpocken/Schafblattern durchgemacht wurden
  • Keuchhusten (bietet nur bedingten Schutz – denn auch geimpfte Personen können in Nasenrachenraum Keuchhustenbakterien aufweisen und daher auf empfängliche Personen übertragen)

Jede Person, die grippale Erscheinungen hat, soll sich jedenfalls von einem Neugeborenen oder Säugling fernhalten!


Aufklärungsinformationen zur Durchführung der Schutzimpfungen gegen:

Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Polio mit:

Humane Papilloma Viren (HPV-Impfung) mit:

Einverständniserklärungen