- Großer Österreichischer Zapfenstreich am Landhausplatz
Wenn vom Balkon am Landhaus in Innsbruck eine Trompete erklingt, am Landhausplatz unter anderem Abordnungen des Österreichischen Bundesheers, der Tiroler Schützen sowie der Tiroler Musikkapellen aufmarschieren und die Österreichische Bundeshymne angestimmt wird, ist es wieder soweit: der Große Österreichische Zapfenstreich hat begonnen. Traditionell am Vorabend des Nationalfeiertages findet die Veranstaltung heute, Sonntagabend, statt. Gestaltet wurde die Zeremonie heuer von der Militärmusik Tirol, der Musikkapelle Navis, der 6. Gebirgsbrigade als Ehrenkompanie des Österreichischen Bundesheers, der Ehrenkompanie Navis sowie Abordnungen der Tiroler Traditionsverbände. LH Anton Mattle spricht in seiner Rede die Bedeutung der Demokratie an.
„Wir Tirolerinnen und Tiroler arbeiten auf einem unerschütterlichen Fundament: die tiefe Überzeugung, dass Freiheit, das Streben nach Eigenständigkeit und die demokratische Mitbestimmung die Grundlagen unseres friedlichen Zusammenlebens sind. Demokratie ist kein Geschenk, das man einmal erhält und dann besitzt. Demokratie ist ein Versprechen, das jede Generation aufs Neue verteidigen muss. Sie ist das Ergebnis eines jahrhundertelangen Ringens. Mit dem Staatsvertrag von 1955 und der Erklärung der immerwährenden Neutralität am 26. Oktober hat Österreich den entscheidenden Schritt in eine selbstbestimmte Zukunft gesetzt“, erinnert LH Mattle an die Bedeutung des Nationalfeiertages und streicht die Bedeutung Tirols als „älteste Festlanddemokratie“ hervor: „Wenn wir über die Wurzeln der Demokratie nachdenken, lohnt sich auch ein Blick auf unsere eigene Region. Das Narrativ, dass Tirol die älteste Festlanddemokratie ist, hat einen wahren und zentralen Kern. Bereits im Großen Freiheitsbrief von 1342 wurde den Tiroler Landständen verbrieft, dass der Landesfürst keine Steuern ohne ihre Zustimmung einheben durfte. Diese frühen Mitbestimmungsrechte beweisen, dass der Drang nach Freiheit und Mitsprache tief in der DNA der Tirolerinnen und Tiroler verwurzelt ist. Aus diesem historischen Freiheitsdrang speist sich auch unsere heutige Wertehaltung. Es liegt nun an uns, dieses Vertrauen an die nächsten Generationen weiterzugeben“, spielt LH Mattle auch auf den am 11. November erstmals stattfindenden Tiroler Jugendlandtag an.
Knapp 400 Jahre alte Tradition
Die Tradition des Zapfenstreichs geht knapp 400 Jahre zurück und stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. In den damaligen Feldlagern wurde durch ein Trommelzeichen – das Hineinschlagen eines Zapfens in ein Schankfass, den sogenannten „Zapfenstreich“ – die Nachtruhe angezeigt. Das Trommelzeichen wurde später durch ein Hornsignal abgelöst. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde aus dem Einläuten der Nachtruhe ein eigenes Zeremoniell, im Rahmen dessen verschiedenste militärische Musikstücke gespielt wurden. Auch das Österreichische Bundesheer hat diese Tradition wiederaufgenommen und führt bei militärischen Feiern einen sogenannten Großen Zapfenstreich durch. Dieser beinhaltet traditionelle Melodien und historische österreichische Militärsignale, welche zu einem großen, geschlossenen Tongemälde zusammengefasst wurden.







