- Auftakt: „Das würdelose Sterben unserer Gletscher“ mit Regisseur Harry Putz
- Vier Filme zu globalen Zukunftsthemen für SchülerInnen von zehn bis 19 Jahre
- Anmeldungen für einzelne Vorführungen durch Lehrpersonal noch möglich: www.tirol.gv.at/suedlichter
235 SchülerInnen, eine große Kinoleinwand und ein Thema, das ihre Zukunft unmittelbar betrifft: Zum Auftakt der Filmreihe „SÜDLICH(T)ER – Filme für EINE Welt“ wurde das Metropol Kino in Innsbruck zum Klassenzimmer. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm „Requiem in Weiß – Das würdelose Sterben unserer Gletscher“. Doch mit dem Abspann war noch lange nicht Schluss: Im anschließenden Filmgespräch diskutierten die Jugendlichen mit dem für Entwicklungszusammenarbeit zuständigen LHStv Philip Wohlgemuth und Regisseur Harry Putz über den Film, den Klimawandel und die Zukunft der alpinen Lebensräume.
„Ein Film kann eine Diskussion anstoßen, die im Klassenzimmer weitergeht. Genau darum geht es bei SÜDLICH(T)ER: Junge Menschen sollen globale Zusammenhänge nicht nur kennenlernen, sondern selbst Fragen stellen, unterschiedliche Perspektiven hören und sich eine eigene Meinung bilden“, so LHStv Wohlgemuth.
16 Vorstellungen in sieben Regionen – über 2.250 SchülerInnen bereits angemeldet
Bis April 2027 finden bei der Filmreihe SÜDLICH(T)ER insgesamt 16 kostenlose Vorstellungen in sieben Regionen Tirols statt – in Breitenwang, Imst, Innsbruck, Kitzbühel, Landeck, Nußdorf-Debant und Wörgl. Das Angebot richtet sich an SchülerInnen zwischen zehn und 19 Jahren und greift Themen auf, die weit über den Kinosaal hinausreichen: Klimawandel, Ernährungssicherheit, Umweltverschmutzung, Kolonialismus und nachhaltiges Ressourcenmanagement stehen im Mittelpunkt der vier ausgewählten Filme. Zu allen Filmen gibt es pädagogische Begleitung und Unterrichtsmaterialien.
„Dass sich mittlerweile über 2.250 Schülerinnen und Schüler aus rund 100 Klassen angemeldet haben, zeigt: Das Interesse an globalen Fragen ist groß. Und es kommt aus der gesamten Tiroler Schullandschaft – von AHS bis Berufsschulen, von Landeck bis Osttirol und von kleineren Schulen im ländlichen Bereich bis zu großen Schulen in den Städten. Deshalb war es richtig, SÜDLICH(T)ER heuer auf noch mehr Regionen und Schulen auszuweiten“, sagt LHStv Wohlgemuth.
Für einzelne Vorstellungen – etwa in Breitenwang – sind noch Plätze verfügbar. Anmeldungen durch das Lehrpersonal sind bis spätestens zwei Wochen vor dem jeweiligen Vorstellungstermin unter www.tirol.gv.at/suedlichter möglich.
Vier Filme und vier Perspektiven auf eine gemeinsame Welt
Das Programm ist auf unterschiedliche Altersgruppen abgestimmt. Für die Sekundarstufe I werden die deutschsprachigen Dokumentarfilme „Requiem in Weiß“ und „10 Milliarden“ mit kürzerer Spieldauer und regionalen Vorführungen angeboten.
Für die Sekundarstufe II stehen in Innsbruck zusätzlich die Filme „Stoff“ und „Welcome to Sodom“ auf dem Programm. Sie ermöglichen eine vertiefende Auseinandersetzung mit globalen Produktions- und Konsumstrukturen sowie deren sozialen und ökologischen Auswirkungen.
Vom Kinosaal direkt ins Gespräch
Als wesentlicher Bestandteil von SÜDLICH(T)ER gelten die anschließenden Filmgespräche. SchülerInnen können dabei direkt mit RegisseurInnen und ExpertInnen diskutieren, Fragen stellen und unterschiedliche Sichtweisen kennenlernen.
„Wir wollen nicht einfach Filme zeigen und die SchülerInnen danach nach Hause schicken. Der entscheidende Moment kommt oft erst nach dem Abspann: wenn Fragen entstehen, diskutiert wird und aus dem Gesehenen ein Gespräch wird“, betont LHStv Wohlgemuth.
Auch bei der Vorstellung zu „Requiem in Weiß“ wurde im Anschluss ordentlich diskutiert: „Mit diesem Film wollte ich nicht nur Einblick in die unbequeme Realität des Gletschersterbens geben, sondern vor allem zum Nachdenken anregen. Das anschließende Q&A mit den Schülerinnen bestätigte, dass ich etwas in ihnen auslösen konnte: Fragen wie ‚können die Gletscher auch wieder wachsen‘, ‚warum Bauen wir immer noch Autos‘, ‚was müssen wir denn anders machen‘ lassen mein Herz höherschlagen, denn damit weiß ich, dass sie selbst in Handeln kommen. Schließlich müssen sie in der Zukunft mit den Konsequenzen der heutigen Zeit leben“, freut sich Regisseur Harry Putz auch über die einmalige Gelegenheit, sich mit der Spitzenpolitik auf einer Bühne den Fragen der nächsten Generation zu stellen.
Wie bei allen Filmen der Reihe SÜDLICH(T)ER, ist auch Lernmaterial zum Film „Requiem in Weiß“ über www.tirol.gv.at/suedlichter zugänglich.
