Land Tirol fördert Kooperationsprojekte mit rund 775.000 Euro

LH Mattle: „Innovation ist in Tirol kein Schlagwort, sondern ein Geschäftszweig“

  • Neuartiges alkoholfreies Bier, nachhaltige Hanf-Möbel oder technische Brücken-Überwachung – konkrete Projekte zeigen das hohe Innovationspotenzial in Tirol
  • Tirol nimmt rund 775.000 Euro für Kooperationsprojekte in die Hand und löst Gesamtprojektvolumen von rund 1,3 Millionen Euro aus
  • Mehr als 200 Kooperationsprojekte bis dato unterstützt 
  • Wöchentliches Update „Vereinfachung & Entbürokratisierung“: ID Austria bei der FörderTour

In Tirol werden innovative Produkte entwickelt und produziert: Ob neuartiges alkoholfreies Bier, nachhaltige Möbel aus Hanfstängeln oder die technische Überwachung von Brücken. Innovation ist in Tirol kein Schlagwort sondern findet dort statt, wo eine gute Idee auf unternehmerischen Mut und fachliche Kompetenz trifft. Genau hier setzt die Tiroler Innovationsförderung des Landes an: Mit der Förderaktion „Kooperationsprojekte“ werden Tiroler Unternehmen dabei unterstützt, gemeinsam mit anderen Betrieben und Forschungseinrichtungen neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu entwickeln und innovative Technologien in die Praxis zu bringen. Die Tiroler Landesregierung beschloss heute, Dienstag, auf Antrag von Wirtschaftslandesrat Mario Gerber weitere Projektförderungen in Höhe von rund 775.000 Euro. Diese Unterstützung löst ein Gesamtprojektvolumen von knapp 1,3 Millionen Euro aus.

„In Tirol gibt es viele gute Ideen, den notwendigen unternehmerischen Mut und viel Können – das alles bringen wir zusammen und unterstützen die Entwicklung von neuen Produkten und Verfahren. Deshalb fördern wir Kooperationen innerhalb der Wirtschaft oder auch mit der Wissenschaft und der Forschung. Innovation ist in Tirol kein Schlagwort, sondern ein Geschäftszweig, den wir massiv vorantreiben. Wir wollen, dass der Standort Tirol ein Raum für Neues, wirtschaftlichen Erfolg und Fortschritt ist“, betont LH Anton Mattle.

Innovation, wenn mehrere zusammenhelfen

Die Förderaktion „Kooperationsprojekte“ ist Teil des Tiroler Technologieförderungsprogramms. Voraussetzung für eine Förderung ist grundsätzlich die Zusammenarbeit von mindestens drei PartnerInnen, darunter mindestens zwei Unternehmen und maximal eine Forschungseinrichtung. Die Förderung beträgt bis zu 50 Prozent der förderbaren Kosten bzw. bis zu 150.000 Euro. Bei einer Kooperation mit einer Forschungseinrichtung sind bis zu 175.000 Euro möglich. Seit dem Start der Förderaktion wurden bereits mehr als 200 Kooperationsprojekte vonseiten des Landes unterstützt. Die Bandbreite reicht dabei von technologischen Entwicklungen und neuen Produktionsverfahren bis hin zu nachhaltigen Materialien, innovativen Produkten und Lösungen für eine sichere Infrastruktur. „Gerade in Zeiten großer technologischer, ökologischer und wirtschaftlicher Veränderungen braucht es Mut zu neuen Wegen. Kooperationen bringen Wissen aus Forschung und Praxis zusammen und ermöglichen es, aus Ideen konkrete Anwendungen zu machen. Das stärkt nicht nur einzelne Betriebe, sondern die gesamte Innovationskraft Tirols“, erklärt LHStv Philip Wohlgemuth.

Förderbeispiel Bier: „BrewBeyond“

Eines der geförderten Projekte ist „BrewBeyond“, das von der Bierol GmbH aus Schwoich gemeinsam mit dem MCI | Die Unternehmerische Hochschule und der Tribaun KG aus Innsbruck umgesetzt wird. Ziel ist es, ein Bier mit 0,0 Prozent Alkohol zu produzieren, das trotzdem vollmundig schmeckt. Dafür werden spezielle Mikroorganismen und neue Verfahren bei der Herstellung eingesetzt. So sollen wichtige Aromen erhalten bleiben und ein geschmacklich hochwertiges alkoholfreies Bier entstehen. Seitens des Landes will man mit der Unterstützung auch der steigenden Nachfrage nach alkoholfreien Bieren gerecht werden und Tirol weiterhin als qualitätvolles Genussland positionieren.

Förderbeispiel Möbel: „mater hennep“

Ein weiteres gefördertes Projekt ist „mater hennep“, bei dem sich die Universität Innsbruck, die Mg interior GmbH aus Innsbruck und die Tiroler Berghanf GmbH aus Mieming der Entwicklung nachhaltiger Werkstoffe widmen. Aus gepressten Hanfstängeln sollen stabile Materialien entstehen, die unter anderem für Möbel und den Innenausbau eingesetzt werden können. Damit sollen nachhaltige und regional herstellbare Alternativen zu herkömmlichen Holz- und Kunststoffwerkstoffen entwickelt werden – eine Produktschiene, die immer mehr nachgefragt wird und Tirol als Produktionsland stärken soll.

Förderbeispiel Brücken-Sicherheit: „BeST“

Auch die Überwachung von Betonbauwerken wird mit innovativen Technologien weiterentwickelt: Beim Projekt „BeST“ arbeiten die Modern IT Solutions e.U. aus Tulfes, die Bernard Gruppe ZT GmbH aus Hall in Tirol und das MCI | Die Unternehmerische Hochschule zusammen. Ziel ist es, Sensoren für die Überwachung von Betonbauwerken zu entwickeln und mit einer bereits bestehenden Funkplattform zu testen. Damit soll der Zustand von Brücken und anderen wichtigen Bauwerken künftig noch einfacher und besser laufend analysiert werden können. Auch darüber hinaus wird in Tirol an einer smarten Brückenüberwachung geforscht – und auch vom Land Tirol gefördert: Mit digitalen Verfahren und Künstlicher Intelligenz sollen Schäden an Brücken frühzeitig erkannt und Sanierungsmaßnahmen effizienter geplant werden können (siehe Pressemeldung vom 2. August 2026). Aus Sicht des Landes unterstreichen solche Initiativen die Tiroler Markenpositionierung im Bereich Qualität und Sicherheit, helfen die eigene Infrastruktur langfristig zu sichern und ermöglichen die Erfassung von wichtigen Daten. 

Forschung trifft Unternehmergeist – Rückenwind dank Landesförderung

„Die drei Projekte zeigen beispielhaft, wie vielfältig Innovation in Tirol ist: Es geht um neue Lebensmittel und Produktionsprozesse ebenso wie um nachhaltige Materialien und regionale Rohstoffe sowie um digitale Lösungen für die Infrastruktur. Entscheidend ist, dass aus wissenschaftlichen Erkenntnissen marktfähige und praxistaugliche Lösungen entstehen. Genau dabei unterstützt das Land Tirol heimische Betriebe und Forschungseinrichtungen“, sagt der zuständige LR Gerber und erklärt abschließend: „Unser Ziel ist klar: Wir wollen Tirol als attraktiven Standort für Forschung, Entwicklung und innovative Unternehmen weiter stärken. Mit der Förderung von Kooperationsprojekten geben wir guten Ideen den nötigen Rückenwind, damit sie den Schritt aus Labor und Entwicklungsphase in die wirtschaftliche Praxis schaffen.“

Weitere Informationen zur Förderung von Kooperationsprojekten sowie zu weiteren Förderungen des Tiroler Technologieförderungsprogramms finden sich unter www.tirol.gv.at/technologiefoerderung. 


Kurzmeldungen aus der Regierungssitzung

ID Austria bei der FörderTour – wöchentliches Update „Vereinfachung & Entbürokratisierung“: Die Registrierung der ID Austria ist für nicht-österreichische Staatsangehörige grundsätzlich bei der Landespolizeidirektion in Innsbruck, den Dienststellen der Finanzämter, einzelnen Gemeinden sowie seit knapp einem halben Jahr auch bei den Bezirkshauptmannschaften Reutte, Imst und Lienz möglich. Im Zuge des Tirol Konvents wird das Angebot nun erweitert: Bei der diesjährigen FörderTour können sich auch nicht-österreichische StaatsbürgerInnen unkompliziert die ID Austria ausstellen lassen. „Wenn ein notwendiger Behördengang direkt vor Ort erledigt werden kann, erspart das Zeit und zusätzliche Wege. Genau darum geht es bei der FörderTour: Wir wollen Verwaltung dorthin bringen, wo die Menschen sind, und Services möglichst einfach und unkompliziert zugänglich machen“, betont LH Anton Mattle. „Die ID Austria ist der Schlüssel zu zahlreichen digitalen Amtswegen. Unser Anspruch muss daher sein, den Zugang dazu so einfach und niederschwellig wie möglich zu gestalten – auch für Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft“, erklärt der für Staatsbürgerschaftsangelegenheiten zuständige LHStv Philip Wohlgemuth. Eine Auflistung aller Registrierungsstellen findet sich auf der Website des Bundesministeriums für Inneres.