- Landesregierung beauftragt Abteilung Bodenordnung mit Unterstützung bei Rekultivierung von Agrarflächen
- Pitztal-Verbindungen dank Umfahrungsstraße bereits hergestellt
- Unterstützung für Gemeinden in Tirol: Zweite Ausschüttung 2026 aus dem Gemeindeausgleichsfonds und Bedarfszuweisungen für Tirols Feuerwehren
Schwere Unwetter und damit einhergehende Murenabgänge führten im Kaunertal und Pitztal kürzlich zu großen Schäden. Davon betroffen sind nicht nur die Straßeninfrastruktur, sondern auch bewirtschaftete Felder und Wälder. So wurde die L 16 Pitztalstraße im Bereich der Weiler Eggenstall und Hairlach auf einer Länge von 500 Metern verlegt und die angrenzenden Flächen völlig zerstört. Im Kaunertal wurden die angrenzenden Felder der Kaunertaler Gletscherstraße verlegt. Die Tiroler Landesregierung beschloss heute, Dienstag, bei der Rekultivierung der betroffenen Agrarflächen zu unterstützen.
„Tirol hält zusammen und bietet ein enges Unterstützungsnetz. Gerade bei Katastrophenereignissen steht das Land Tirol den Menschen und den Gemeinden bestmöglich zur Seite. Deshalb werden wir das Kaunertal und das Pitztal auch bei der Rekultivierung der beschädigten Felder und Wälder unterstützen“, sagt LH Anton Mattle. Bei den Mur-Ereignissen sind im Kaunertal rund zehn private GrundstückseigentümerInnen betroffen, das Schadensausmaß im Pitztal kann derzeit noch nicht vollständig abgeschätzt werden. „Die Sanierung der verursachten Schäden an Feldern und Böden durch Einzelmaßnahmen der Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer ist aufgrund der flächenübergreifenden Schäden ohne öffentliche Unterstützung kaum umsetzbar bzw. überhaupt nicht möglich. Hinter jedem dieser Grundstücke stehen persönliche Existenzen. Vonseiten des Landes wollen wir damit deren Sorgen auffangen – denn die persönlichen, belastenden Erinnerungen werden bleiben“, sagen LH Mattle und LHStv Josef Geisler.
Erfahrung bei Begleitung für Rekultivierungsprojekte
Dass das Land Tirol dafür auf beste Expertise zurückgreifen kann, wurde bereits in der Vergangenheit bewiesen, wie LHStv Geisler erläutert: „Die Abteilung Bodenordnung des Landes Tirol hat in Absprache mit dem Katastrophenfonds in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Rekultivierungsprojekte mit Fachwissen begleitet und in Verbindung mit Agrarverfahren die nachhaltige Nutzung der betroffenen landwirtschaftlichen Flächen sichergestellt. Ziel ist es nun, eine rasche, einheitliche und effiziente Abwicklung des Schadensereignisses zu ermöglichen, den Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümern zur Seite zu stehen und sie bei den auf sie zukommenden Aufgaben zu unterstützen.“
Zweiter Schwerpunkt: Ausschüttung aus dem Gemeindeausgleichsfonds
LH Mattle brachte zudem die zweite Ausschüttung des Jahres 2026 aus dem Gemeindeausgleichsfonds in Höhe von über 38 Millionen Euro zur Beschlussfassung. Die Mittel werden in Infrastrukturen der Tiroler Gemeinden ebenso investiert wie in die Vorsorge von Krisen und Katastrophen – beispielsweise werden Aggregate für den Blackout-Fall angeschafft und Gerätschaften der Feuerwehren erneuert. Allein bei den aktuellen Ausschüttungen sind es insgesamt über 238.000 Euro, die in die Blackout-Vorsorge fließen. „Versorgung und Vorsorge sind wesentlich. Deshalb unterstützen wir die Tiroler Gemeinden laufend bei der Erfüllung ihrer Aufgaben, Investitionen in die Infrastruktur und die Vorbereitung auf Krisen- und Katastrophenfälle“, erklärt LH Mattle.
Als Erfolgsmodell entwickelt sich insbesondere der Infrastrukturfonds für Kinderbildung und Kinderbetreuung sowie der Tiroler Energiefonds. „Wir investieren in die zwei wesentlichen Ressourcen: beste Bildung für unsere Kinder und die Erzeugung eigener, sauberer und erneuerbarer Energie. Mehr heimische Energie bedeutet niedrigere Preise, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz – und dazu tragen die Tiroler Gemeinden mit ihren durch den Energiefonds geförderten Maßnahmen bei“, sagt LH Mattle. Beispielsweise stellen die Tennis- und Fußballvereinsgebäude in Zams ihre Heizung um und der Bauhof Oberndorf i.T. erhält auf dem Dach eine PV-Anlage. In Sachen Kinderbildung und Kinderbetreuung setzt das Land Tirol ebenso auf zielgerichtete Förderungen – allein mit der aktuellen Ausschüttung fließen über drei Millionen Euro in qualitätsvolle, moderne und zielgruppengerechte Optimierungen. „Es werden neue Kindergärten gebaut, generationenübergreifende Treffpunkte errichtet, Volksschulen saniert und Kinderkrippen erweitert – wir stehen hinter den Gemeinden und Eltern, um die bestmögliche Bildung in Tirol zu gewährleisten und investieren damit auch in unseren konsequenten Weg hin zum Recht auf Kinderbildung und Kinderbetreuung.“
LHStv Philip Wohlgemuth betont: „Über 38 Millionen kommen dort an, wo sie den größten Unterschied machen – in den Gemeinden und damit direkt bei den Menschen. Sie ermöglichen Investitionen in Kindergärten und Schulen, stärken die kommunale Infrastruktur und unterstützen Gemeinden dabei, auch für zukünftige Herausforderungen gut gerüstet zu sein. Gerade in finanziell herausfordernden Zeiten ist es wichtig, dass wir unsere Gemeinden nicht alleine lassen, sondern ihnen als verlässlicher Partner zur Seite stehen.“
Tirols Feuerwehren profitieren
Von den sogenannten Bedarfszuweisungen profitieren auch insbesondere die Tiroler Feuerwehren. Wie wichtig diese bei solchen massiven Schadereignissen sind, betont LRinAstrid Mair einmal mehr: „Neben den zahlreichen Einsatzkräften, die bei Unwetterereignissen tätig sind, sind es vor allem auch die Feuerwehren, die in der Akut- als auch in der Nachsorgephase vor Ort zur Stelle sind, um zu helfen, die Sicherheit zu gewährleisten und Schäden zu beseitigen. Neben engagierten und bestens ausgebildeten Feuerwehrleuten benötigt es für diese Einsätze das nötige Rüstzeug – also Ausrüstung, Fahrzeuge und Infrastruktur. Als enger Partner unterstützen wir die Tiroler Feuerwehren dabei bestmöglich. Im Rahmen der aktuellen Ausschüttungen erhalten sie über 1,11 Millionen Euro.“
Die zweite Ausschüttung 2026 gliedert sich in:
- 33,43 Millionen Euro allgemeine Bedarfszuweisungen
- 1,11 Millionen Euro Bedarfszuweisungen für Feuerwehrzwecke
- 3,356 Millionen Euro für Kinderbildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen
- 141.300 Euro aus dem Tiroler Energiefonds
Bezirk Innsbruck-Land: 7,87 Millionen Euro
- 7,043 Millionen Euro Allgemeine Bedarfszuweisungen Gemeindeausgleichsfonds
- 23.000 Euro Feuerwehr-Bedarfszuweisungen
- 793.000 Euro öffentliche Schulen und Kinderbetreuung
- 11.000 Euro Energiefonds
Umsetzungsbeispiele: Feuerwehr Mannschaftstransportfahrzeug Natters, Neufassung und Sanierung Trinkwasserquellen Birgitz, Neubau Bergrettung Ortsstelle Axams, Neubau Kinderkrippe Grinzens, Erneuerung Trinkwasserleitung Leutasch, Umstellung auf LED-Beleuchtungen in Rum, Neubau Pflegeheim Telfs-Wiesenweg
Bezirk Innsbruck-Stadt: 3,9 Millionen Euro
- 3,854 Millionen Euro Allgemeine Bedarfszuweisungen Gemeindeausgleichsfonds
- 52.000 Euro öffentliche Schulen und Kinderbetreuung
Umsetzungsbeispiele: Sanierung MS Reichenau, Dämmmaßnahmen VS Hötting, Barrierefreiheit Stadtturm, Urnenfriedhof Hungerburg
Bezirk Imst: 4,679 Millionen Euro
- 3,1 Millionen Euro Allgemeine Bedarfszuweisungen Gemeindeausgleichsfonds
- 412.000 Euro Feuerwehr-Bedarfszuweisungen
- 1,167 Euro öffentliche Schulen und Kinderbetreuung
Umsetzungsbeispiele: Neubau Feuerwehr-Gerätehaus Mötz, Tanklöschfahrzeug Wenns, Volksschule und Kindergarten Haimingerberg, Straßen- und Brückensanierung Jerzens, Neuerrichtung Innbrücke Roppen, Um- und Zubau Volksschule Tarrenz
Bezirk Kitzbühel: 4,284 Millionen Euro
- 3,572 Millionen Euro Allgemeine Bedarfszuweisungen Gemeindeausgleichsfonds
- 428.000 Euro Feuerwehr-Bedarfszuweisungen
- 276.800 Euro öffentliche Schulen und Kinderbetreuung
- 7.100 Euro Energiefonds
Umsetzungsbeispiele: Neuerrichtung Feuerwehr-Gerätehaus Hochfilzen, Adaptierung Bauhof Hochfilzen, Sanierung Gemeindehaus St. Jakob i.H., Ausbau Kinderbetreuung Waidring, Neubau Kindergarten Jochberg
Bezirk Kufstein: 1,6 Millionen Euro
- 1,262 Millionen Euro Allgemeine Bedarfszuweisungen Gemeindeausgleichsfonds
- 220.000 Euro Feuerwehr-Bedarfszuweisungen
- 118.000 Euro öffentliche Schulen und Kinderbetreuung
Umsetzungsbeispiele: Ankauf Drehleiterfahrzeug Feuerwehr Rattenberg und Sanierung Gerätehaus, Umbau Gemeindeamt Angath, Volksschule Radfeld, Hochwasserschutz Scheffau am Wilden Kaiser, Erweiterung Urnenanlage Niederndorferberg
Bezirk Landeck: 2,24 Millionen Euro
- 1,556 Millionen Euro Allgemeine Bedarfszuweisungen Gemeindeausgleichsfonds
- 29.000 Euro Feuerwehr-Bedarfszuweisungen
- 600.000 Euro öffentliche Schulen und Kinderbetreuung
- 55.100 Euro Energiefonds
Umsetzungsbeispiele: Tanklöschfahrzeug Feuerwehr Ischgl, Umbau Recyclinghof Kaunertal, Neubau Kindergarten Urichstraße Landeck, Neuerschließung Siedlungsgebiet Gonda Tobadill, Straßenbauvorhaben Zams Zentrum
Bezirk Lienz: 2,614 Millionen Euro
- 2,596 Millionen Euro Allgemeine Bedarfszuweisungen Gemeindeausgleichsfonds
- 18.200 Euro Energiefonds
Umsetzungsbeispiele: Brückensanierung Innervillgraten, Inso Dorfplatz Kartitsch, Dorfkernentwicklung Oberlienz, Sanierung Kultursaal Obertilliach, Neubau Bauhof Sillian, Blackout-Vorsorge Bezirksaltenheime Lienz
Bezirk Reutte: 3,411 Millionen Euro
- 3,091 Millionen Euro Allgemeine Bedarfszuweisungen Gemeindeausgleichsfonds
- 270.000 Euro öffentliche Schulen und Kinderbetreuung
- 50.000 Euro Energiefonds
Umsetzungsbeispiele: Trinkwasserversorgung Benglerwald Bach, Blackout-Vorsorge Gramais, Neubau Recyclinghof Nesselwängle, Mehrzweckgebäude Wängle, Notstromaggregat Bezirkspflegeheim Reutte, Barrierefreiheit Mittelschule und PTS Lechtal
Bezirk Schwaz: 7,434 Millionen Euro
- 7,355 Millionen Euro Allgemeine Bedarfszuweisungen Gemeindeausgleichsfonds
- 79.000 Euro öffentliche Schulen und Kinderbetreuung
Umsetzungsbeispiele: Errichtung Altenwohnheim Weidach Weer, Neubau Sozialzentrum Zell am Ziller, Neubau Gemeindebauhof inkl. Recyclinghof Steinberg a. Rofan, Neubau Volksschule Ramsau, Bildungszentrum Gallzein