- Masterplan: Baumaßnahmen bis 2035 mit rund 200 Millionen Euro an Investitionsvolumen
- Start Kompetenzzentren für Sportartikel- und Textilhandel ab 2027/2028
- Berufsschulbeirat zur Beratung und Kontrolle des Fortschritts
- LH Mattle: „Lehre ist die beste Wahl!“
- LHStv Wohlgemuth: „Bauen für flächendeckend beste Lehr-Voraussetzungen!“
- LRin Hagele: „Lehrausbildung bleibt solide Grundlage für Karriere!“
- Präsident Zangerl: „Jungen Menschen Chancen ermöglichen!“
- Präsident Schubert: „Lehrberufe sind das Fundament, auf dem die wirtschaftliche Zukunft unserer Gemeinden steht!“
- Spartenobmann Eberharter: „Qualitätssteigerung in der Lehrlingsausbildung!“
Die Tiroler Landesregierung beschloss heute, Dienstag, eine Zukunftsstrategie und einen Masterplan für die Tiroler Fachberufsschulen (TFBS) und Landesberufsschülerheime. Im Anschluss besuchten LH Anton Mattle, LHStv Philip Wohlgemuth, Bildungslandesrätin Cornelia Hagele, Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl, Gemeindeverbandspräsident Karl-Josef Schubert, Roman Eberharter, Obmann der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Tirol, und Manfred Schafferer, Bürgermeister der Gemeinde Absam, die Tiroler Fachberufsschule für Tourismus und Handel in Absam.
Einem Masterplan bis 2035 folgend wird die Infrastruktur für die Lehrausbildung in Tirol auf den neuesten Stand gebracht. Ziel ist es, flächendeckend beste Voraussetzungen zu schaffen, um die duale Ausbildung auf einem hohen Qualitätsniveau anzubieten. Dafür sind zeitgemäße Ausbildungs-, Lern- und Lebensbedingungen für die BerufsschülerInnen notwendig. Für den Masterplan Bauen wurden deshalb alle TFBS und Heime einer Prüfung unterzogen. Auf Basis der aktuellen baulichen Substanz und der funktionalen Anforderungen wurde der weitere Fahrplan festgelegt. Begonnen wird mit jenen Standorten, an welchen ein besonderer Handlungsbedarf besteht. Bei allen Baumaßnahmen sind auch insbesondere Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Fokus.
Die ersten Baumaßnahmen im Zusammenhang mit der Erweiterung und Generalsanierung der TFBS Lohbachufer sollen 2028 erfolgen – ein Vorentwurfsprojekt liegt bereits vor und die Finanzierung mittels Baurechtsmodell ist in Planung. Priorität haben zudem die TFBS Mandelsbergerstraße mit der Generalsanierung und Adaptierung des Hauptgebäudes, die TFBS für Bautechnik und Malerei in Absam mit der Erweiterung der Bauhöfe und Lagerflächen sowie die Berufsschülerheime Lohbachufer, Mandelsbergerstraße und jenes der TFBS für Optik und Hörakustik in Hall. Neben diesen Großvorhaben werden laufende Instandsetzungen und Modernisierungen an allen Standorten vorgenommen. Insgesamt werden bis 2035 rund 200 Millionen Euro in die bestehende Schul- und Heiminfrastruktur investiert. Mit dem Masterplan werden unter anderem rund 750 Heimplätze modernisiert und 20 zusätzliche Plätze geschaffen.
Praxisnahe: Kompetenzzentren für Sport- und Textilhandel
Bereits mit 2027/2028 werden Kompetenzzentren im Einzelhandel mit Schwerpunkt Sportartikel- (TFBS Kitzbühel) und Textilhandel (TFBS Landeck) eingerichtet. Durch die Bündelung spezialisierter Ausbildungsangebote sollen Fachwissen, moderne Ausbildungsmethoden und die Anforderungen der jeweiligen Branchen gezielt zusammengeführt werden. In enger Zusammenarbeit mit der Tiroler Wirtschaft soll eine praxisnahe und zukunftsorientierte Ausbildung sichergestellt werden. Die Kompetenzzentren gelten damit als wesentlicher Beitrag zur weiteren Steigerung der Ausbildungsqualität und zur bestmöglichen Vorbereitung junger Menschen auf die konkreten Anforderungen der Arbeitswelt.
Auch bei der Organisation der Berufsschulen will das Land Tirol neue Wege beschreiten, indem Verbund-Potentiale gemeinsam mit den Stakeholdern ausgelotet werden. Konkret wird auf pädagogischer, organisatorischer und wirtschaftlicher Ebene geprüft, ob ein Berufsschul-Cluster im Westen Tirols sinnvoll ist. Dabei können mehrere Berufsschulen organisatorisch zusammengeschlossen werden, um deren Standorte abzusichern und weiterzuentwickeln. Die Umsetzung hängt davon ab, ob ein potentieller Cluster mit Vorteilen für den Standort, die SchülerInnen sowie die Qualität der Ausbildung verbunden ist.
Enge Zusammenarbeit zwischen Land Tirol und Sozialpartnern
Der gesamte Prozess soll von einem neuen Berufsschulbeirat begleitet werden, der als Beratungs- und Kontrollgremium agiert. Im Beirat vertreten sind das Land Tirol, die Bildungsdirektion für Tirol, die Arbeiterkammer Tirol, die Wirtschaftskammer Tirol, der Tiroler Gemeindeverband, die Stadt Innsbruck sowie der Direktor der Landesberufsschülerheime Innsbruck-Kitzbühel.
LH Anton Mattle:
„Die Lehre als duale Ausbildung ist eine gute Wahl für junge Menschen. Das muss in der Gesellschaft und vor allem in den Familien wieder ankommen. Denn die Entscheidung für eine Lehre fällt nicht das Land, sondern der oder die Jugendliche selbst. Dabei wird man aber maßgeblich von der eigenen Familie, dem Freundeskreis und der Schule beeinflusst. Als Land müssen wir aber die Rahmenbedingungen verbessern. Das Land unterstützt die duale Ausbildung durch Berufsorientierungsangebote, Lehrlingsprojekte oder Ausbildungsbeihilfen für Lehrlinge. Mit dem Masterplan für Berufsschulen und Heime modernisieren wir aber auch die Infrastruktur für die Lehrausbildung. Hierfür werden wir rund 200 Millionen Euro in die Ausbildungsstätten unserer Lehrlinge investieren.“
LHStv Philip Wohlgemuth:
„Wer die Lehre stärken will, muss auch in die Orte investieren, an denen unsere Lehrlinge lernen, arbeiten und während ihrer Berufsschulzeit leben. Deshalb haben wir erstmals alle Fachberufsschulen und Landesberufsschülerheime systematisch unter die Lupe genommen und daraus einen langfristigen Masterplan bis 2035 entwickelt. Wir werden in den kommenden Jahren Schritt für Schritt sanieren, modernisieren und dort erweitern, wo es notwendig ist. Unsere Fachberufsschulen sind wichtige Anker für die duale Ausbildung in den Regionen. Mit dem Masterplan geben wir allen Standorten eine langfristige Perspektive und schaffen moderne Lern- und Lebensräume für die nächste Generation von Fachkräften.“
LRin Cornelia Hagele:
„Die Lehre verbindet wie kaum ein anderer Ausbildungsweg praktische Erfahrung und theoretische Ausbildung. Sie schafft eine solide Grundlage für den beruflichen Erfolg der nächsten Generationen. Gleichzeitig ist die duale Ausbildung Tirols über Tirols Landesgrenzen anerkannt. Damit das so bleibt, setzen wir auf ein ganzheitliches attraktives, hochwertiges und zeitgemäßes Ausbildungsmodell.“
AK-Präsident Erwin Zangerl:
„Das Vorhaben des Landes, dem Bekenntnis zur dualen Berufsausbildung auch konkrete Maßnahmen zur Schaffung und Erhaltung der erforderlichen Infrastruktur folgen zu lassen, kann nur als positiv betrachtet werden. Wichtig ist, dass wir den jungen Menschen Chancen ermöglichen und sie nicht nur für den Lehrberuf begeistern, sondern ihnen auch das notwendige Umfeld bieten, in dem sie ihre Ausbildung absolvieren und vertiefen können. Dies soll mit dieser Offensive gewährleistet werden.“
Gemeindeverbandspräsident Karl-Josef Schubert:
„Regionale Standorte sind für die Lehrausbildung wichtig. Die Standorte der Fachberufsschulen in Tirol haben sich seit vielen Jahren etabliert. Sie alle tragen einen wesentlichen Teil zum Ausbildungsstandort Tirol insgesamt bei und sind wichtig, um junge Menschen in der Region zu halten und ihnen attraktive Zukunftsperspektiven zu bieten. Die Tiroler Gemeinden brauchen gute Fachkräfte – für den Wohlstand in den Gemeinden aber auch für die ganzheitliche Stärkung der Region. Gerade in Tirol mit vielen Tälern ist das ein entscheidender Standortfaktor. Lehrberufe sind damit ein Rückgrat für die Alltagsinfrastruktur, denn ohne sie gäbe es oftmals keine Grundversorgung. Lehrberufe sind somit das Fundament der Tiroler Gemeinden – wirtschaftlich, sozial und kulturell. Fazit: Ohne Lehrberufe keine Dienstleistungen und damit keine Zukunft in den Tälern!“
WK-Spartenobmann Roman Eberharter:
„Als Vertreter der Tiroler Wirtschaft steht für mich die Qualität der Lehre an erster Stelle. Der Masterplan wird dazu beitragen, die Lehre als attraktiven und zeitgemäßen Bildungsweg weiter zu stärken und dem Fachkräftemangel wirksam entgegenzutreten. Besonders die geplanten Kompetenzzentren im Bereich der Einzelhandels-Lehre sind ein wichtiger Schritt für eine nachhaltige Qualitätssteigerung in der Ausbildung. Sie bündeln Fachwissen, fördern Spezialisierung und bringen die schulische Ausbildung noch näher an die Anforderungen der Betriebe.“
Bürgermeister Manfred Schafferer:
„Absam ist seit vielen Jahren ein wichtiger Standort für die berufliche Ausbildung in Tirol. Darauf sind wir als Gemeinde stolz. Gerade hier sehen wir, wie wichtig moderne und praxisgerechte Rahmenbedingungen für eine hochwertige Lehrausbildung sind. Deshalb begrüße ich, dass das Land mit dem Masterplan eine langfristige Perspektive für die Fachberufsschulen schafft und auch am Standort Absam gezielt in die Weiterentwicklung der Infrastruktur investiert. Davon profitieren die Lehrlinge, die Ausbildungsbetriebe und letztlich die gesamte Region.“