- Erwarteter Jahresstromertrag von rund 39.000 Kilowattstunden entspricht Strombedarf von acht bis neun Haushalten
- Mehr als 60 PV-Anlagen auf Landesgebäuden erzeugen 4,4 Gigawattstunden an Strom
- Ausrüstung von Landesgebäuden mit PV-Anlagen ist Teil der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie
- Neue PV-Anlage wird von TINEXT umgesetzt – Land profitiert durch Contracting-Lösung
Das Dach des Landhauses als Vorbild für die Energiewende: Auf dem Landhaus 1 in Innsbruck entsteht derzeit eine weitere Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage). Gemeinsam mit der bereits 2024 errichteten Anlage können künftig jährlich bis zu 104.000 Kilowattstunden Sonnenstrom erzeugt werden. Umgesetzt wird das Projekt im Rahmen eines Contracting-Modells in Kooperation mit der TIWAG-Next Energy Solutions GmbH (TINEXT). Hochbaureferent LHStv Philip Wohlgemuth und Klimaschutzlandesrat René Zumtobel machten sich kürzlich ein Bild der neuen PV-Anlage.
Nachhaltiger Strom: Landes-PV-Anlagen produzieren aktuell den Bedarf von rund 980 Haushalten
Auf Landesgebäuden in Tirol sind mittlerweile insgesamt mehr als 60 PV-Anlagen in Betrieb. Zusammen bedecken sie eine Dachfläche von rund 24.800 Quadratmetern –umgerechnet mehr als drei Fußballfelder. Jährlich erzeugen die Anlagen rund 4,4 Gigawattstunden Strom. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresstrombedarf von rund 980 Haushalten. „Die Energiewende beginnt auch auf den eigenen Dächern. Als Land haben wir tausende Quadratmeter Dachfläche zur Verfügung – und die wollen wir sinnvoll nutzen. Mehr als 60 PV-Anlagen auf Landesgebäuden produzieren bereits heute Strom für umgerechnet rund 980 Haushalte. Bis 2030 wollen wir alle geeigneten Landesgebäude mit Photovoltaik ausstatten. Damit übernehmen wir als Land selbst Verantwortung, senken langfristig Energiekosten und machen uns Schritt für Schritt unabhängiger von fossiler Energie“, erklärt LHStv Wohlgemuth.
Der Ausbau der Photovoltaik ist Teil der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie. Bis 2027 sollen im Rahmen des zweiten Maßnahmenprogramms 164 konkrete Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit und zur Anpassung an den Klimawandel umgesetzt werden. „Klimaschutz beginnt auch bei der eigenen Verwaltung. Die PV-Anlagen sind dabei nur einer von vielen Mosaiksteinen: Wir stellen unter anderem auch fossile Heizungen auf erneuerbare Systeme um, tauschen veraltete Beleuchtung aus und bauen unsere E-Fahrzeug-Flotte aus. Den Strom dafür liefern zunehmend unsere eigenen PV-Anlagen“, so LR Zumtobel.
Neue Anlage in Kooperation mit TINEXT
Die neue Anlage entsteht auf dem Trakt D des Landhauses an der Meraner Straße. Auf einer Fläche von 166 Quadratmetern werden 37 Kilowatt-Peak Leistung installiert. Umgesetzt wird die Anlage in Form eines Contracting-Modells mit der TINEXT: „Das Land Tirol stellt die Dachfläche zur Verfügung. Wir von der TINEXT errichten und betreiben die Anlage. Das Land spart sich damit die Investitionskosten und profitiert von günstigen Stromkosten“, erklärt Andreas Burger, Geschäftsführer der TINEXT, und führt weiter aus: „In Zusammenarbeit mit dem Land Tirol konnten wir bereits zahlreiche Projekte erfolgreich umsetzen, weitere 6 Anlagen sind aktuell noch in Planung und Errichtung. Neben der Planung und Errichtung kümmern wird uns dabei auch um die laufende Wartung, Instandhaltung und das Störfallmanagement der Anlagen.“
Sonnenenergie als Teil der Energiewende
60 Prozent des Tiroler Endenergiebedarfs werden bereits heute aus erneuerbaren Energieressourcen gedeckt – davon der Großteil aus Wasserkraft. Umgerechnet kann sich Tirol also an 220 von 365 Tagen im Jahr vollständig mit heimischer, erneuerbarer Energie versorgen. Damit zählt Tirol im europäischen Vergleich zu den Regionen mit einem besonders hohen Anteil erneuerbarer Energie.
Bis 2050 soll die erneuerbare Energie um weitere 50 Prozent ausgebaut werden und zugleich der Energiebedarf um 30 Prozent reduziert werden. Damit kann Tirol im Jahr 2050 an allen 365 Tagen des Jahres rechnerisch energieautonom sein und seinen Energiebedarf bilanziell vollständig aus heimischen erneuerbaren Energiequellen decken.
Neben dem Ausbau der Wasserkraft kommt der Sonnenenergie eine wichtige Rolle zu. Bereits in den vergangenen 20 Jahren hat sich die Stromerzeugung aus PV-Anlagen in Tirol mehr als verzwölffacht. Bis 2050 soll sie nochmals um das Sechsfache steigen.
Factbox
Neue Anlage Landhaus 1 in Innsbruck
- Anlagenspitzenleistung: 37 Kilowatt-Peak
- Modulanzahl: 83 Stück
- Modulfläche: 166 Quadratmeter
- Ausführungszeitraum inkl. Inbetriebnahme: August bis Oktober 2026
- Erwarteter Jahresstromertrag: rund 39.000 Kilowattstunden (entspricht Strombedarf von rund 8,5 durchschnittlichen Haushalten)
Bestandanlage Landhaus 1 in Innsbruck
- Anlagenspitzenleistung: 63 Kilowatt-Peak
- Modulanzahl: 150 Stück
- Modulfläche: 300 Quadratmeter
- Ausführungszeitraum inkl. Inbetriebnahme: Jänner bis Februar 2024
- Ertrag: rund 65.000 Kilowattstunden (entspricht Strombedarf von rund 15 durchschnittlichen Haushalten)
Gesamtübersicht PV-Anlagen auf Landesgebäuden
- Insgesamt 60 PV-Anlagen auf Landesgebäuden
- Anlagenspitzenleistung insgesamt: 4.400 Kilowatt-Peak
- Gesamtertrag: rund 4,4 Gigawattstunden (entspricht Strombedarf von rund 980 durchschnittlichen Haushalten)
- Gesamtfläche: rund 24.800 Quadratmeter


