LHStv Wohlgemuth: "Nordische Kombination gehört zu Olympia"

Unverständnis über Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC)

  • Nordische Kombination in Tirol und Österreich mit besonderer Bedeutung

Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Nordische Kombination aus dem Programm der Olympischen Winterspiele 2030 zu streichen, stößt in Tirol auf klares Unverständnis. „Diese Entscheidung ist ein schwerer Schlag für eine traditionsreiche Wintersportdisziplin und für viele Athletinnen und Athleten, die über Jahre hinweg mit enormem Einsatz auf olympische Ziele hinarbeiten. Gerade für Tirol und Österreich hat die Nordische Kombination eine besondere Bedeutung. Zahlreiche Sportlerinnen und Sportler haben über Jahrzehnte internationale Erfolge gefeiert und unser Land würdig vertreten“, erklärt Sportreferent LHStv Philip Wohlgemuth.

Die Nordische Kombination hat einige der außergewöhnlichsten Athleten der Wintersportgeschichte hervorgebracht – von Hannu Manninen, Jason Lamy Chappuis und Jarl Magnus Riiber bis zu Felix Gottwald, Mario Stecher, Christoph Bieler, Wilhelm Denifl und unserem Tiroler Aushängeschild Johannes Lamparter. Wohlgemuth betont: „Die Verbindung aus Skisprung und Langlauf ist und bleibt eine Königsdisziplin des Wintersports. Umso wichtiger ist es jetzt, gemeinsam alles daranzusetzen, die Nordische Kombination wieder ins olympische Programm zurückzubringen.“

Besonders hart treffe die Entscheidung jene, die ihr sportliches Leben auf dieses Ziel ausgerichtet haben. „Ihnen wird mit einem Schlag ein großer sportlicher Traum genommen. Das ist schwer nachvollziehbar und sportpolitisch ein äußerst fragwürdiges Signal“, so Wohlgemuth. Gleichzeitig betont der Sportreferent: „Jetzt braucht es erst recht ein klares Bekenntnis zu dieser Sportart. Wir müssen die Rahmenbedingungen sichern, die Nachwuchsarbeit konsequent weiterführen und den Athletinnen und Athleten zeigen, dass ihre Leistungen, ihr Einsatz und ihre Disziplin weiterhin zählen. Tirol wird seinen Beitrag dazu leisten.“

Besonders bitter sei die Entscheidung auch für die Frauen in der Nordischen Kombination. „Nach jahrelanger Aufbauarbeit und kontinuierlicher Weiterentwicklung der Disziplin wäre bei den Olympischen Winterspielen 2030 erstmals eine olympische Teilnahme der Frauen realistisch gewesen. Mit der Streichung der Sportart wird ihnen diese historische Chance genommen. Gerade vor dem Hintergrund unseres gemeinsamen Einsatzes für mehr Chancengleichheit im Sport ist das ein klarer Rückschritt“, so Wohlgemuth.

„Es ist richtig und wichtig, dass sich der Wintersport weiterentwickelt und neue Disziplinen ihren Platz finden. Diese Entwicklung darf aber nicht dazu führen, dass gewachsene Sportarten, die den Wintersport über Generationen geprägt haben, einfach zur Seite geschoben werden. Die Nordische Kombination hat Zukunft – auch wenn das IOC mit dieser Entscheidung ein falsches Signal setzt“, so Wohlgemuth abschließend.