Neue Verkehrssicherheitskampagne des Landes präsentiert

„Gemeinsam & fair im Straßenverkehr“

  • E-Scooter und E-Bikes im Fokus
  • Verkehrssicherheit heißt auch respektvoller Umgang auf Straße, Rad- und Fußwegen 
  • Neue Gesetze und Regelungen durch Novelle der Straßenverkehrsordnung ab 1. Mai 2026 in Kraft 

Heute, Mittwoch, präsentierte Verkehrslandesrat René Zumtobel gemeinsam mit dem Leiter der Landesverkehrsabteilung der Polizei Tirol, Enrico Leitgeb, und Martin Pfanner vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) die neue Verkehrssicherheitskampagne des Landes für 2026 und 2027. Unter dem Motto „Gemeinsam & fair im Straßenverkehr“ soll bis Ende nächsten Jahres nicht nur für mehr Respekt und ein gutes Miteinander auf Tirols Straßen sensibilisiert werden: Im Fokus stehen allen voran die geltenden und neuen Regelungen für E-Scooter und E-Bikes. Hintergrund für den Schwerpunkt der Kampagne sind die steigenden Unfallzahlen in diesem Bereich. Statistisch gesehen sind die Unfallopfer bei E-Scootern großteils junge Menschen, während E-Bike-Unfälle häufig bei Personen ab 50 Jahren registriert werden. LR Zumtobel sagt: „Es ist sehr erfreulich, dass klimaschonende Mobilitätsformen immer mehr zum Alltag auf Tirols Straßen gehören. Gleichzeitig bedeutet das, dass mehr und mehr unterschiedliche Fahrzeugtypen und Fortbewegungsarten aufeinandertreffen. Mir ist es wichtig, dass die Verkehrssicherheit steigt und Unfälle vermieden werden. Das kann nur gelingen, wenn sich alle an die geltenden Gesetze und Regeln halten und respektvoll miteinander sind.“

Unterschätzte Risiken bei E-Scooter und E-Bike

E-Scooter und E-Bike haben eines gemeinsam: Die LenkerInnen sind verhältnismäßig schlecht geschützt, die Zahl der Verkehrsunfälle steigt und vielfach handelt es sich um sogenannte „Alleinunfälle“. Das sind Unfälle, an denen keine anderen Fahrzeuge oder VerkehrsteilnehmerInnen beteiligt sind. Gründe sind unter anderem: Die Fahrtechnik wird schlecht beherrscht, das Fahrverhalten beim Bremsen, Lenken oder Abbiegen falsch eingeschätzt und Verkehrsregeln werden missachtet. Diesen beiden Fahrzeugtypen wird deshalb ein besonderer Fokus bei der neuen Kampagne gewidmet. Die enge Zusammenarbeit von Land Tirol, Polizei und KFV ermöglicht ein breit angelegtes Maßnahmenbündel, das einen Schwerpunkt auf Workshops, Schulungen und praktischen Übungen legt. „Von Seiten der Polizei werden wir die Verkehrssicherheitskampagne im Rahmen der polizeilichen Schulverkehrserziehung unterstützen und bei Unterrichtseinheiten, die von Polizistinnen und Polizisten in den Tiroler Schulen abgehalten werden, in Bezug auf die ,neuen‘ Mobilitätsformen entsprechend sensibilisieren und aufklären. Anderseits werden wir entsprechende Verkehrskontrollen durchführen, bei denen wir die Bestimmungen, insbesondere was den E-Scooter und den Fahrradverkehr betrifft, schwerpunktmäßig kontrollieren. Zudem werden in allen Bezirken Informationsveranstaltungen abgehalten, bei denen entsprechende Erfahrungen in Bezug auf den sicheren Gebrauch von E-Bikes und Fahrrädern gesammelt werden können“, so Enrico Leitgeb. 
Für das Kuratorium für Verkehrssicherheit steht insbesondere das Helmtragen im Fokus. Martin Pfanner betont: „Wir müssen noch mehr Kraft in die Bewusstseinsbildung investieren, damit möglichst viele Menschen – unabhängig vom Alter – einen Helm tragen. Diese einfache Schutzmaßnahme kann Leben retten: Würden alle beim Fahren mit E-Scootern und E-Bikes einen Helm tragen, könnten in Österreich jährlich rund 1.000 schwere Kopfverletzungen verhindert werden.“

E-Scooter: gekommen, um zu bleiben

„E-Scooter sind kein kurzer Trend, der nach wenigen Monaten oder Jahren wieder verschwinden wird. Die Fahrzeuge sind praktisch, wendig und im Alltag gut integrierbar. Deshalb war es wichtig, klare Regeln aufzustellen“, verweist LR Zumtobel auf die Novelle der Straßenverkehrsordnung, die mit 1. Mai 2026 in Kraft tritt. 

Damit diese Regeln und die richtige Fahrtechnik für künftige Generationen so selbstverständlich sind wie das Einmaleins, können ab Herbst 2026 alle Kinder in Tirol mit E-Scootern in Kontakt kommen: Im Zuge der Vorbereitungen für den Radführerschein – den alle Kinder der 4. Volksschulklassen in Tirol kostenlos während der Unterrichtszeit absolvieren können – wird auch das Training mit E-Scootern zusätzlich zum regulären Programm möglich sein. „So können wir die geltenden Regeln hinsichtlich Helmpflicht und technischer Ausstattung vermitteln und die Kinder können ein erstes Mal ins Rollerfahren hineinschnuppern. Das ist natürlich freiwillig und auch nicht prüfungsrelevant. Trotzdem ist es wichtig, schließlich dürfen Kinder ab zehn Jahren mit bestandener Radfahrprüfung auch mit einem E-Scooter ohne Begleitung unterwegs sein – und viele sind das auch bereits“, sagt LR Zumtobel. 

Charmante Charaktere klären auf

Neben den oben genannten Maßnahmen werden auch weitere Partner wie der Verein Sicheres Tirol, das Kompetenzzentrum Sicheres Österreich oder das Klimabündnis Tirol laufend eingebunden, Verkaufsstellen von E-Bikes und E-Scootern angeschrieben und VerkehrsteilnehmerInnen direkt mit Flyer-Aktionen erreicht. „Wir wollen nicht nur sensibilisieren und informieren, sondern mit Workshops, Schulungen und Testaktionen so viele Menschen wie möglich in der Fahrpraxis erreichen“, unterstreichen die Beteiligten.

Die Bildsprache der Kampagne bildet einen starken Kontrast zur vorhergehenden Kampagne gegen Alkohol und Drogen am Steuer, die mit dem Staatspreis PR ausgezeichnet wurde. Um Geschlechter- oder Altersstereotype zu vermeiden und keine bestehenden Vorurteile zu bedienen, wurden diesmal Tiercharaktere aus der heimischen Fauna gewählt. Sie klären mit einfachen und teils ironischen Sprüchen über eigentlich selbstverständliche Dinge auf: So fährt die Maus mit ihrem E-Scooter auf der Straße und nicht auf dem Gehsteig, der Frosch trägt vorbildlich einen Helm und das Eichhörnchen trainiert die Technik beim E-Bike-Fahren. In den kommenden Wochen und Monaten folgen noch weitere Botschaften zu den Themen Respekt, Sichtbarkeit, Alkohol- und Drogen sowie E-Mopeds. Die gesamte Kampagne wurde einmal mehr von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Landes konzipiert, illustriert und umgesetzt. Finanziert wird die Kampagne mit Mitteln des Verkehrssicherheitsfonds. 

Weitere Informationen finden Sie im Factsheet und auf der Kampagnenwebsite tirol.gv.at/obacht