- Maßnahmen zur Bekämpfung von Neophyten laufen bereits seit 2024
- Jugendliche des AufBauWerk unterstützten bei der Entfernung
- Tiroler Neophytenstrategie – vom Monitoring bis zur Eindämmung
Die Gaisau im Gemeindegebiet von Inzing (Bezirk Innsbruck-Land) ist ein kleines Schutzgebiet, in dem spezialisierte Arten einen Lebensraum finden. Sie ist eines der letzten verbliebenen komplexen Feuchtgebiete im Talboden im Oberinntal. Unter anderem kann man hier mit etwas Glück den Eisvogel beobachten. Seit einigen Jahren sind jedoch gebietsfremde, invasive Arten auf dem Vormarsch und bedrohen die heimische Pflanzenvielfalt – und damit auch die hier lebenden Tierarten.
Im Rahmen von mehreren Aktionstagen unterstützten sechs Jugendliche des AufBauWerk vom Jobtraining Lachhof in Volders kürzlich die Schutzgebietsbetreuung beim Entfernen von Drüsigem Springkraut und Kanadischer Goldrute. Naturschutzlandesrat René Zumtobel freut sich über das wertvolle Engagement, schaute persönlich vorbei und bedankte sich für den ehrenamtlichen Einsatz der Jugendlichen.
Tiroler Neophytenstrategie: Bestände erfassen – Verbreitung vorbeugen – Ausbreitung eindämmen
Die gezielte Erfassung und Eindämmung invasiver Arten ist in der Tiroler Neophytenstrategie festgelegt. Regelmäßig gibt es in ganz Tirol Aktionen, um die gebietsfremden Pflanzen zu entfernen – eine schwierige Arbeit, da sich die gebietsfremden Arten oft sehr schnell verbreiten, teilweisemit den Wurzeln restlos entfernt oder gemäht werden müssen. „Wir arbeiten in ganz Tirol gezielt daran, Neophyten einzudämmen. Insbesondere in Schutzgebieten muss gehandelt werden, sobald Neophyten aufkommen, um die Pflanzenvielfalt zu erhalten und damit auch die Lebensgrundlage vieler geschützter Tierarten zu sichern. Dafür braucht es oft auch den Einsatz von ehrenamtlich tätigen Menschen. Ich freue mich sehr über den Einsatz und das Engagement der Trainees im AufBauWerk und vieler Freiwilliger in ganz Tirol, die uns bei der Umsetzung der Neophytenstrategie so tatkräftig unterstützen“, so der Landesrat.
Die Neophytenaktion im Schutzgebiet Gaisau dient als Fortsetzung eines Projekts der Universität Innsbruck, im Zuge dessen bereits 2024 und 2025 regelmäßig Bestände von Neophyten in der Gaisau von Studierenden entfernt wurden. Dieses Projekt wurde durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und NextGenerationEU gefördert.
Management von invasiven Arten braucht „langen Atem“
„Für das Management von invasiven Arten braucht man einen langen Atem. Sind sie einmal da, ist es nur noch schwer möglich, sie restlos los zu werden. Daher werden wir auch in Zukunft regelmäßig Schwerpunktaktionen setzen müssen, um die Artenvielfalt im Gebiet zu erhalten“, berichtet Schutzgebietsbetreuerin Laura Kanduth.
„Jede und jeder kann dazu beitragen, dass weitere invasive, gebietsfremde Arten auf bisher neophyten-freien Flächen gar nicht erst in Tirol Fuß fassen. Das heißt unter anderem: Im Garten auf heimische Pflanzen setzen und keine Tiere, Pflanzen, Samen oder Erde aus anderen Regionen nach Tirol bringen“, appelliert LR Zumtobel.


