- Museen, Büchereien und Erwachsenenbildungseinrichtungen eingeladen, innovative Beiträge für Rahmenprogramm einzureichen
- Einreichfrist für Beiträge bis 31. August 2026
Mittlerweile hat sich das Innsbrucker Landhaus zu einem etablierten Ort für Ausstellungen mit einem starken vermittelnden Zugang entwickelt und bietet Besucher- bzw. insbesondere SchülerInnengruppen ein spannendes Angebot. Nach zwei erfolgreichen Ausstellungen – „Vom Gauhaus zum Landhaus“ und „Leokadia Justman. Brechen wir aus!“ – mit je 12.500 und 7.050 BesucherInnen (Stand Juli 2026) wird aktuell die Landhaus-Ausstellung 2027 vorbereitet. Die nächste Ausstellung mit dem Titel „DIE WAHL HABEN“ wird von Lisa Noggler (designierte Leiterin Museum im Zeughaus, Tiroler Landesmuseen) und Katharina Walter (Leiterin Kulturvermittlung, Tiroler Landesmuseen) kuratiert. „Die große Bedeutung der Mitbestimmung und Mitsprache in unserem Land geht bis auf die Tiroler Landstände im 13. Jahrhundert zurück. Tirol war schon immer etwas Besonderes und gilt als älteste Festlanddemokratie. Grund genug, um die Entwicklung von Demokratie, Wahlen und Mitbestimmung in einer breit angelegten Ausstellung aufzugreifen und das Tiroler Landhaus weiterhin für Besuchergruppen und Schulen zu öffnen“, erklärt Landeshauptmann und Kulturreferent Anton Mattle. Die Ausstellung wird sich insbesondere mit der Entwicklung der Demokratie, vergangenen Wahlen sowie Partizipations- und Mitbestimmungsinstrumenten beschäftigen – tages- bzw. parteipolitische Elemente spielen explizit keine Rolle.
„Mit der Ausstellung ‚DIE WAHL HABEN‘ setzen wir einen nächsten Schritt im Rahmen des Vermittlungsangebots im Innsbrucker Landhaus und machen den Wert der Demokratie erlebbar. Dafür haben wir mit Lisa Noggler und Katharina Walter zwei erfahrene Kuratorinnen gewinnen können. Man darf gespannt sein“, freut sich LH Mattle und verweist auf ein besonderes Jahr 2027: „In Tirol wird im Herbst 2027 planmäßig ein neuer Landtag gewählt, damit wird auch über das Amt des Landeshauptmannes entschieden. Das zeigt, dass die Tirolerinnen und Tiroler direkt mitbestimmen, wer ihr Land in die Zukunft führen und wie sich Tirol weiterentwickeln wird. Die liberale Demokratie ist unser höchstes Gut.“
Rahmenprogramm: Beiträge ausdrücklich erwünscht
Regionale Museen, Büchereien und Erwachsenenbildungseinrichtungen sind im Zuge der Ausstellung „DIE WAHL HABEN“ eingeladen, innovative Beiträge für das Rahmenprogramm einzureichen, die sich insbesondere mit Demokratie, Wahlen oder Mitbestimmung beschäftigen. Gesucht werden Kurzbeschreibungen für Veranstaltungen wie Gespräche, Vorträge, Performances, Podiumsdiskussionen, Spezialführungen oder Workshops, die zwischen 2. Februar und 26. Oktober 2027 stattfinden können. Die Einreichfrist endet am 31. August 2026. Vorschläge können direkt an johanna.boehm@tirol.gv.at gerichtet werden. Im Herbst 2026 werden die eingereichten Konzepte vom Kuratorinnenteam gemeinsam mit der Abteilung Kultur gesichtet – im Anschluss wird über die Aufnahme ins Rahmenprogramm abgestimmt.
Letzte Chance: Ausstellung zu Leokadia Justman
Wer die aktuelle Ausstellung zu Leokadia Justman noch nicht besucht hat, sollte seine Chance während der Sommermonate nutzen: Die Sonderpräsentation zur polnischen Holocaust-Überlebenden ist noch bis 26. Oktober im Landhaus zu sehen. Schautafeln, Interviewbeiträge und ein großer Stadtplan Innsbrucks geben multimediale Einblicke in Leokadias spektakuläre Flucht während des Zweiten Weltkriegs. Das Besondere an ihrer Geschichte: Trotz aller Gräueltaten durch die Nationalsozialisten bewahrte die junge Frau stets Optimismus – und fand beim Schreiben Hoffnung.
Am 23. September findet um 17 Uhr die letzte reguläre Kuratorenführung statt, in der es spannende Hintergrundinformationen rund um Leokadia und die Ausstellung gibt. Mit der Veranstaltung „Österreicher als Massenmörder in Polen“ rücken am 22. Oktober ranghohe österreichische Nationalsozialisten in den Fokus, die ab 1942 maßgeblich an der Ermordung von mehr als eineinhalb Millionen Menschen im heutigen Polen beteiligt waren. Beginn ist um 19 Uhr, Schauplatz ist der Große Saal im Landhaus. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung bis 20. Oktober unter www.tirol.gv.at/ÖsterreicheralsMassenmörder erforderlich.
Sonderausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus!“
Die Ausstellung „Leokadia Justman. Brechen wir aus! Als polnische Jüdin auf der Flucht in Tirol“ ergänzt als Sonderpräsentation die Rahmenausstellung „Vom Gauhaus zum Landhaus. Ein Tiroler NS-Bau und seine Geschichte“ und ist von Montag bis Freitag (9 bis 17 Uhr) im Landhaus 1 zu sehen. Die selbstverfassten Gedichte von Leokadia Justman können jeweils freitags (12 bis 17 Uhr) ebenfalls im Landhaus 1 (Festsaal) besichtigt werden (Ausnahmen: 18. September, 13. November, 20. November 2026).
Das Projekt ist eine Kooperation des Landes Tirol mit der Universität Innsbruck und dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, der Pädagogischen Hochschule Tirol, dem Archiv für Bau.Kunst.Geschichte, dem Programm ERINNERN:AT des OeAD (Österreichs Agentur für Bildung und Internationalisierung) zum Lehren und Lernen über Nationalsozialismus und Holocaust sowie dem Verein Wissenschaft und Verantwortlichkeit. Alle Veranstaltungen zum Thema „Tirol erinnert“ sind unter tirol.gv.at/erinnern zu finden – dort steht auch der virtuelle 360°-Rundgang der Ausstellung „Vom Gauhaus zum Landhaus“ zur Verfügung.