Gemeinsam auf Kurs für zukunftssicheren Arbeitsstandort Tirol

2. Arbeitsmarktsymposium des Landes und AMS Tirol zum Umsetzungsstand der Arbeitsmarktstrategie Tirol 2030

  • Seit 2023 über 200 Aktivitäten umgesetzt
  • Best-Practice-Beispiele für Integration von MigrantInnen und langzeitbeschäftigungslose Menschen in den Arbeitsmarkt sollen fortgeführt werden

Mit enger Zusammenarbeit den Herausforderungen eines sich rasch wandelnden Arbeitsmarktes begegnen – das ist das Ziel der Arbeitsmarktstrategie Tirol 2030. Seit 2023 wird die Strategie umgesetzt. Jetzt wurde sie erstmals evaluiert. Das Ergebnis: Über 200 Aktivitäten konnten im Zuge der Strategie bereits umgesetzt werden. So wurden unter anderem die Förderlandschaft genau untersucht, neue Unterstützungsangebote für Langzeitarbeitslose geschaffen und bestehende Projekte verbessert oder verlängert sowie die Zusammenarbeit aller arbeitsmarktpolitischen AkteurInnen noch weiter intensiviert. 

Beim 2. Arbeitsmarktsymposium des Landes gemeinsam mit dem AMS Tirol wurde den 80 Teilnehmenden auf Einladung von Arbeitslandesrätin Astrid Mair und Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol, das Zwischenergebnis der Strategie präsentiert und Best-Practice-Beispiele für Unterstützungsangebote vorgestellt. Neben Diskussionsrunden von ExpertInnen sprach Petra Draxl, Vorständin AMS Österreich, über Trends und Entwicklungen am Arbeitsmarkt.

„Der Tiroler Arbeitsmarkt ist stabil. Jahr für Jahr zählt Tirol zu den Bundesländern mit der höchsten Beschäftigungsquote. Die Langzeitarbeitslosenquote ist die niedrigste in ganz Österreich. Der Erfolg gibt unserem Weg recht. Das ist erfreulich, aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Unser Ziel ist klar: Menschen in Beschäftigung halten, neue Chancen schaffen und den Arbeitsmarkt fit für die Zukunft machen. Jede oder jeder Arbeitslose ist eine oder einer zu viel“, betont LRin Mair und ergänzt: „Gerade angesichts globaler Unsicherheiten, des demografischen Wandels und steigender Anforderungen an Qualifikation braucht es ein eng abgestimmtes Vorgehen aller arbeitsmarktpolitischen Akteurinnen und Akteure. Denn: Arbeitsmarktpolitik funktioniert nur gemeinsam. Wenn Land, AMS, Sozialpartner und Bildungseinrichtungen an einem Strang ziehen, können wir schneller und wirksamer auf Veränderungen reagieren. Genau dafür steht die Arbeitsmarktstrategie Tirol 2030.“

Dem stimmt auch AMS-Landesgeschäftsführerin Platzer-Werlberger zu: „Tirol steht am Arbeitsmarkt trotz herausfordernder Rahmenbedingungen durchaus stabil da. Die aktuelle Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent ist eine der niedersten in Österreich. Und wir verfügen über ein starkes Angebot an Maßnahmen, die helfen, Arbeitslosigkeit kurz zu halten und den Fachkräftebedarf abzudecken. Schneller Wandel - technisch wie demografisch, Krisen und Sparbudgets fordern uns aber auch heraus. Um den guten Status in Tirol zu halten, braucht es daher gute Vorgangsweisen und Vernetzung aller Agierenden – schlichtweg eine gute Strategie. Und die gibt es bei uns: die sehr lebendige Strategie für den Arbeitsmarkt 2030, die sich gerade in ihrer Halbzeit befindet. Wir sind dankbar für diesen Fahrplan für eine zukunftsfitte Arbeitswelt in Tirol und freuen uns auf die zweite Periode der Umsetzung und bedanken uns bei allen Beteiligten für sehr, sehr viel Einsatz von Zeit, Herz und Ressourcen.“

Aktuelle Herausforderungen am Arbeitsmarkt 

Der Arbeitsmarkt steht vor tiefgreifenden Veränderungen, auf die es zu reagieren gilt. Beim 2. Arbeitsmarktsymposium lieferte AMS Österreich Vorständin Petra Draxl Einblicke in die aktuellen Herausforderungen: „Was für Österreich insgesamt gilt, gilt auch für Tirol: Die demografische Entwicklung wird den Arbeitsmarkt zunehmend unter Druck setzen. Bis 2050 wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter in Tirol um 11,4 Prozent zurückgehen. Umso wichtiger ist es, jetzt gegenzusteuern: durch bessere Qualifizierung, mehr Vollzeitmöglichkeiten für Frauen, eine gelingende Integration von Zuwanderung sowie die konsequente Nutzung der Chancen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Entscheidend ist dabei: Demografie ist kein Schicksal – wie viele Menschen künftig arbeiten und wie produktiv wir sind, können wir aktiv gestalten.“

Diese aktive Gestaltung wird in Tirol mit der Arbeitsmarktstrategie 2030 Rechnung getragen, so LRin Mair: „Die Strategie liefert konkrete Maßnahmen, um Menschen in den Arbeitsmarkt einzubinden, die ohne Unterstützung womöglich keine oder geringere Chancen hätten, einen Job zu finden.“ 

Eine Strategie – drei Ziele 

Die Arbeitsmarktstrategie Tirol 2030 wurde in Zusammenarbeit mit Sozialpartnern, Interessenvertretungen und arbeitsmarktpolitischen AkteurInnen von insgesamt 37 Institutionen erarbeitet. Die Umsetzung erfolgt unter Koordination der Arbeitsmarktförderung-gemGmbH Tirol (amg-tirol) in zwei Phasen, von 2023 bis 2026 sowie von 2027 bis 2030. „Die Strategie verfolgt drei zentrale Ziele: In Tirol lebende Menschen in Beschäftigung zu halten, Arbeitslose – insbesondere aus vulnerablen Gruppen – in den Arbeitsmarkt zu integrieren sowie Aus- und Weiterbildungen zu unterstützen“, erklärt LRin Mair. 

Aus diesen drei Hauptzielen wurden verschiedene Maßnahmenfelder abgeleitet, die beispielsweise Unterstützung bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt bieten, den Abbau von Rollenbildern fördern, zusätzliche Weiterbildungsformate etablieren oder auch Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit geringer qualifizierter Personen bieten sollen. 

Vorzeige-Best-Practice Beispiel wurde verlängert – sozial innovatives Projekt mit EU-Mitteln gestartet

„Der Austausch und die Evaluierungen des Ist-Standes waren zunächst eine wichtige Basis, auf der wir in weiterer Folge aufbauen. Kernstück unserer Strategie sind jedoch die konkreten Angebote für die Menschen, die Arbeit suchen oder sich aus- bzw. fortbilden möchten. Im Zuge der Arbeitsmarktstrategie konnten wir sehr gut laufende Projekte verlängern und sogar neue Angebote etablieren“, erklärt LRin Mair und verweist auf die beiden Best-Practice-Beispiele „Onboarding Tirol“ und „Job Navi“. 

  • Onboarding Tirol unterstützt Menschen nach der Flucht aus ihrer Heimat am österreichischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und fördert gleichzeitig die Integration. Neben wöchentlichen Beratungen, werden KlientInnen bei der Arbeitssuche und im Bewerbungsprozess unterstützt, aber auch in der Anfangszeit nach dem Arbeitsstart weiterbetreut. Seit Etablierung im Jahr 2024 konnten über 1.200 Personen unterstützt werden. Das Angebot wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert. Im Zuge der Arbeitsmarktstrategie 2030 konnte die Weiterführung des Projekts bis Ende 2027 erreicht werden. 

  • Job Navi unterstützt langzeitbeschäftigungslose Menschen beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Dabei wird umfassend auf die persönliche Ausgangssituation – etwa Gesundheit, finanzielle und Wohnsituation sowie Fähigkeiten und Stärken – eingegangen. Gemeinsam wird ein persönlicher Plan erstellt und die KlientInnen intensiv bei der Jobsuche begleitet. Auch bei Job Navi werden KlientInnen zudem nach Beginn des Arbeitsverhältnisses weiterbetreut, damit dieses langfristig und stabil bleibt. Job Navi wurde im Jänner 2026 auf Basis der Arbeitsmarktstrategie Tirol 2030 gestartet und ist erfolgreich angelaufen. 

„Das Zwischenergebnis der Arbeitsmarktstrategie Tirol 2030 zeigt: Wir sind auf einem guten Weg. Wir werden aber auch in den kommenden Jahren konsequent an der Umsetzung der Strategie arbeiten, um Tirol als attraktiven Arbeits- und Wirtschaftsstandort mit Zukunftsperspektive zu stärken“, so LRin Mair abschließend.