- Unterstützung für JungforscherInnen: Förderung von Nachwuchsprojekten
- EuregioScienceFund: Insgesamt 3,9 Millionen Euro für grenzübergreifende Forschungsprojekte aus der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino
- Rheumabehandlung und Neurodermitis-Forschung: Aktuelle Forschungsprojekte an der Medizinischen Universität Innsbruck
Neue Therapien bei Krebserkrankungen, fortschrittliche Energiesysteme oder smarte Infrastruktur wären ohne Forschung nicht möglich. Der UNESCO-Welttag der Wissenschaft für Frieden und Entwicklung am Dienstag, 10. November, macht weltweit auf diese Bedeutung aufmerksam. Unter dem Motto „Common ground through science diplomacy“ steht im heurigen Jahr die internationale Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Auch das Land Tirol setzt Impulse für Forschung und Wissenschaft: Mit Förderprogrammen werden Projekte an den heimischen Hochschulen unterstützt, Forschungsvorhaben von jungen WissenschaftlerInnen ermöglicht und die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Ländern gefördert.
Forschungsregion Tirol, Südtirol und Trentino: Für mehr Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit
„Wissenschaft ist ein Grundpfeiler unserer demokratischen Gesellschaft. Sie sorgt für gesellschaftlichen Fortschritt und bietet uns Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit. Umso wichtiger ist es, dass wir die Freiheit der Wissenschaft schützen und Forscherinnen und Forscher konsequent unterstützen. Denn die Freiheit der Wissenschaft steht weltweit zunehmend unter Druck“, betont Wissenschaftslandesrätin Cornelia Hagele anlässlich des UNESCO-Tags und dem heurigen Schwerpunkt „Wissenschaftsdiplomatie“. Tirol, Südtirol und das Trentino stellen mit dem EuregioScienceFund beim sechsten Fördercall insgesamt 3,9 Millionen Euro für mehrjährige Grundlagenforschung bereit. Bislang wurden über den Fonds bereits 25 Forschungsprojekte unterstützt. Die gemeinsame Förderung stärkt die wissenschaftliche Vernetzung in der Europaregion und ermöglicht jungen ForscherInnen, internationale Forschungskooperationen aufzubauen.
„Wissenschaft ist heutzutage ein internationaler Wettbewerb. Wenn Tirol, Südtirol und das Trentino gemeinsam in Forschung investieren, stärkt das die heimischen Hochschulen und Universitäten. Genau diese Zusammenarbeit brauchen wir, um als Forschungsregion weiterhin international sichtbar und wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärt LRin Hagele. Auch die Tiroler Förderung für NachwuchsforscherInnen unterstützt gezielt junge WissenschaftlerInnen bei ihren Forschungsvorhaben. Allein 2026 fließen dafür rund 900.000 Euro in ausgewählte Projekte.
Aktuelle Beispiele: Forschungsprojekte an der Medizinischen Universität Innsbruck
Ergänzend steuert das Land Tirol mit der Tiroler Wissenschaftsförderung laufend zur Finanzierung von wissenschaftlichen Projekten an den regionalen Hochschulen bei. Aktuelle Beispiele sind drei Projekte an der Medizinischen Universität Innsbruck, für die knapp 190.000 Euro bereitgestellt werden:
- Begleiterkrankungen bei Rheuma frühzeitig erkennen: In Tirol leiden über 50.000 PatientInnen an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Diese haben häufig Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) zur Folge. 70.000 Euro fließen in ein Forschungsprojekt, das eine strukturierte, interdisziplinäre Abklärung von begleitenden Erkrankungen bei Rheuma-PatientInnen entwirft. Ziel ist es, bislang unerkannte Gesundheitsrisiken früher zu erkennen und die Versorgung der Betroffenen zu verbessern.
- Gen-Mutationen besser verstehen: 70.500 Euro stehen für die Erforschung von genetischen Veränderungen bei bestimmten Blut- und Entzündungserkrankungen bereit. Die Forschungsgruppe der Medizinischen Universität Innsbruck untersucht die Häufigkeit sogenannter UBA1-Mutationen und deren biologische Auswirkungen. Tirol soll damit führender Standort für Diagnostik und Therapie werden.
- Neues Hautmodell für Neurodermitis-Forschung: Mit 45.000 Euro wird die Entwicklung eines sogenannten Skin-on-a-Chip-Modells unterstützt. Das neue System soll menschliche Haut und Knochenmark beziehungsweise Immunfunktionen simulieren, um die Entstehung einer Dermatitis besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln. Diese neue Methode verringert außerdem die Abhängigkeit von Tiermodellen und trägt damit zum Tierschutz bei.
„Hinter jedem Forschungsprojekt stehen Fragestellungen, die unser Leben betreffen. Wie können wir Krankheiten früher erkennen? Wie verbessern wir etablierte Therapien? Und was sind Grundlagen für die Medizin von morgen? Wir unterstützen Forscherinnen und Forscher, damit sie Antworten auf diese Fragen finden“, erklärt LRin Hagele. Zusätzlich unterstützt das Land den Medizinischen Forschungsfonds Tirol mit 50.000 Euro. Der Fonds unterstützt insbesondere kurzfristige medizinische Forschungsprojekte, Pilotvorhaben und den Aufbau wissenschaftlicher Kooperationen an den Universitätskliniken Innsbruck.
