- Projekte fördern Gesundheitskompetenz von Jugendlichen
- Jugendgesundheitskonferenz bis 2028 in allen Tiroler Bezirken
- Weitere Informationen unter www.jugendgesundheit.tirol
Ein Kochbuch mit gesunden Rezepten aus aller Welt, Erste-Hilfe-Workshops von Jugendlichen für Kinder, ein Fitnessraum im Jugendzentrum, Beatbox-Workshops, ein Treffpunkt für gehörlose Jugendliche oder ein Erste-Hilfe-Kit für die psychische Gesundheit: Dabei handelt es sich um Ideen von Jugendlichen, die die Gesundheitskompetenz junger Menschen stärken sollen. Das ist das Ziel der Tiroler Jugendgesundheitskonferenz, die bis 2028 in allen Tiroler Bezirken stattfindet. Nach dem erfolgreichen Auftakt der ersten Tiroler Jugendgesundheitskonferenzen im vergangenen Jahr in den Bezirken Kufstein und Kitzbühel präsentierten heute, Freitag, Jugendliche aus Innsbruck die Ergebnisse ihrer Gesundheitsprojekte im Landhaus. Mehr als 550 Jugendliche im Alter von zwölf bis 20 Jahren waren bei den insgesamt 24 Gesundheitsprojekten beteiligt, die bei der Konferenz vorgestellt wurden.
„Ob Bewegung, gesunde Ernährung, psychische Gesundheit oder soziale Teilhabe: Die Projekte aus Innsbruck zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig Gesundheitsförderung aussehen kann und wie kreativ und engagiert jungen Menschen in Tirol sind. Die Jugendlichen greifen Themen auf, die sie in ihrem Alltag beschäftigen, und entwickeln dafür eigene Lösungen. Besonders wertvoll ist, dass sie dabei nicht nur ihre eigene Gesundheitskompetenz stärken, sondern auch andere Jugendliche erreichen und zum Mitmachen motivieren“, betont Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele.
Wie vielfältig die Ideen waren, zeigen Auszüge aus den vorgestellten Projekten:
- Mit dem „Youth Hub“ schuf der Gehörlosenverband Tirol einen offenen Treffpunkt für schwerhörige und gehörlose Jugendliche, an dem sie das Programm rund um Workshops, Exkursionen und sportliche Aktivitäten mit eigenen Ideen mitgestalten können.
- Das Jugendzentrum „Space“ der Caritas erweiterte sein Bewegungsangebot um einen kostenlosen Trainingsbereich, der Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten für Fitness und Bewegung bietet.
- SchülerInnen der Mittelschule Ilse-Brüll-Gasse beschäftigten sich in einer fächerübergreifenden Lernwerkstatt mit gesunder Ernährung. Die gesammelten Rezepte aus den verschiedenen Herkunftsländern der SchülerInnen sammelten sie in einer selbstgestalteten Kochbroschüre.
- Der Innsbrucker Jugendbeirat entwickelte mit dem „YouthAid-MindKit“ ein Erste-Hilfe-Kit für die psychische Gesundheit. Es kombiniert Informationen und praktische Tipps mit Handlungsmöglichkeiten, die Jugendlichen helfen, in belastenden Situationen erste Schritte zur Selbsthilfe zu setzen und bei Bedarf den Weg zu professioneller Unterstützung zu finden.
Gesundheitskonferenzen in allen Tiroler Bezirken
Die Jugendgesundheitskonferenzen werden im Auftrag des Landes Tirol aus Mitteln der Bundesgesundheitsagentur finanziert und vom Dachverband der Offenen Jugendarbeit (POJAT) bis 2028 in allen Tiroler Bezirken durchgeführt. Für die Planung und Umsetzung erhalten die Projektgruppen eine finanzielle Unterstützung von bis zu 500 Euro pro Projekt. Unterstützt werden die Jugendlichen mit Workshops und Coachings von der POJAT.
„Ein zentraler Ansatz der Jugendgesundheitskonferenz ist die ‚Peer Education‘. Dabei entwickeln Jugendliche Ideen für Jugendliche und werden dadurch selbst zu Botschafterinnen und Botschaftern für die Gesundheit. Uns war es wichtig, dass die Konferenzen in allen Tiroler Bezirken stattfinden. Im unmittelbaren Lebensumfeld ist es für Jugendlichen einfacher, sich zu beteiligen und Projekte für ihre eigene Gesundheit zu entwickeln. Die außerschulische Jugendarbeit, die Gemeinden und Schulen sind deshalb wichtige Partner. Sie schaffen die notwendigen Rahmenbedingungen, um die Projekte direkt vor Ort auch umzusetzen“, erklärt POJAT-Geschäftsführerin Martina Steiner.
Über die Jugendgesundheitskonferenzen
Ein zentrales Element der Jugendgesundheitskonferenzen ist das neu aufgebaute Netzwerk „Jugendgesundheit Tirol“. Dieses soll das Angebot der Gesundheitsförderung – insbesondere im ländlichen Raum – sichtbarer und zugänglicher machen. Das Netzwerk bringt ExpertInnen aus verschiedenen Bereichen der Gesundheit und Jugendarbeit zusammen, darunter das Jugendcoaching Tirol, Rat auf Draht, die Kinder- und Jugendpsychiatrie, die Schulpsychologie, das DentoMobil, RAINBOWS-Tirol, die Kinder- und Jugendanwaltschaft und weitere Einrichtungen. Diese ExpertInnen sind ebenfalls bei der Jugendgesundheitskonferenz anwesend, um den Jugendlichen für Fragen direkt vor Ort zur Verfügung zu stehen.
Im kommenden Jahr erhalten Jugendliche aus den Bezirken Schwaz und Lienz die Möglichkeit, Projekte einzureichen. Die Ergebnisse der Projekte werden im Rahmen der Jugendgesundheitskonferenzen im November 2027 präsentiert.
Weitere Informationen und Teilnahmemöglichkeiten finden Sie unter: www.jugendgesundheit.tirol


