Europa gewinnt mit starken Regionen

„Euregio-Days“ in Alpbach setzen klares Zeichen für Regionen Europas

  • „Euregio-Days“ mit Motto „Starke Regionen. Starkes Europa. Gemeinsam!“ enden heute mit traditionellem Tirol-Tag
  • Tirol-Tag: Landesüblicher Empfang und Euregio-Summit mit Grußworten von EU-Kommissar Magnus Brunner und Keynote von Kata Tüttő, Präsidentin des Europäischen Ausschusses der Regionen
  • Euregio Tirol-Südtirol-Trentino beweist mit jährlich rund 100 Projekten tagtäglich Wichtigkeit von Regionen

Starke Regionen sind das Fundament eines starken Europas: Unter dem Motto „Starke Regionen. Starkes Europa. Gemeinsam!“ finden aktuell die „Euregio-Days“ 2026 im Rahmen des European Forum Alpbach (EFA) statt. Erstmals sind sie als großes Highlight im Zentrum des Forums verankert. Seit Donnerstag diskutieren VertreterInnen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur – junge DenkerInnen aus aller Welt ebenso wie erfahrene EntscheidungsträgerInnen – über die Rolle und Bedeutung der Regionen in der Europäischen Union.

Als krönender Abschluss der „Euregio-Days“ fand heute, Sonntag, der Tirol-Tag in Alpbach statt. Nach dem traditionellen Landesüblichen Empfang, durchgeführt von der Musikkapelle und der Schützenkompanie Alpbach sowie den Traditionsvereinen, mit dem amtierenden Euregio-Präsidenten LH Anton Mattle, Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher, dem Trentiner Landeshauptmanns Maurizio Fugatti und EFA-Präsidenten Othmar Karas rückten beim Euregio Summit die Regionen in den Mittelpunkt. Sowohl EU-Kommissar Magnus Brunner als auch Kata Tüttő, Präsidentin des Europäischen Ausschusses der Regionen, sprachen über die Stärke der Regionen in Europa. Beim „Alpbach Welcome – Das College-Festl“ wurde anschließend gemeinsam diskutiert und gefeiert.

Starke Regionen, starkes Europa

Das EFA steht heuer ganz im Zeichen der Frage „How Europe Wins?“. Die Euregio-Days liefern darauf eine klare Antwort: Europa gewinnt mit starken Regionen.

Für den Euregio-Präsidenten, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle „entsteht ein starkes Europa nicht nur in Brüssel, sondern besonders dort, wo Menschen auch im Kleinen und gemeinsam über Grenzen hinweg Lösungen schaffen. Unsere Euregio zeigt jeden Tag, wie aus regionaler Stärke europäische Handlungsfähigkeit wird. Daher müssen wir mehr Regionen wagen!“

Als „Motoren der Innovation und wirtschaftlichen Stärke Europas“ bezeichnete Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher die Regionen: „Wir müssen auch künftig direkt mit der EU-Kommission verhandeln und ihre Programme eigenverantwortlich umsetzen können. Für die grenzübergreifende Zusammenarbeit wünschen wir uns weniger Hürden und mehr Spielräume.“ 

Der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti sagte, seit Jahren habe er bei jeder Teilnahme am European Forum Alpbach etwas gelernt: “Aus unserer gemeinsamen Geschichte, Kultur und Tradition lässt sich immer lernen. Auch wenn wir heute zu unterschiedlichen Staaten gehören, wollen und dürfen wir das nicht vergessen. Die Euregio ist ein Modell und Ideal des Zusammenlebens und der Freundschaft zwischen den Völkern - nicht nur für uns selbst, sondern für ganz Europa. Wir wissen, dass wir im Namen dieses Ideals weiterarbeiten müssen.”

„Euregio-Days“ und EFA verbinden über Generationen

Erstmals waren die vier „Euregio-Days“ zeitlich und inhaltlich im Zentrum des EFA verankert. Inhaltlich reichte die Palette vom Festakt zum 15-jährigen Jubiläum der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino über Netzwerktreffen für junge Start-up-GründerInnen und Formate zur Vernetzung von Wirtschaft und Kultur bis hin zu europäischer Zusammenarbeit im Rahmen des Ausschusses der Regionen und der Verleihung der Euregio Awards.

Den heutigen Tirol-Tag bezeichnet EFA-Präsident Karas als Brücke: „Er verbindet nicht nur die Academy- und Euregio-Days mit den Conference-Days, sondern auch Regionales mit Internationalem, Tradition mit Innovation, Jugend mit Erfahrung und die Heimat vor unserer Haustür mit der Heimat auf unserem europäischen Kontinent. Der Tirol-Tag überwindet Grenzen und Generationen.“ Sowohl an den „Euregio-Days“ als auch am gesamten EFA tauschen sich Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedener Herkunft oder Bildung aus. Aktuell befinden sich unter den TeilnehmerInnen des Forums mehr als 500 StipendiatInnen aus über 40 Ländern in Alpbach. 

„Ein starkes Europa beginnt mit starken Regionen“

In seinen Grußworten am Euregio Summit hob auch EU-Kommissar Brunner die Bedeutung der Regionen für Europa hervor: „Europa gewinnt, wenn seine Regionen stark sind. Tirol zeigt, was möglich ist, wenn man über seine Grenzen hinausdenkt. Zusammenarbeit, Unternehmergeist und der Mut, gemeinsam nach vorne zu schauen – genau das macht Europa stark.“ Die nächsten Monate seien entscheidend für Europas Zukunft: beim Mehrjährigen Finanzrahmen, bei der Frage der Erweiterung und bei der Stärkung seiner Sicherheit, so EU-Kommissar Brunner: „Genau deswegen bietet das Forum Alpbach wieder eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen Regionen und europäischen Institutionen. Denn ein starkes Europa beginnt mit starken Regionen.”

Regionen sind Partner, kein Gegenpol

Keynote-Speakerin Kata Tüttő bezeichnete die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino als Vorbild einer starken Region: „Hier wird Europa nicht nur diskutiert, hier wird Europa gemacht! Europa braucht solche starken Regionen – nicht als Gegenpol zu den Mitgliedstaaten oder EU-Institutionen, sondern als handlungsfähige Partner.“ Angesichts beobachtbarer Renationalisierungstendenzen und mit Blick auf die laufenden Verhandlungen zur EU-Kohäsionspolitik forderte ADR-Präsidentin Tüttő: „Auch nach 2028 müssen Regionen in der Lage sein, ihre eigenen Zukunftschancen zu stärken, regionale Unterschiede zu verringern und den Zusammenhalt Europas zu sichern.“

Euregio macht Europa

Dem stimmt auch Euregio-Präsident LH Mattle zu: „Die Euregio macht Europa. Tag für Tag wird hier nicht nur über die europäische Integration diskutiert, hier werden konkret Dinge umgesetzt, die der Bevölkerung zugutekommen, sei es in der Mobilität, in der Forschung, in Kultur, Sport, Jugend oder auch Sicherheit. Die Euregio steht damit für gelebte europäische Zusammenarbeit.“

Unzählige Initiativen der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino aus der Vergangenheit untermauern dies: Sie organisiert, koordiniert, delegiert oder unterstützt jährlich rund 100 grenzüberwindende Projekte und Initiativen. 

Auswahl an Projekten der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino

  • Mobilität: Euregio-Ticket für Personen von 26 bis 64 Jahren, EuregioTicketStudents, Euregio2Plus, umstiegsfreie Verbindung am Brenner
  • Sicherheit: Euregio-Lawinenreport, Euregio-Projekt „Cairos“ für mehr Lawinensicherheit, Digiway-Onlinetool für Tourenplanung, Euregio-Wetterbericht
  • Arbeitsmarkt/Wirtschaft: Euregio-Jobbörse, Euregio-JungforscherInnen- und Euregio-Innovationspreis
  • Kultur: Euregio-Museumsjahr, Jazz-Konzert mit Jung-MusikerInnen
  • Sport: Tour of the Alps
  • Gesundheitsbereich: Broschüre zu Patientenrechten in der Euregio
  • Familien: EuregioFamilyPass 
  • Jugend: EuregioSportCamp, Euregio-Jugendblasorchester, Projekt SprintChampion
  • Inklusion/Barrierefreiheit: Veranstaltung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (Der Bericht zur Tagung findet sich hier.) 

Infos zu allen Projekten der Euregio finden sich auf der Website www.europaregion.info

„Alpbach Welcome“ öffnet Türen nach Alpbach für alle

„Ein besonderer Fokus der ‚Euregio-Days‘ und des gesamten EFA liegt darauf, nicht nur in Alpbach, sondern gemeinsam mit Alpbach und seinen Einwohnerinnen und Einwohnern zu diskutieren. Erst diese enge Verbundenheit mit der lokalen Bevölkerung macht das Forum zu etwas so Besonderem. Die Gastfreundschaft Alpbachs ist quasi die entscheidende Zutat der über 80-jährigen Erfolgsgeschichte“, betont Euregio-Präsident LH Mattle. 

Ein Zeichen dessen ist der Landesübliche Empfang mit der Musikkapelle und den Schützen Alpbach sowie den Traditionsvereinen. Heuer wurde zudem erstmals das „Alpbach Welcome – College-Festl“ veranstaltet. Nach der Keynote im Congress Centrum öffnete sich der Euregio Summit zum krönenden Abschluss der Euregio-Days für die Bevölkerung und Gäste von Alpbach. Verschiedene Vereine aus Alpbach boten in Dorfläden vor und im Congress Centrum Köstlichkeiten aus der Region an. Teilnehmende des Forums ebenso wie EinwohnerInnen und Gäste in Alpbach waren zum Mitmachen und Austauschen eingeladen.