- Bund, Land Tirol und Gemeinde schaffen neue Lebensräume und attraktiven Naturraum
- Projekt deutlich schneller und günstiger als geplant abgeschlossen
- Neue Lebensräume und attraktiver Naturraum für Mensch und Natur
Mehr Raum für den Fluss, neue Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie ein attraktiver Naturraum für die Bevölkerung: Das Revitalisierungsprojekt am Inn im Gemeindegebiet von Zams wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Maßnahme wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem Bund, dem Land Tirol und der Gemeinde Zams umgesetzt.
Auf einer Länge von rund 300 Metern und einer Fläche von rund 8.200 Quadratmetern wurde der Inn aufgeweitet und naturnah gestaltet – und das nicht nur schneller, sondern auch kostengünstiger als ursprünglich geplant. Entstanden sind neue Wasserflächen, strukturreiche Uferzonen und neue Lebensräume für zahlreiche heimische Arten. Die Maßnahme verbindet ökologische Aufwertung mit den Grundsätzen des modernen Wasserbaus und stärkt die natürliche Entwicklung des Flusses.
„Intakte Flüsse erfüllen viele wichtige Funktionen – sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, tragen zur ökologischen Qualität unserer Landschaften bei und leisten zugleich einen Beitrag zum Schutz vor Naturgefahren. Mit der Revitalisierung des Inns in Zams wird genau dieser ganzheitliche Ansatz umgesetzt. Für das Projekt haben wir seitens des Bundes rund 800.000 Euro zur Verfügung gestellt. Jeder Euro, der in diese Maßnahmen investiert wird, ist eine Investition in lebendige Gewässer, mehr Artenvielfalt und die nachhaltige Entwicklung unserer Regionen“, erklärt Wasser- und Umweltminister Norbert Totschnig anlässlich der Fertigstellung.
Moderner Wasserbau verbindet Schutz und Natur
„Mit diesem Vorzeigeprojekt ist es einmal mehr gelungen, dem Inn wieder mehr Platz zu geben und gleichzeitig die wasserbaulichen Anforderungen zu erfüllen. Eine wesentliche Voraussetzung – nämlich ausreichend Raum, der sich noch dazu in öffentlichem Eigentum befindet – ist hier gegeben. Wo immer das möglich ist, gehen wasserbauliche Maßnahmen, Ökologie und Naherholung Hand in Hand“, so LHStv Josef Geisler. Sein besonderer Dank gilt dem Baubezirksamt Imst, das die Maßnahme federführend umgesetzt hat, sowie allen Projektpartnern, die zum raschen und erfolgreichen Abschluss beigetragen haben.
Für Naturschutzlandesrat René Zumtobel ist die Revitalisierungsmaßnahme in Zams ein gelungenes Beispiel dafür, wie Biodiversität gezielt gefördert werden kann: „Der Inn zählt zu den bedeutendsten Lebensräumen Tirols. Mit der Revitalisierung in Zams wurden neue Strukturen und Naturräume geschaffen, die vielen Tier- und Pflanzenarten zugutekommen. Solche Projekte sind wichtige Bausteine, um Lebensräume entlang des Inns zu erhalten, miteinander zu vernetzen und die Artenvielfalt langfristig zu stärken. Flüsse sind Lebensadern und Lebensräume, weshalb wir ihnen mit solchen Revitalisierungsprojekten Raum und Ursprünglichkeit zurückgeben wollen. Eine Win-Win-Situation, weil Flora und Fauna ebenso profitieren wie Menschen, die diesen Platz zur Erholung aufsuchen.“
Früher als geplant fertig – mit Mehrwert für die Region
Aufgrund der günstigen Witterungsbedingungen und einer optimierten Bauabwicklung konnte das Projekt bereits nach einer Niederwasserperiode und damit deutlich früher als ursprünglich geplant fertiggestellt werden. Auch die Projektkosten fielen mit rund 1,2 Millionen Euro geringer aus als die ursprünglich veranschlagten 1,6 Millionen Euro. Das Revitalisierungsprojekt wurde vom Bund und dem Land Tirol finanziert. Für Bürgermeister Benedikt Lentsch ist das Projekt ein Gewinn für die gesamte Gemeinde: „Mit der Revitalisierung ist ein wertvoller Naturraum direkt vor unserer Haustür entstanden. Das Gebiet wird nicht nur für Tiere und Pflanzen attraktiver, sondern auch für die Bevölkerung. Der Inn wird hier wieder stärker erlebbar und der Bereich gewinnt als Naherholungsraum deutlich an Qualität.“
Mehr Raum für natürliche Flussdynamik
Im Zuge der Arbeiten wurden rund 25.000 Kubikmeter Material im Uferbereich außerhalb des eigentlichen Abflussprofils abgetragen, um neue Lebensräume und strukturreiche Flächen zu schaffen. Andreas Murrer von der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes betont den wasserbaulichen Ansatz der Maßnahme: „Entscheidend ist, dass der Inn in diesem Bereich wieder mehr Raum für seine natürliche Dynamik erhält. Dadurch können sich im Zusammenspiel von Strömung, Wasserstand und Geschiebe unterschiedlich geprägte Gewässerbereiche entwickeln – von stärker durchströmten Abschnitten bis hin zu ruhigeren Zonen. Auch die verbesserte Durchgängigkeit für Fische und die Anbindung des Köllbachs sind dabei wichtige Bausteine. Damit wird die ökologische Durchgängigkeit im Gewässersystem wesentlich verbessert und der Lebensraum für die Fischfauna erweitert.“
Vielfalt an Lebensräumen für Tiere und Pflanzen
„Besonders wertvoll ist die neu entstandene Vielfalt an Lebensräumen auf engem Raum“, erklärt Walter Michaeler von der Abteilung Umweltschutz des Landes. „Mit den neu geschaffenen Wasserflächen, Uferzonen und offenen Bereichen entsteht ein abwechslungsreiches Mosaik an Standorten, das unterschiedliche Tier- und Pflanzengruppen anspricht.“
Die neuen Stillwasser- und Uferbereiche bieten insbesondere Amphibien wie der Erdkröte und dem Grasfrosch geeignete Lebensbedingungen. Offene Kies- und Bodenflächen schaffen wichtige Lebensräume für wärmeliebende Insekten, Reptilien und bestimmte Pflanzenarten. Auch kiesbankbrütende Vogelarten sowie typische Pflanzen der Auwälder wie die Grauerle profitieren von den verbesserten Standortbedingungen.
Factbox zum Projekt:
Projektzeitraum: Baustart November 2025 – Fertigstellung Mai 2026
Baukosten: rund 1,2 Millionen Euro
Bauliche Maßnahmen:
- Aufweitung des Flussraums um rund 8.200 Quadratmeter
- Abtrag von ca. 25.000 Kubikmeter Erdmaterial zur Geländeabsenkung
- Herstellung strukturreicher Uferzonen mit strömungsberuhigten Bereichen
- Anlage von temporären und permanenten Wasserflächen (Auentümpel)
- Fischpassierbare Anbindung des Köllbachs an den Inn
- Einbau von Strukturelementen im Bachlauf (z. B. Krainerwand, Holzpiloten, Fischunterstände)
- Offene Schotter- und Uferflächen, die dem Fluss wieder mehr natürliche Entwicklung ermöglichen
Ziele des Projekts:
- Naturnahe Gestaltung des Uferbereichs im Sinne der Biodiversität und unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes
- Schaffung neuer Lebensräume für Fische, Amphibien, Vögel, Insekten sowie für typische Pflanzen der Auwälder (bspw. Grasfrosch, kiesbankbrütende Vogelarten und Grauerle)
- Neuer zugänglicher Ort für Erholungssuchende









