- Kunsthistorikerin und Kuratorin war zuvor im Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main sowie seit 2015 im Museum der Moderne in Salzburg
- Kunsthalle des Landes weiterhin als international ausgerichtete, zeitgenössische Perspektive mit neuer Akzentsetzung
Mit 4. Jänner 2027 übernimmt die 1983 in Deutschland geborene Marijana Schneider die künstlerische Leitung des TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol in Innsbruck. Sie folgt Nina Tabassomi, die seit 2017 Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin des TAXISPALAIS ist und deren Amtszeit bis Ende 2026 läuft.
Marijana Schneider bringt als Kunsthistorikerin und Kuratorin langjährige Erfahrung in der internationalen Kunst- und Ausstellungspraxis sowie institutionelles Wissen mit. Sie steht für ein Programm, das internationale Gegenwartskunst mit der Kunstszene vor Ort verbindet. „Mit Marijana Schneider gewinnt Tirol eine erfahrene Kuratorin und spannende Stimme im Bereich der Gegenwartskunst. Das TAXISPALAIS ist als Landesgalerie ein zentraler Ort zeitgenössischer Kunst mit jahrzehntelanger Tradition und internationalem Renommee. Dazu hat die letzten zehn Jahre die Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin Nina Tabassomi maßgeblich beigetragen, der ich für ihr konsequentes Engagement und ihre hohe Identifikation mit dem TAXISPALAIS als international herausragender Kunsthalle herzlich danken möchte. Ihrer Nachfolgerin Marijana Schneider wünsche ich alles Gute und freue mich auf starke neue Impulse für unsere vielfältige Kunstszene“, sagt Landeshauptmann und Kulturreferent Anton Mattle.
Ihre Ausstellungen entwickelt sie von der Bewegung aus: als Choreografie aus Kunstwerken, Publikum und Raum, in der Werke, Körper und Wahrnehmung zusammenspielen. „Zeitgenössische Kunst wird zugänglich, wenn man ihr mit dem Körper begegnet, im Raum und mit allen Sinnen, nicht nur über Vorwissen. So möchte ich das TAXISPALAIS als lebendiges Haus für künstlerische Produktion öffnen, an dem internationale Gegenwartskunst und die Menschen vor Ort zusammenkommen“, sagt Marijana Schneider.
Eine von starken Kuratorinnen geprägte Institution
Das TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol ist das Ausstellungshaus des Landes Tirol für internationale Gegenwartskunst. Es nimmt innerhalb der österreichischen Kunstlandschaft eine besondere Stellung ein. Seit seiner Gründung im Jahr 1964 durch Paul Flora, Wilfried Kirschl, Oswald Oberhuber und Magdalena Hörmann wurden bedeutende internationale Positionen früh in Tirol gezeigt. 1973 fand dort beispielsweise die erste Gerhard Richter Ausstellung Österreichs statt, 2020 die erste Einzelausstellung von Iman Issa in Österreich. Geprägt wurde die Institution über Jahrzehnte von einer durchgehenden Reihe von starken Kuratorinnenpersönlichkeiten mit einem dezidiert experimentellen und feministischen Programm, unter ihnen Silvia Eiblmayr und Nina Tabassomi. Auch die Lage und Architektur des Hauses formen seine Identität: Die vom Tiroler Architekten Hanno Schlögl 1999 umgebaute Kunsthalle befindet sich im historischen Palais Fugger-Taxis und verbindet die Geschichte des Ortes mit konsequent auf die Gegenwart gerichteten Ausstellungen. Damit nimmt die Institution eine zentrale Brückenfunktion zwischen regionaler Verankerung und internationalem Kunstgeschehen ein.
TAXISPALAIS als öffentlicher Raum für Diskurs, Begegnung und kritische Reflexion
Über Jahrzehnte hat das Haus KünstlerInnen gezeigt, deren Arbeiten zentrale Fragen ihrer Zeit verhandeln. Dabei versteht sich das TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol nicht allein als Ausstellungsort, sondern als öffentlicher Raum für Diskurs, Begegnung und kritische Reflexion. Ausstellungen, Publikationen, Gespräche, Performances und weitere Vermittlungsformate machen die Kunsthalle zu einem Ort, an dem unterschiedliche Perspektiven auf die Gegenwart miteinander in Beziehung treten.
Mit Marijana Schneider beginnt am 4. Jänner 2027 ein neues Kapitel in der Geschichte des TAXISPALAIS, das administrativ in die Tiroler Landesmuseen eingegliedert wird. Andreas Rudigier, Direktor der Tiroler Landesmuseen, freut sich über die einstimmige Empfehlung der Fachjury, bestehend aus Sandro Droschl, Hemma Schmutz und Jürgen Tabor: „Mit Marijana Schneider gewinnen wir eine gut vernetzte Kuratorin, die weiß, wie sich Gegenwartskunst einem breiten Publikum vermitteln lässt, um damit langfristige Verbindungen zu unterschiedlichen Zielgruppen aufzubauen. Zugleich wird sie die Position der Kunsthalle als relevanten Ort für zeitgenössische Kunst weiterentwickeln, neue internationale Verbindungen schaffen und sie als offenen und zugänglichen Ort für die Tiroler Öffentlichkeit stärken.“
